FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Deutschland holt den Titel, Frankreich sichert sich Platz drei

© Getty Images

DIE TAGESZUSAMMENFASSUNG –Gut Ding will Weile haben, lautet ein bekanntes Sprichwort. So war es auch am letzten Spieltag der FIFA U-20-Frauen-WM in Montreal, an dem die Fans in beiden Partien viel Geduld zeigen mussten, letztlich aber mit dramatischen Entscheidungen belohnt wurden. Im Finale fiel der entscheidende Treffer erst in der 98. Minute. Lena Petermann sicherte der deutschen Auswahl mit ihrem Tor den Sieg und damit zum dritten Mal den Titel bei einer FIFA U-20-Frauen-WM.

Keine der bisherigen WM-Kronen musste sich der deutsche Nachwuchs allerdings so schwer erarbeiten. Nachdem das Team eine wahre Hammergruppe überstanden hatte, folgten hart erkämpfte Siege gegen Gastgeber Kanada, Frankreich und nun Nigeria. Auch die Super Falconets mussten sich am Ende über ihr Pech und zahlreiche vergebene Chancen ärgern und zogen angesichts des unbändigen Siegeswillens der Deutschen den Kürzeren. Dennoch haben die Afrikanerinnen einen herausragenden Beitrag zum Finale und auch zum Turnier als Ganzem geleistet. Mit Asisat Oshoala, die den Goldenen Ball und den Goldenen Schuh von adidas gewann, haben sie zudem einen wahren Rohdiamanten entdeckt.

Die Französinnen schlossen ihren starken Auftritt mit einem 3:2-Sieg gegen die DVR Korea ab und sicherten sich damit Platz drei. Auch in dieser Partie mussten sich die Fans lange gedulden, denn alle Treffer fielen erst im zweiten Durchgang. FIFA.com fasst den letzten Spieltag von Kanada 2014 zusammen.

Die Ergebnisse*Finale
*Nigeria – Deutschland 0:1 (n.V.)
*Spiel um Platz drei
*Korea DVR – Frankreich 2:3

Das Tor des TagesKorea DVR – Frankreich 1:2, Aminata Diallo (66.)
Als Claire Lavogez einen Pass hinaus auf den rechten Flügel zu Aminata Diallo spielte, schien für die Frankreichs Nummer sechs eine Flanke die einzige Option zu sein. Doch Diallo hatte gesehen, dass die Torhüterin der DVR Korea etwas zu weit vor der Linie stand und entschloss sich, es mit einem Direktschuss zu versuchen. Ihr sehenswerter Schuss aus knapp 30 Metern flog über die erschrockene Kim Chol-Ok hinweg an die Unterkante der Latte und sprang von dort noch einmal auf und dann ins Netz.

Besondere Momente*Eine Heldin der Verlängerung
*Mit der Rückkehr der FIFA U-20-Frauen-WM nach Kanada schloss sich ein Kreis. Erinnerungen wurden wach an das dramatische Ende der ersten Turnierauflage im Jahr 2002, als das ebenfalls sehr eng Finale durch ein einziges Tor in der Verlängerung entschieden wurde. In den zwölf Jahren seitdem war die Entscheidung in keinem weiteren FIFA-Frauen-Wettbewerb auf diese Weise gefallen. Doch nun war es Lena Petermann, die in die Rolle der späten Heldin schlüpfte und damit in die Fußstapfen der U.S.-Amerikanerin Lindsay Tarpley trat, die 2002 für die Entscheidung gesorgt hatte.

*Aller guten Dinge sind drei
*Deutschland stand zum dritten Mal in Folge im Finale der FIFA U-20-Frauen-WM, feierte am Ende den dritten Titelgewinn und stellte damit den Rekord der USA ein. Doch die drei ist für die Deutschen noch aus einem weiteren Grund eine Glückszahl:  Denn dies war bereits der dritte große Titel innerhalb weniger Monate, nach dem Gewinn der UEFA U-19-Europameisterschaft und natürlich der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™.

Gelungene Aufgabenteilung
*Frankreichs offensive Mittelfeldspielerin Claire Lavogez war einer der großen Stars des Turniers. Das Toreschießen indes erfolgte bei den Französinnen als echte Mannschaftsleistung. Aissatou Tounkara, die beim 3:2-Sieg gegen die DVR Korea mit einem Heber den Siegtreffer erzielte, war insgesamt die neunte Torschützin der *Bleuettes
. Einzig Nigeria und die DVR Korea, für die jeweils sechs Spielerinnen trafen, hatten zumindest annähernd ähnlich viele Torschützinnen in ihren Reihen. Die Schützlinge von Trainer Gilles Eyquem verpassten den Turnierrekord nur knapp. Der Rekord stammt aus dem Jahr 2006, als die DVR Korea in Russland mit insgesamt zehn Torschützinnen den Titel gewann.

*Pauline Bremer, die Kämpfernatur
*Pauline Bremer hatte sich im Olympiastadion von Montreal bereits 98 Minuten lang die Lunge aus dem Leib gerannt. Da hätte man ihr durchaus nachsehen können, wenn sie die nigerianische Abwehrspielerin Gladys Obasi bei einem Klärungsversuch nicht in Richtung Eckfahne verfolgt hätte. Doch die deutsche Angreiferin biss die Zähne zusammen und mobilisierte nochmals neue Reserven. Diese Hartnäckigkeit zahlte sich aus, denn Bremer konnte Obasi den Ball abjagen und spielte dann von der Grundlinie aus den entscheidenden Pass zum Siegtor durch Petermann.

*Die Zahl des Tages *0 – Während des gesamten Turniers wurde keine einzige Rote Karte gezeigt. Damit war Kanada 2014 das erste FIFA Frauen-Turnier in allen Altersklassen, das ohne Feldverweis zu Ende ging. Bei FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaften hatte es bisher stets mindestens zwei Rote Karten gegeben. Bei der letzten Turnierauflage waren es sogar vier gewesen.

Das Zitat des Tages"Über diese Niederlage müssen sich meine Mädchen sehr ärgern. Wir hatten angesichts unserer Chancen in der ersten Halbzeit eine großartige Gelegenheit, die WM zu gewinnen, aber wir haben diese Gelegenheit nicht genutzt."
Peter Dedevbo (Trainer, Nigeria)

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