Gastgeber Deutschland ist auf beeindruckende Weise ins Halbfinale der FIFA U-20-Frauen-WM 2010 gestürmt. Der Champion von 2004 bezwang an diesem Samstag in Bochum das als Titel-Mitfavorit gehandelte Ensemble aus der DVR Korea mit 2:0. Vor 16.946 Zuschauern sorgten Alexandra Popp und Sylvia Arnold mit ihren Treffern dafür, dass man nun am kommenden Donnerstag - abermals in Bochum - auf Mexiko oder die Republik Korea um den Einzug ins Endspiel kämpft.

Beide Teams ließen in den ersten Minuten keine Zweifel aufkommen, hier mit offensivem und kampfbetontem Fussball zum Erfolg kommen zu wollen. Da sich das Team von Maren Meinert mit präziserem Passspiel präsentierte, gewannen die Gastgeberinnen jedoch schnell die Oberhand. Vor allem Torjägerin Alexandra Popp hätte schon früh für die Führung sorgen können, ihre Schussversuche verpassten das gegnerische Gehäuse jedoch knapp oder fanden in der nordkoreanischen Torfrau Hong Myong-Hui ihren Meister.

Nach einer ersten deutschen Drangperiode kamen die Ostasiatinnen besser ins Spiel, ohne sich jedoch gefährliche Torraumszenen zu erarbeiten. Hyon Un-Hui und Jon Myong-Hwa versuchten ihr Glück deshalb nach rund einer halben Stunde mit Distanzschüssen, die jeweils nur knapp über die Querlatte flogen. Deutschland merkte, dass es wieder einen Gang höher schalten muss, und tat es.

Erst scheiterte Dzsenifer Marozsan nach feiner Einzelaktion mit einem Schuss aus leicht spitzem Winkel an Torfrau Hong, doch dann kannte zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff der Jubel im Bochumer Rund keine Grenzen mehr, als die nordkoreanische Abwehr eine Freistoß-Hereingabe von Marozsan unterschätze und Popp am schnellsten schaltete, um das Leder mit links per Direktabnahme aus elf Metern zur 1:0-Pausenführung in die Maschen zu hämmern. Es war bereits der siebte Turniertreffer für die Angreiferin des FCR Duisburg.

Das Meinert-Ensemble begann nach dem Seitenwechsel dort, wo es vor der Pause aufgehört hatte. In der 49. Minute hätte die stark aufspielende Marozsan auf 2:0 erhöhen müssen, als sie infolge eines Fehlers von Hyon Un-Hui alleine vor der gegnerischen Torfrau auftauchte, doch Hong konnte die Eins-gegen-Eins-Situation für sich entscheiden. Als vier Minuten später Nordkoreas Keilstürmerin Choe Mi-Gyong infolge eines Foulspiels mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde, waren Deutschlands Weichen endgültig auf Sieg gestellt.

Spielführerin Marina Hegering traf kurz darauf mit einem Fernschuss zwar nur das Aluminium, und auch Popp schoss das Leder aus kurzer Distanz nur knapp am Tor vorbei, doch in der 69. Minute fiel praktisch die Entscheidung: Kim Kulig passte auf die mit dem Rücken zum gegnerischen Gehäuse stehende Popp, die über ihre eigene Schulter hinweg Sylvia Arnold in Szene setzte, und die linke Flügelspielerin traf aus vollem Lauf zum 2:0-Endstand. Wenig später traf Svenja Huth mit einem Kopfball zudem die Oberlatte und hätte fast noch den dritten Treffer des WM-Gastgebers erzielt.