FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Lee, von Nachwuchshoffnung zum neuen Star

Megan Lee of New Zealand celebrates scoring a goal against Costa Rica
© Getty Images

"Birth of a Great Star" - die Geburt eines großen Stars. So lautet der Titel einer äußerst beliebten TV-Sendung in der Republik Korea. Schwer zu glauben, doch es gibt einen Zusammenhang zwischen diesem Programm und der Begegnung von Neuseeland und Costa Rica bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014. In der asiatischen Talentshow wurde eine neue Sängerin entdeckt, während im National Soccer Stadium von Toronto eine Neuseeländerin die große Bühne betrat.

In beiden Fällen heißt die Neuentdeckung Megan Lee. Falls Sie sich eher für die Künstlerin interessieren, sind Sie hier womöglich an der falschen Adresse. Doch über ihre sportliche Namensvetterin erfahren sie alles auf FIFA.com. Im Anschluss an die Begegnung, in der Lee als Spielerin des Spiels ausgezeichnet wurde, stand sie uns Rede und Antwort.

"Ich denke, ich habe wirklich ein gutes Spiel gemacht", räumt sie lachend auf die Frage ein, ob sie sich selbst gewählt hätte, wenn sie hätte abstimmen dürfen. "Ehrlich gesagt habe ich vor und während des Spiels überhaupt nicht an diese Auszeichnung gedacht. Aber wenn man sie erhält, ist es sehr befriedigend", gibt sie zu. Sie erkennt zudem die Schwierigkeit der Aufgabe für die Technische Studiengruppe der FIFA an, in jeder Partie die Preisträgerin zu bestimmen. "Wenn ich wählen müsste, würde ich ganz schön dumm dastehen... Vor allem in dieser Mannschaft, denn wir arbeiten so sehr füreinander. Sicher, ich habe ein gutes Spiel gemacht, doch es würde mir schwerfallen, nur eine einzelne Spielerin hervorzuheben. Ich hätte die ganze Mannschaft gewählt!"

Und die Auszeichnung wäre verdient gewesen. Denn im Kielwasser ihrer offensiven Mittelfeldspielerin, die das zweite von drei Toren erzielte, verdiente sich die ganze Mannschaft zu Recht die Qualifikation für das Viertelfinale. Eine historische Premiere für Neuseeland, das erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs das Viertelfinale erreicht. "Das ist ein außerordentliches Gefühl, denn es ist das erste Mal in der Geschichte des Turniers. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir etwas Großartiges geleistet haben", fährt die Spielerin von Forrest Hill Milford United fort. "Ich denke, dass wir uns das nach der ganzen geleisteten Arbeit verdient haben. Es ist ein umso schöneres Gefühl, wenn man leidet, um sein Ziel zu erreichen. Es waren zwei Jahre Vorbereitung erforderlich, um so weit zu kommen. Alle Mädchen haben enorme Anstrengungen unternommen. Wir arbeiten für uns selbst, aber auch füreinander."

Das Tor aufgestoßen
Lee ist dafür das beste Beispiel. Gegen die Ticas war sie pausenlos unterwegs, rannte, bot sich an und schickte eine Flanke nach der anderen von der linken Seite ins Zentrum, um ihre Mitspielerinnen in Szene zu setzen. Doch sie arbeitete auch für sich selbst, als sie nach einem Sololauf das zweite Tor für die Kiwis vollendete. Beim Abschluss war sie sogar noch abgeklärt genug, um den Blick zu heben und die zwei Verteidigerinnen zu sehen, die zur Rettung auf die Linie zurückgeeilt waren. Sie spitzelte den Ball dorthin, wo ihn keine der beiden mehr erreichen konnte.

Ein Zeichen der Reife, die ihr Trainer Aaron McFarland ihrer Erfahrung zuspricht. "Für Megan ist dies die dritte WM", erinnert er an die Teilnahme der 19-Jährigen an den Auflagen 2010 und 2012 der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft. "Für mich ist es die fünfte. Diese historische Qualifikation verdankt sich nicht einfach nur der Arbeit dieser Mannschaft, sondern auch der früherer Teams und der Tatsache, dass wir aus jeder Erfahrung unsere Lehren gezogen haben, um das nächste Mal besser zu sein. Das ist eine logische Entwicklung, das musste passieren. Wir haben lange an die Tür geklopft, und dank dieses Erfolgs haben wir sie endlich aufgestoßen."

Und wenn man schon einmal die Außentreppe erklommen hat, die in den Hof der Großen führt, warum nicht gleich die restlichen Räumlichkeiten besichtigen? Lee und ihre Mitstreiterinnen sind fest dazu entschlossen. "Wir wollen noch mehr!", kündigt sie an und versichert, dass ein Platz unter den ersten Acht nur eine erste Etappe sei. "Wir haben uns einige Wochen vor Beginn des Turniers als Mannschaft zusammengesetzt und waren der Ansicht, dass wir das Zeug dazu haben, ins Halbfinale einzuziehen. Wir wollten uns für das Viertelfinale qualifizieren, aber nicht damit begnügen und denken: 'wir haben es geschafft, das ist sehr gut.' Jetzt wollen wir noch höhere Ziele anvisieren."

"In the Future" und "Destiny" heißen übrigens die größten Erfolge der Sängerin Megan Lee. Gespannt warten wir auf die nächsten der Fussballerin Megan Lee.

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