FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2015

Zamudio: Tornetz statt sozialer Netze

© Getty Images

Wer auf dem persönlichen Twitter-Konto von Claudio Zamudio nachsieht, wird feststellen, dass der mexikanische Stürmer seit dem 18. Oktober nichts mehr gepostet hat. Es war der Tag, an dem seine Nationalelf gegen Argentinien in die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015 startete.

"Wir haben entschieden, alle Apps in unseren Mobiltelefonen und Tablets zu löschen, um das emotionale Gleichgewicht zu wahren", erklärt der Stürmer im Gespräch mit FIFA.com. "Wir wollten uns weder zu sehr begeistern, wenn die Dinge fantastisch laufen, noch runterziehen lassen, wenn es schlecht läuft. Ich denke, das hat ganz gut funktioniert."

Die Ergebnisse geben ihm Recht. Mexiko kam als Titelkandidat nach Chile und wurde den Erwartungen bisher gerecht. Zunächst holte El Tri den Gruppensieg in einer der schwersten Staffeln des Turniers, in der die Mexikaner auf Australien, Argentinien und Deutschland trafen. Im Anschluss behielten sie trotz anfänglichen Rückstands gegen den Gastgeber Chile die Oberhand, bevor sie - nicht ohne Mühe - im Viertelfinale Ecuador ausschalteten.

Die Leistung der U-17-Auswahl hat in der Heimat daher für einigen Wirbel gesorgt, doch Zamudio erreicht das Medienecho nur über seine Familie. "Wir sind natürlich auf dem Laufenden über die Reaktionen, aber es ist nicht dasselbe, als wenn wir uns ständig mit dem Thema beschäftigen. Das ist der Unterschied", sagt der Spieler mit der Nummer zehn, dem das Fernbleiben von den sozialen Netzwerken nicht schwer zu fallen scheint.

In den wichtigen Momenten zur Stelle
Unangenehmer war für ihn die Tatsache, dass er auf dem Platz nicht mehr ins Netz traf. In den ersten drei Partien gelang Zamudio kein einziges Tor. Doch das änderte sich in den K.o.-Runden, in denen er zwei entscheidende Treffer beisteuerte.

Im Achtelfinale warf er sich gleich nach der Führung der Chilenen in eine Hereingabe, um postwendend den Ausgleich zu erzielen. Das zweite Tor gegen Ecuador im Viertelfinale gelang ihm in einer Phase, in der seine Mannschaft unter Druck stand. Im Stile eines wahren Torjägers verwandelte er im Strafraum reaktionsschnell eine Kopfballvorlage.

"Das Wissen, dass ich in den wichtigen Momenten treffe, gibt mir Zuversicht. Es waren wertvolle Tore, die sich aber der Arbeit des gesamten Teams verdanken. Deshalb war ich nicht nervös, die Mannschaft hat gut gespielt. Ich wusste, dass sie fallen würden", sagt der Bewunderer von Javier Hernandez und Ronaldo. Er selbst vergleicht sich allerdings "aufgrund seiner Beweglichkeit und seiner Abschlussstärke mit beiden Füßen" eher mit Luis Suarez.

Aber Tore sind nicht das einzige, was er im Repertoire führt. Mit zwei ebenso wertvollen Assists gegen Argentinien vor dem 1:0 im Auftaktspiel beziehungsweise zum 2:1 gegen Chile machte Zamudio der Zehn auf seinem Rücken alle Ehre. "Meine Aufgabe ist das Toreschießen und das macht mir auch am meisten Spaß. Aber wenn ein Teamkamerad besser steht, denke ich nicht darüber nach. Die Mannschaft geht vor."

*Revanche für ganz Mexiko
*
Diese Einstellung wird Mexiko auch im Halbfinale benötigen, wenn es gegen Nigeria gewinnen will. Die Afrikaner sind für die meisten Beobachter die Sensation des Turniers, doch Zamudio misst dem keine größere Bedeutung bei. "Sie sind für uns wie jeder andere Gegner. Ihre Stärke liegt in ihrer Schnelligkeit, aber es würde mich interessieren, wie sie reagieren, wenn sie in Rückstand liegen. Aber auch wenn wir nicht in Führung gehen können, sind wir vorbereitet. Wir haben 90 Minuten, um daran zu arbeiten, das Spiel zu gewinnen."

Gleichwohl räumt der in Jacona geborene Spieler ein, dass es aufgrund der bisherigen Leistung der beiden Teams in Chile - aber auch aufgrund der jüngeren Geschichte - eine besondere Partie ist. In seinem Kopf spuken immer noch die schweren Niederlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten herum, als El Tri in der Gruppenphase 1:6 und im Finale 0:3 unterlag. "Ich verfolgte beide Spiele als Fan, und obwohl es nicht diese Mannschaft war, wollen wir uns trotzdem revanchieren. Wir alle sind Mexiko."

Und auch ein gewisses Kribbeln im Vorfeld des Duells in Concepcion kann Zamudio nicht abstreiten. "Natürlich spürt man das - es ist das Halbfinale einer WM! Doch wir haben dafür gearbeitet, in den wichtigen Momenten ruhig zu bleiben, und können damit umgehen. Ich glaube, dass wir das Spiel in vollen Zügen genießen werden, und erwarte ein gutes Ergebnis."

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