FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2018

05. - 24. August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2018

Freiwillige mit viel gutem Willen

© Getty Images
  • 600 Volunteers arbeiten insgesamt in der Bretagne für das Gelingen der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2018 mit
  • 160 sind es allein in Vannes
  • Volunteers haben spezifische Aufgaben

Ohne freiwillige Helfer wäre eine Großveranstaltung wie die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2018 undenkbar. Die so genannten "Volunteers" empfangen, beraten, führen, lösen Probleme, unterstützen und helfen ... bei stets bester Laune.

Im Volunteer-Zentrum in Vannes bekommt man schnell eine Vorstellung davon, woher die gute Atmosphäre rund um das Turnier kommt. Es gibt Tischfussball und Tischtennis, Spielpläne, Tipps und Tabellen hängen aus, alles ist festlich und farbenfroh dekoriert. Neben den Fahnen der 16 teilnehmenden Mannschaften ist auch die der Bretagne präsent. Listen mit Geburtstagen hängen aus. Es wird alles dafür getan, dass sich die Volunteers wie zu Hause fühlen.

FIFA.com hat Elodie, Pierre-Yves und Alain getroffen, drei Volunteers, die mit uns über ihre Erlebnisse gesprochen haben.

Name: Élodie
Alter: 24 Jahre
Beruf: Sportlehrerin
Funktion als Volunteer: Match Organisation (MORG)
Stadt: Angers (Maine-et-Loire)
Schönste Erinnerung: Das Treffen mit buchstäblich aller Welt und die Tatsache, Mannschaften und Spielfeld ganz nah zu sein und die Weltmeisterschaft von innen zu erleben.

Name: Pierre-Yves
Alter: 64 Jahre
Beruf: Rentner (ehemaliger Sportlehrer)
Funktion als Volunteer: Springer
Stadt: Carnac (Morbihan)
Schönste Erinnerung: Das Engagement der Volunteers. Bei jedem Spiel gibt es eine regelrechte Begeisterung, die dafür sorgt, dass alles reibungslos läuft. Alles ist von diesem Engagement durchdrungen.

Das Erste, was einem buchstäblich ins Auge springt, wenn man den drei Volunteers gegenüber sitzt, ist ihre Begeisterung. Sie sind glücklich, an diesem außergewöhnlichen Abenteuer teilzuhaben. Stolz, ihr Engagement zu zeigen. "Anfangs war es nur eine Art Ergänzung zu meinem beruflichen Alltag. Dann wurde mir so langsam bewusst, dass es ja auch eine bekannte Veranstaltung ist, mit einer gewissen medialen Reichweite. Außerdem spielt der Gedanke mit, der Region zu dienen, der Stadt. Sich bei einer Veranstaltung einzubringen. Es ist eine Gelegenheit, sich nützlich zu machen", erklärt Alain. "Wir profitieren von Erlebnissen aus nächster Nähe. Das ist ein Weltereignis vor unserer Haustür. Obendrein mit Frauen. Das macht es interessant", findet Élodie.

Für Pierre-Yves wiederum kommen vor allem zwei Dinge zusammen: "Mir ist wichtig, dass ich eine Region repräsentiere, meinen Teil zum Erfolg beitrage. Und dann, dass es ein Ereignis wie dieses ist, im Frauensport, bei der U-20. Dieser Frauensport muss honoriert, gewürdigt, aufgewertet werden. Besonders bei den Jüngeren."

In Vannes sind es 160 Volunteers, die in den verschiedensten Aufgabenbereichen arbeiten. Élodie hatte dabei das Glück, von vornherein in dem Bereich zu landen, der ihr vorschwebte. Ich bin in der Organisation der Spiele tätig. Unsere Aufgabe ist es, uns um alles rund um die Kabinen zu kümmern, die Mannschaften zu empfangen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen. Außerdem helfen wir den Ärzten der FIFA bei den Dopingkontrollen. Dazu gehen wir auf die jeweilige Spielerin zu, sprechen sie an und informieren sie, dass sie für die Kontrolle ausgewählt wurde. Anschließend begleiten wir sie in den *Doping Room, *wo dann alles seinen vorgeschriebenen Gang geht."

Alains Rolle ist eine ganz andere als die von Élodie: "Ich bin bei ITC. Wir stellen die Technik zur Verfügung, damit Fotografen und Journalisten alles haben, was sie benötigen. Wir sind so etwas wie das Bindeglied zwischen Nutzer und Serviceanbieter."

Mitstreiter Pierre-Yves gehört zu den berühmten "Springern". Das sind Volunteers mit unterschiedlichen Aufgaben, die sich bisweilen von Tag zu Tag ändern. "Ich war beim Kartenverkauf, ich war Platzanweiser und einmal habe ich auch das Maskottchen begleitet. Das bringt es immerhin mit sich, dass man sich auch schon mal umdrehen und ein bisschen von den Spielen sehen kann. Wir gehen wir überall hin, wo wir hingehen sollen. Die Stimmung ist gut. Wir sind keine Kollegen, sondern Freunde. Und letzten Endes kommt man so mit allem mal in Berührung."

Nur ungern denken die drei Volunteers an das Ende des Turniers, nachdem sie den ganzen August quasi in ihrer speziellen Blase verbracht haben. "Es könnte gern noch etwas länger dauern, aber in ein paar Tagen fällt nun mal die letzte Klappe. Die Zeit danach müssen wir wohl erst mal verdauen", gesteht Alain. "Das wird wie der Morgen nach einer großen Party", vermutet auch Pierre-Yves.

So oder so aber werden die Volunteers auch dieser U-20-Frauen-Weltmeisterschaft ihren Stempel aufgedrückt haben. "Wenn wir abends ausgehen, werden wir auf der Straße erkannt. Das ist der schönste Lohn: wiedererkannt zu werden und Dank zu erfahren für die Arbeit, die man macht", schließt Élodie.

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