FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Blatter: "Kanada ist bereit, um die Welt zu empfangen"

FIFA President Joseph S. Blatter faces the media
© Getty Images

Am Tag vor dem Beginn der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014 wurde an diesem 4. August in Toronto eine Pressekonferenz abgehalten. Zu den Anwesenden zählten FIFA Präsident Blatter, David Chung, Vorsitzender des Organisationskomitees der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und Vizepräsident der FIFA, Lydia Nsekera, stellvertretende Vorsitzende des Organisationskomitees der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, Victor Montagliani, Vorsitzender des Nationalen Organisationskomitees und Präsident des kanadischen Fussballverbands (CSA), und Peter Montopoli, Geschäftsführer des Organisationskomitees der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015.

Gesprächsthemen waren natürlich die bevorstehende U-20-Frauen-Weltmeisterschaft, aber auch die Entwicklung des Frauenfussballs sowie die mögliche Bewerbung Kanadas für die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026. FIFA.com präsentiert die wichtigsten Auszüge.

FIFA Präsident BlatterÜber die Organisation der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft
Kanada ist ab heute und noch das ganze kommende Jahr, wenn die FIFA erstmalig die Frauen-Weltmeisterschaft mit 24 Mannschaften organisiert, der Mittelpunkt des Frauenfussballs. Dieser Wettbewerb ist kein Test oder eine Generalprobe, kann aber als Zeichen dafür dienen, dass Kanada bereit ist, 24 Mannschaften zu empfangen anstatt der 16, wie es bisher der Fall war.

*Über den Zugang der Frauen zum Fussball
*Wir wünschen uns, dass Alle wirklich Zugang zum Spiel haben. Und wir werden 2016 die FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft im Herzen der arabischen Welt in Jordanien organisieren. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Beispiel, dort zu spielen, den Frauen in jener Weltregion die gleichen Rechte bezüglich des Fussballs geben wird, welche die Männer bereits genießen. Dies kann ihre Bürgerrechte stärken, denn es gibt Länder, in denen die Frauen noch immer nicht die gleichen Rechte wie die Männer haben.

In den 100 Jahren des Bestehens der FIFA konnten wir 2013 erstmals eine Frau ins Exekutivkomitee wählen, Lydia Nsekera. Der Fussball ist ein Macho-Spiel, und es ist nach wie vor schwer, Frauen in die Führungsinstanzen zu integrieren. Doch heute haben wir ein vollständiges Mitglied und zwei hinzugewählte Mitglieder im Exekutivkomitee, die Frauen sind. Ich bin ein großer Verfechter des Frauenfussballs. Man hat mich beim Kongress 1986 kritisiert, als wir noch keinen internationalen Frauenwettbewerb hatten. Dann gab es 1991 die erste Frauen-Weltmeisterschaft, und heute haben wir eine Frauen-WM mit 24 Mannschaften, eine U-17-Frauen-Weltmeisterschaft, eine U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und seit 1996 das Olympische Fussballturnier der Frauen. Doch es ist immer noch nicht leicht für die Damen, Positionen innerhalb der FIFA zu bekleiden. Eines Tages wird eine Frau die Präsidentschaft der FIFA übernehmen. Und dann wird sich dies ändern.

*Zur Möglichkeit der Austragung einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Kanada
*Kanada hat die Gelegenheit, der ganzen Welt zu zeigen, wie sehr es ein guter Organisator von FIFA-Wettbewerben sein kann. Nach der U-20-WM, dem U-19- und dem U-20-Frauen-Turnier mit jeweils 16 Teams kommt im nächsten Jahr die Frauen-WM mit 24 Teams. Dank des Systems der Rotation der Kontinente werden wir nun Europa und Asien haben und können anschließend nach Afrika oder Amerika zurückkehren, besonders nach Nordamerika. Sie hatten den Mut, sich um die Austragung der Frauen-Weltmeisterschaft mit 24 Teams zu bewerben. Es wird das erste Mal sein. Und ich bin mir sicher, dass Sie es gut machen werden und die Bevölkerung positiv reagieren wird.

