FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2010

13 Juli - 1 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2010

Kolumbiens viel versprechende Zukunft

© Getty Images

Der große Traum vom Titel bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2010 platzte für die Kolumbianerinnen im Halbfinale gegen Nigeria. Das frühe Gegentor nach nur 92 Sekunden verschob das Gleichgewicht zugunsten der Afrikanerinnen, die ihren Kasten trotz des Drucks und der Entschlossenheit der Cafeteras sauber halten konnten. Die Tränen von Yorely Rincón, der Ariza-Schwestern oder von Lady Andrade, die gesperrt zusehen musste, zeigten die Enttäuschung und die Trauer der jungen kolumbianischen Spielerinnen, nachdem sie bei ihrem WM-Debüt in dieser Alterskategorie so nahe an der Sensation dran gewesen waren.

"Wir sind traurig, wir wollten ins Finale kommen und Weltmeister werden, doch leider sind die Dinge nicht gut gelaufen. Eine Unaufmerksamkeit in unserer Abwehr kam uns mit dem Gegentor teuer zu stehen. Wir hatten zwei gute Torchancen, doch wir konnten sie nicht nutzen", sagte Spielführerin Natalia Gaitán im Anschluss an die Partie.

Doch als die erste Enttäuschung verflogen war, verließen die jungen Kolumbianerinnen das Stadion in Bielefeld singend und mit erhobenem Haupt. Zu Recht, denn das Team zeigte in Deutschland 2010 nicht nur großartige Leistungen, es hat zudem in der Partie vor dem großen Finale am kommenden Sonntag gegen Korea Republik immer noch die Chance auf die Bronzemedaille. "Wir waren angetreten, um die Fahne Kolumbiens hoch zu halten und bis zum Ende zu kämpfen. Bis zu diesem Spiel haben wir eine gute Turnierleistung gezeigt. Nun müssen wir das mit dem dritten Platz gegen Südkorea bestätigen", ergänzte die Verteidigerin im Exklusivgespräch mit FIFA.com.* In Deutschland den Lohn geerntet*
Natalia erlebte den Fortschritt des kolumbianischen Frauenfussballs in den letzten Jahren aus nächster Nähe. Seit ihrer Kindheit war es ihr größter Traum, ihren Lieblingssport ausüben zu können. Sie spielte im Verein, wurde in die Auswahl von Bogotá berufen und von dort in die U-17-Nationalauswahl, mit der sie 2008 Südamerikameister wurde. In der Folge bestritt Natalia mit ihren Teamkolleginnen ihre erste FIFA Weltmeisterschaft, die U-17-WM 2008 in Neuseeland. Das nächste Ziel lautete Deutschland 2010 - und tatsächlich schafften die jungen Cafeteras bei der U-20-Südamerikameisterschaft den zweiten Platz und damit die Qualifikation.

Eine großartige Entwicklung, für die sie in Deutschland nun den Lohn ernten. "Wir sind seit drei Jahren zusammen. Wir kennen uns sowohl auf wie auch neben dem Platz sehr gut. Wir teilen viele Dinge, viele Träume. Wir sind seit jenem südamerikanischen U-17-Titel reifer geworden. Wir sind selbstbewusst und haben Vertrauen in unsere Arbeit", erklärte Natalia, die außerdem verriet, wann sie sich dessen bewusst wurden, was sie in Deutschland 2010 erreichen könnten. "In der Partie gegen Costa Rica wurde uns klar, dass wir weit kommen würden. Es war das erste Mal, dass wir bei einer U-20-Weltmeisterschaft dabei waren, und als wir nach dem Auftaktspiel praktisch für das Viertelfinale qualifiziert waren - das war großartig. Es stärkte unsere Motivation, es noch besser zu machen und über uns hinauszuwachsen."

Das Turnier mit einem Paukenschlag beenden
Drei Jahre harte Arbeit haben sich somit bereits zu diesem Zeitpunkt ausgezahlt, denn die Kolumbianerinnen spielten ein herausragendes Turnier. Ein besonders schöner Lohn wäre nun noch die Bronzemedaille. "Die Partie gegen Nigeria ist nun Vergangenheit. Jetzt müssen wir an die Südkoreanerinnen denken. Wir werden alles geben, um das letzte Spiel zu gewinnen. Wir wollen das Turnier mit einem Paukenschlag beenden", sagte die Spielführerin selbstbewusst, die nun auch in der A-Nationalmannschaft die Entwicklung des kolumbianischen Frauenfussballs weiter zu begleiten hofft.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2010

Alemania 2010: Colombia

30 Jul 2010