Deutschland hat sich mit seinem dritten Sieg im dritten Spiel den ersten Platz der Gruppe A gesichert. An diesem Dienstag bezwang der Gastgeber der FIFA U-20-Frauen-WM 2010 in Augsburg Frankreich mit 4:1 und trifft damit nun in der Runde der letzten Acht am kommenden Samstag in Bochum auf den Zweitplatzierten der Staffel B. Unterdessen müssen die Bleuettes die Heimreise antreten, da sich Kolumbien aufgrund des besseren Torverhältnisses das zweite Viertelfinal-Ticket sichern konnte.

Die Deutschen suchten erwartungsgemäß von Beginn an ihr Heil in der Offensive. Vor allem über Dzsenifer Marozsan und Svenja Huth wurde eine gefährliche Torraumszene nach der anderen kreiert. Bereits nach acht Minuten war das Ensemble von Maren Meinert der Führung ganz nahe, als Marina Hegering infolge eines Fouls von Audrey Fevrier an Huth im französischen Strafraum mit einem Elfmeter nur den Pfosten traf. Doch 120 Sekunden später machte es Alexandra Popp besser, als sie bei einem Strafraum-Wirrwarr nach einem Eckball am schnellsten reagierte und das Leder aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Torlinie bugsierte.

Die Bleuettes hätten nun reagieren müssen, taten dies aber nicht. Stattdessen waren es die Deutschen, die weiter munter angriffen und vor allem durch Popp zu weiteren Einschussmöglichkeiten kamen. Nach 35 Minuten war es dann soweit: Die Stürmerin vom FCR Duisburg wurde mustergültig mit einem Traumpass von Verteidigerin Marith Priessen in Szene gesetzt und überlupfte die heraus eilende Torfrau Frankreichs, Laetitia Philippe, um zu erhöhen.

Nach dem Seitenwechsel brachte der französische Coach Jean-Michel Degrange die beiden Offensivakteurinnen Marina Makanza und Pauline Crammer, was sich sofort auszahlen sollte. In der 48. Minute setzte sich Makanza auf der rechten Seite durch und setzte Crammer in Szene, die aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer einschoss. Die Meinert-Truppe hatte aber die perfekte Antwort parat: Nach exakt einer Stunde Spielzeit schloss abermals Popp einen Konter mit dem 3:1 ab, um ihr Torkonto auf sechs Turniertreffer hochzuschrauben.

In der Folge verhinderte Philippe mehrfach reflexartig eine noch höhere deutsche Führung, doch in der 72. Minute war Frankreichs Keeperin machtlos, als Marozsan einen Querpass der eingewechselten Kim Kulig eiskalt zum 4:1-Endstand nutzte. Zehn Minuten vor dem Abpfiff traf Crammer mit einem Distanzschuss noch einmal die Unterlatte, doch Schiedsrichterin Alexandra Ihringova aus England entschied, dass der Ball nicht hinter der Torlinie war.