FIFA U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft Kanada 2002

17 August - 1 September

FIFA U-19-Frauenfussball-WM 2002

Kanada 2002: Galavorstellung der USA

© FIFA.com

Der Weltmeister:

Im hart umkämpften nordamerikanischen Finale gegen Gastgeber Kanada setzte sich die favorisierte U.S.-Mannschaft durch und erstickte damit die Hoffnungen ihres nördlichen Nachbarn und seinen 47.784 frenetisch anfeuernden Fans im Commonwealth Stadium in Edmonton. Ein phänomenales Golden Goal der amerikanischen Manschaftsführerin Lindsay Tarpley machte schließlich den Unterschied in einem offenen und packenden Finale aus. Auch wenn sich die Hoffnungen der Kanadierinnen nicht erfüllten, ließen nur wenige die Köpfe hängen, nachdem die Mannschaft mit ihrem begeisternden Fussball die Herzen der Nation erobert hatten und zu Recht viel Aufmerksamkeit auf die erstmals ausgetragene FIFA U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft lenkte.

An diesem Tag waren die U.S.-Amerikanerinnen jedoch die verdienten Sieger. Ihr organisiertes Spiel und erstaunliche Effizienz vereinten sich mit den individuellen Stärken von Spielerinnen wie Lindsay Tarpley und Heather O'Reilly. Sie präsentierten sich in einer überragenden Form und überrannten die Engländerinnen um Ellen Maggs von Arsenal (5:1), ließen den tapferen Australierinnen keine Chance (4:0) und landeten einen Kantersieg gegen die glücklosen Taiwanesinnen (6:0). Angesichts dieses Starts verwunderte es kaum, dass die U.S.-Mannschaft die Däninnen im Viertelfinale demontierten (6:0) und im Halbfinale eine starke und entschlossene deutsche Mannschaft bezwangen (4:1), um schließlich im Finale über die Gastgeberinnen zu triumphieren.

*Die Überraschungen: *
Auch wenn niemand genau vorhersagen konnte, wie sich das Turnier entwickeln würde, sorgte die erstmals ausgetragene FIFA U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft dennoch für einige Überraschungen. Die Kanadierinnen wurden von Ian Bridge trainiert, der selbst als aktiver Spieler am FIFA-Weltpokal teilgenommen hat. Auf dem Weg ins Finale ließen sie sich nicht bezwingen. Angespornt durch die Leistungen der 15-jährigen Kara Lang und Carmelina Moscato sowie die treffsichere Spitzenstürmerin Christine Sinclair brachten die Kanadierinnen die ganze Nation hinter sich und sorgten für Aufsehen. Nach dem nervösen Beginn im Eröffnungsspiel, dass sie knapp gegen die Däninnen (3:2) gewannen, sorgte Sinclair mit ihren erstaunlichen zehn Treffern in fünf Spielen für den Finaleinzug der jungen Mannschaft.

Auch Japan tat sich zunächst schwer, konnte sich aber dennoch fürs Viertelfinale qualifizieren. Die disziplinierte taktische Spielweise der Asiatinnen war hervorragend anzusehen und zog die Zuschauer bisweilen in ihren Bann. England erreichte ebenfalls das Viertelfinale und verdankte dies größtenteils der für Arsenal spielenden Stürmerin Ellen Maggs, deren Talent, Schnelligkeit und Kreativität mit großer Aufmerksamkeit beobachtet wurde.

Die Brasilianerinnen waren die eigentlichen Entertainer des Turniers und ihre Nummer 10 Marta trug mit ihrem Schwung und Selbstbewusstsein zum Erfolg der Mannschaft bei. Aber die Südamerikanerinnen konnten sich nicht gegen die Kanadierinnen durchsetzen und schieden unglücklich im Elfmeterschießen aus. Die starken und entschlossenen Deutschen stellten mit Linda Bresonik eine der herausragenden Spielerinnen des Turniers.

Spieler des Turniers:

Die treffsichere kanadische Stürmerin Christine Sinclair gewann mit deutlichem Vorsprung die Auszeichnung als Torschützenkönigin des Turniers (10 Treffer) sowie als beste Spielerin des Turniers. Ihre Größe, Schnelligkeit und ihre Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor machten sie zu einer effektiven Torfabrik der Kanadierinnen. Ihr gutes Zusammenspiel mit der eleganten Spielmacherin Carmelina Moscato im Turnier krönte sie mit atemberaubenden fünf Treffern gegen England im Viertelfinale.

Namen, die man sich merken sollte:

Kelly Wilson (USA), Lindsay Tarplay (USA), Heather O'Reilly (USA), Jill Oakes (USA), Christine Sinclair (CAN), Carmelina Moscato (CAN), Erin McLeod (CAN), Candace Chapman (CAN), Miho Fukumoto (JPN), Daiane (BRA), Daniela (BRA), Marta (BRA), Jessica Wright (ENG), Linda Bresonik (GER), Ifeanyi Chiejine (NGA), Johanna Rasmussen (DEN).

Kanada 2002 in Zahlen:

Abschlusstabelle:

  1. USA

  2. Kanada

  3. Deutschland

  4. Brasilien

Erzielte Tore:
101 (Durchschn. 3,88 pro Spiel)

Beste Offensivmannschaft:
USA, 26 Tore

Beste Torschützen:

  1. Christine Sinclair (CAN), 10 Treffer

  2. Kelly Wilson (USA), 9 Treffer

  3. Lindsay Tarpley (USA), 6 Treffer

Spielorte:
Victoria, Vancouver, Edmonton

Zuschauer:
295,133

Durchschnittliche Zuschauerzahl pro Spiel:
11,351

Interessantes am Rande:
Die USA waren die überragende Mannschaft. Die Amerikanerinnen erzielten nicht weniger als 26 Treffer in sechs Spielen bei lediglich zwei Gegentreffern.