FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Lavogez: Ich bin auf das Spektakuläre spezialisiert

© Getty Images

Ein Tor als krönender Abschluss eines tollen Dribblings ist wohl der Traum eines jeden Fussball-Liebhabers. Ebenso groß kann die Begeisterung über eine perfekte Mannschaftsleistung sein. Und auch ein platzierter Schuss, der sein Ziel findet, kann die Fans begeistern. Der Französin Claire Lavogez gelangen beim 5:1-Kantersieg gegen Costa Rica in Montreal gleich zwei solcher sehenswerten Aktionen.

Das erste Tor erzielte sie vom Elfmeterpunkt – mit einem platzierten Schuss nach alter Schule, ganz ähnlich dem Strafstoß des Chilenen Charles Aranguiz gegen Brasilien bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™. Auch sie hämmerte den Ball unhaltbar hoch ins Netz und ließ der gegnerischen Torhüterin keine Abwehrchance.

Ihr zweiter Treffer war ein echtes Traumtor. Die Spielerin wartete an der Strafraumgrenze genau den richtigen Moment in der Flugbahn des Balles ab und jagte ihn dann volley mit dem Innenrist genau in den Winkel, wo er von der Unterkante der Latte ins Tor sprang.
* Erfolg dank harter Arbeit und Disziplin auf dem Trainingsplatz*
Beide Tore waren einer WM würdig und trugen mit dazu bei, dass Frankreich nun die Gruppe D anführt und Lavogez sich an die Spitze der Torjägerliste setzte. Allerdings erwartet sie nicht, sich lange dort zu halten. "Eigentlich schieße ich nicht allzu häufig Tore", meinte sie gegenüber FIFA.com, während sie die wohlverdiente Auszeichnung als Live Your Goals-Spielerin der Partie umklammerte. "Wenn ich allerdings treffe, sind es meist spektakuläre Tore."

Wer die bisherige Karriere der kreativen Mittelfeldspielerin verfolgt hat, wird diese Aussage sofort unterschreiben. Einen ersten Eindruck ihres großen Talents bekamen die Fans bereits bei der UEFA U-17-Frauen-Europameisterschaft 2011, als Lavogez mit einem beeindruckenden Freistoß aus der Distanz gegen Deutschland traf. Sieht man eine solche Aktion, fragt man sich unwillkürlich, wie viel Talent naturgegeben ist und wie viel durch harte Arbeit und Disziplin auf dem Trainingsplatz zustande kommt. Bei Lavogez spielen beide Aspekte eine Rolle.

"Ich trainiere meine Schüsse schon ziemlich intensiv und arbeite daran, dass meine Freistöße und Schüsse so gut und präzise wie möglich kommen", erläutert sie. "Aber ich gebe zu, dass ich das nicht stundenlang tue. Was Elfmeter angeht, die trainiere ich überhaupt nicht. Ich konzentriere mich einfach darauf, den Ball gut zu treffen und platziert zu schießen. So einfach ist das."
* Deutschland ist der Favorit*
"Das meiste meiner Schusstechnik kommt ganz von allein, und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist großartig, mit Toren zum Sieg des Teams beizutragen. Ich hoffe sehr, dass unser heutiger Sieg den Auftakt zu einem großartigen Turnier für mich und meine Teamkameradinnen bildet."

Angesichts der Bilanz der aktuellen französischen Spielergeneration – Gewinner der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2012 und der EM-Endrunde im vergangenen Jahr – sollte man davon ausgehen, dass hier in Kanada nur ein erneuter Titelgewinn als Erfolg gewertet wird. Doch Lavogez sieht das anders und nennt stattdessen das Team, das die Bleuettes im Halbfinale der EURO aus dem Rennen warfen, als Favorit.

"Ich halte Deutschland derzeit für das stärkste Team", so ihre Überzeugung. "Wir werden sie unter Druck setzen, hoffe ich, und wir werden unser Bestes geben, da können Sie sicher sein. Aber ich sehe uns wirklich nicht als Favorit auf den Titelgewinn."
* Eine zweite Heimat*
Im Moment konzentriert sich Lavogez ohnehin nicht auf den Pokal sondern auf das an Samstag bevorstehende Spiel gegen Neuseeland. Die Schützlinge von Trainer Gilles Eyquem bestreiten diese Partie erneut im Olympiastadion von Montreal. In der Provinz Quebec haben sie so etwas wie eine zweite Heimat gefunden.

"Wir fühlen uns hier sehr wohl. Weil Quebec französischsprachig ist, haben wir hier keinerlei Kommunikationsprobleme", erklärt sie. "Die Menschen hier sind uns gegenüber sehr freundlich, und wir fühlen uns hier in Montreal wirklich sehr wohl. Es ist sehr angenehm in dieser Stadt."

Der Gruppensieger der Gruppe D bestreitet auch sein nächstes Spiel in Montreal und auch das Finale des Turniers findet in der größten Stadt Quebecs statt. Sollte Lavogez bis dahin ihre Form aus dem Auftaktspiel halten, darf man durchaus davon ausgehen, dass die Französinnen bei der Medaillenvergabe am Ende des Turniers erneut hier dabei sein werden.

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