FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2010

13 Juli - 1 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2010

Kulig und Popp: "Unser größter Traum"

© Getty Images

Auf dem Weg zum zweiten WM-Titel nach 2004 haben Deutschlands U-20-Frauen eine beeindruckende Souveränität unter Beweis gestellt. Die stabile Defensive und die unberechenbare Offensive waren der Schlüssel zum Erfolg. Zwei Spielerinnen, die für diese Qualitäten standen: Stürmerin Alexandra Popp und Mittelfeldakteurin Kim Kulig.

Zehn Tore erzielte Popp, die damit den Goldenen Schuh von adidas für die treffsicherste Angreiferin des Turniers gewann. Doch ihre Vielseitigkeit und ihre Präsenz auf dem Platz sicherten ihr auch den Goldenen Ball von adidas für die beste Spielerin. Kulig erhielt derweil den Bronzenen Ball. Die beiden deutschen Shootingstars nahmen sich nach der Siegerzeremonie in den Katakomben des Bielefelder Stadions Zeit für ein exklusives Interview mit FIFA.com.

Kim Kulig, wenn man jetzt in Sie hineinschauen könnte, welche Gefühlswelt würde man dann vorfinden?Wir freuen uns total! Das war unser größter Traum, im Finale zu stehen, und jetzt haben wir wirklich den Titel geholt. Es macht uns einfach nur stolz, dass wir den hier in Deutschland vor ausverkauftem Haus geholt haben. Das ist auf jeden Fall einer der schönsten Tage in meinem Leben.

Alexandra Popp, ist das hier der Höhepunkt Ihrer bisherigen Karriere?
Ich bin 19 Jahre alt, heute Weltmeisterin geworden, und habe außerdem noch zwei weitere persönliche Auszeichnungen gewonnen - ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich sagen soll. Es war unser großer Traum, hier im eigenen Land den Titel zu gewinnen. Und mit dieser ganzen Kulisse, die hinter uns stand, haben wir in den letzten Spielen so souverän gespielt. Unser größter Traum ist in Erfüllung gegangen. Das ist einfach super und es hat riesigen Spaß gemacht, dieses Turnier zu spielen. Dass ich dann am Ende nicht nur den Goldenen Schuh, sondern auch noch den Goldenen Ball gewonnen habe, damit habe ich nicht gerechnet.

Kim, Sie gehören zu den erfahrensten Spielerinnen im Team, haben bereits in der A-Nationalmannschaft gespielt. Wie war es für Sie, wieder für die U-20 aufzulaufen?Es war ein tolles Erlebnis. Viele kenne ich ja schon von der U-15- und U-17-Nationalmannschaft. Es macht einfach nur Spaß, mit allen zusammen zu spielen. Wir waren einfach nur eine gute Truppe, das hat man sicher auch gesehen. Nur so haben wir es auch geschafft.

Alexandra, was ist in Ihren Augen der Hauptgrund für den WM-Sieg?Wir sind einfach als Team während der gesamten Zeit noch enger zusammengerückt. Ich erinnere mich noch, wie wir am ersten Tag alle zusammen aufgestanden sind und gefrühstückt haben. Da haben wir uns fest vorgenommen, Weltmeister zu werden. Und jetzt stehen wir hier und haben es geschafft. Jeder hat für jeden gekämpft und wir haben unsere Fehler gegenseitig wieder ausgemerzt. Dazu kommt, dass wir hinten richtig gut standen und vorne toll kombiniert haben. Und deshalb haben wir am Ende auch die meisten Tore von allen Teams geschossen.

Kim, was bedeutet dieser Erfolg für Sie im Hinblick auf die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland?Ich muss mal sehen, was im nächsten Jahr ist. Man darf sich jetzt freuen, dann geht es bald mit der Liga weiter. Man muss dort seine Leistung bringen, hart an sich arbeiten, sich verbessern, und hoffen, dann im Kader für die Frauen-WM im nächsten Jahr zu stehen.

Alexandra, den Fans ist aufgefallen, dass Ihr Eure Tore immer gemeinsam an der Außenlinie mit einer Art kollektiven Schwimmbewegung gefeiert habt. Außerdem bejubeln Sie Ihre Tore immer mit ausgestreckten Armen. Welche Geheimnisse stecken dahinter?[lacht] Nein, mit Schwimmen hat das nichts zu tun! In unserer Freizeit haben wir häufig ein Computerspiel gespielt, bei dem es um Lieder geht. Und da haben wir uns dann ein paar Choreographien angeschaut und uns diese herausgesucht, um sie gemeinsam mit allen Spielerinnen zu präsentieren. Auch mit denen, die auf der Bank sitzen, denn sie sind genauso wichtig. Und mein Jubel ist der Skorpion. Den habe ich mir mal beim deutschen Nationalspieler Marcell Jansen abgeschaut. Ich finde den Spieler einfach gut, er kommt auch - wie ich oft - über links. Deshalb habe ich den Jubel von ihm nachgemacht.

Alexandra, Sie sind ja eigentlich eine Allrounderin und haben schon in der Abwehr und im Mittelfeld gespielt. Nach den zehn Treffern bei dieser WM: Werden Sie jetzt Stürmerin bleiben?[überlegt] Da müssen Sie meine Vereinstrainerin fragen. Nein, im Ernst: Ich spiele dort, wo ich aufgestellt werde, das ist klar.

In diesem Moment kommt LOC-Präsidentin Steffi Jones um die Ecke, bleibt beim FIFA.com-Gespräch stehen und legt den Arm um Popp, um ihr zu gratulieren: "Du warst bei diesem Turnier sensationell!"

Kim, was ist denn nach dem Spiel in der Kabine los gewesen?Party! [lacht] Und heute Abend geht es auf jeden Fall weiter. Wir fahren jetzt zurück ins Hotel und dann werden wir sehen, was unsere Delegation so für uns organisiert hat.

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