FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Kämper lässt Frankreich verzweifeln

Wenn man die französischen Spielerinnen, und insbesondere Claire Lavorgez und Mylaine Tarrieu, am Mittwochabend nach der Spielerin gefragt hätte, die ihnen das Leben am schwersten gemacht hat und die sie vorher gerne aus der deutschen Startelf gestrichen hätten, dann wäre mit Sicherheit der Name Meike Kämper gefallen. Immer wieder bestürmten

Les Bleuettes* das gegnerische Gehäuse und scheiterten an der überragend agierenden Keeperin im Dress des DFB, die ihrer Mannschaft mit Glanzparaden den Weg ins Finale ebnete.

"Meine Mitspielerinnen haben sich mit mir gefreut, aber als erstes haben wir uns als Team gefreut, dass wir jetzt im Finale sind. Darauf haben wir hingearbeitet. Ich freue mich natürlich auch, dass sie meine Leistung honorieren, aber die anderen haben auch überragend gespielt“, freute sich eine strahlende Kämper in den Katakomben des Olympic Stadiums in Montreal.

"Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben früh das 1:0 gemacht. Dann sind wir irgendwie ins Schwimmen gekommen und haben - warum auch immer - das Spiel ein bisschen aus der Hand gegeben und durch einen Standard kurz vor der Pause das 1:1 kassiert“, beschrieb sie im Anschluss gegenüberFIFA.com, wie sie die Partie von ihrer Position aus wahrgenommen hatte.

Vorne darf der Ball zappeln...
"Die zweite Halbzeit war sehr schwierig. Die Französinnen haben sehr viel Druck gemacht und wir durch Glück, ebenfalls nach einem Standard, das 2:1. Von hinten ist das alles noch viel schlimmer, weil man nach vorne nicht eingreifen kann. Dann ist man einfach froh, wenn der Ball vorne im Netz liegt.“

Vor allem, wenn der Ball nicht im eigenen Kasten landet. Dafür hat die 1,71 Meter große Torhüterin, die 2012 in Japan noch auf der Ersatzbank saß, mit Bravour gesorgt. Auch wenn sie dabei mehr zu tun bekam, als ihr lieb war.

"Wenn man viel zu tun hat, ist man mehr im Spiel drin. Wenn man weniger zu tun hat, dann muss man die Konzentration hochhalten. Beides ist eine schwierige Form von Spiel, aber ich bevorzuge die, bei der ich weniger zu tun habe", so Kämper mit einem Lächeln auf den Lippen. "Dann steht die Mannschaft kompakt und gut. Heute haben wir auch kompakt gestanden, aber die Französinnen waren einfach so stark, dass man da nicht alles verteidigen konnte. Dann habe ich auch mal viel zu tun, und wenn es dann gut klappt..."

Partystimmung in der Kabine
Bereits im Auftaktspiel gegen die USA zeigte Kämper Glanzleistungen und reihte sich damit nahtlos in die Reihe starker deutscher Torhüter und Torhüterinnen ein. Immer wieder interpretierte sie die Partie richtig, kam aus ihrem Tor heraus, spielte lange Bälle und stand genau richtig. Ein Vorbild? Das hat Deutschlands Nummer 1 nicht wirklich, sie schaut sich aber durchaus das eine oder andere ab.

"Manuel Neuer ist schon nicht schlecht. Wie der bei der WM gespielt hat, ist schon überragend. Er hat ein sehr modernes Torwartspiel, da kann man sich sehr viel abgucken", so Kämper, die dann noch aus dem Nähkästchen plauderte und einen kleinen Einblick in die deutsche Umkleidekabine bot.

"Die Stimmung in der Kabine war sehr gelöst ... Es lief auch Musik. Jetzt genießen wir einfach den Abend, und ab morgen wird sich dann auf das Endspiel vorbereitet.“

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