*Über die Kunstrasenplätze, die in drei der vier Spielorte verwendet werden
*Es gab eine Zeit, in der es ein Alptraum war, auf einem Kunstrasenplatz zu spielen. Er hatte keine gute Qualität und war ein einfacher Teppich. Doch heute hat sich die Qualität stark verbessert. Der Kunstrasenplatz ist die Zukunft. Überall auf der Welt, wo Fussball gespielt wird, gibt es immer weniger Platz für Trainingsplätze und offizielle Spielfelder. Und angesichts der klimatischen Veränderungen und der vielen Regenfälle ist es in bestimmten Ländern praktisch unmöglich, mehr als eine Partie pro Woche auf einem Naturrasenplatz zu spielen. Junge Menschen auf der ganzen Welt sind inzwischen daran gewöhnt, auf dieser Oberfläche zu spielen. 2007 in Kanada haben wir auf unterschiedlichen Belägen gespielt, auf Naturrasen und Kunstrasen. Es gab weder mehr noch weniger Verletzungen auf dem einen oder anderen Belag, doch auf den Kunstrasenplätzen wurden mehr Tore erzielt. Es ist leichter, insbesondere bezüglich der Spielpräzision, auf einem guten Kunstrasenplatz als auf einem schlechten Naturrasenplatz zu spielen. In den überdachten Stadien, wie in der ArenA Amsterdam, muss der Rasen drei Mal pro Jahr ausgetauscht werden, da er sonst unbespielbar wird. Eines Tages werden sich die Menschen fragen: "Warum den Rasen drei Mal pro Jahr ersetzen, wenn wir das ganze Jahr auf demselben Belag spielen können?" Wie für alle neuen Dinge braucht es einfach ein wenig Zeit, um ihn einzuführen.

Victor Montagliani
*Über die Organisation der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft
*Es ist eine Ehre und ein Privileg, diesen prestigeträchtigen Wettbewerb auszutragen. Diese Weltmeisterschaft wird das Schaufenster für die Zukunft des Frauenfussballs sein. Gleichzeitig ist es die Einleitung für das großartige Ereignis im kommenden Jahr, die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015. Die meisten Menschen wissen, dass unsere Glaubwürdigkeit bei der Organisation von FIFA-Turnieren in der Vergangenheit sehr hoch war. 2007 bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft oder 2002 bei der ersten U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft. Das Land war so begeistert, dass fast 48.000 Zuschauer zum Finale strömten. Es war das Sprungbrett für viele Spielerinnen unserer aktuellen Nationalmannschaft wie Christine Sinclair, Erin McLeod oder Diana Matheson, aber auch für Marta. Es ist eine erneute Gelegenheit für Kanada, die kommenden Stars des Frauenfussballs zu präsentieren.

*Über das Vorhandensein von Frauen in Führungspositionen
*Das ist ein Problem, das in Kanada wahrscheinlich weniger groß ist als in vielen anderen Ländern. Der einzigartige Charakter unseres Fussballs besteht darin, dass der Frauenfussball den Männerfussball transzendiert. Die Mehrheit der Menschen kennt eher Christine Sinclair als irgendeinen anderen Spieler, einschließlich der männlichen Spieler von Toronto FC, Impact Montréal oder der Vancouver Whitecaps. Ich bin mir nicht sicher, dass man sagen kann, die Frauen seien im Fussball unseres Landes unterrepräsentiert. Selbst im administrativen Bereich und im Bereich der Führungskräfte ist die Situation vertretbar. Am ehesten muss es im Trainerwesen noch Verbesserungen geben. Das können andere Länder über den Frauenfussball, der die Geschlechtergrenzen überschreitet, von uns lernen.

Lydia NsekeraÜber die Entwicklung des Frauenfussballs
Jede Weltmeisterschaft bietet die Gelegenheit, einer großen Zahl von Menschen die Entwicklung des Spiels zu zeigen. Doch das Fussballfest, das uns erwartet, und das Spitzenniveau dürfen uns nicht vergessen lassen, dass es viele junge Mädchen und Frauen auf der Welt gibt, die den Fussball noch immer nicht praktizieren können. Und dass wir unsere Bemühungen für die Entwicklung des Frauenfussballs fortsetzen müssen. Ich hoffe, dass diese Auflage zahlreiche junge Mädchen auf der ganzen Welt dazu inspiriert, Fussball zu spielen. Und dass sie die Frauen und ehemaligen Spielerinnen dafür begeistert, sich als Trainerinnen auszubilden, in der Verwaltung zu arbeiten oder - warum nicht - die zukünftigen Führungskräfte der nationalen Verbände zu werden.

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