FIFA U-17-Weltmeisterschaft Ägypten 1997

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Ägypten 1997

26. Oktober - 17. November

Das Duell unter der Lupe

#WorldCupAtHome: Brasilien mit erfolgreicher Revanche

  • WorldCupAtHome wird mit der Partie Brasilien – Ghana fortgesetzt (Ägypten 1997)
  • Brasilien sichert sich ersten Weltmeistertitel auf U-17-Ebene
  • Zwei Jahre zuvor hatten die Brasilianer im Finale gegen Ghana verloren

Brasilien holte im Finale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Ägypten 1997 einen anfänglichen Rückstand wieder auf und gewann am Ende 2:1 gegen den amtierenden Weltmeister Ghana. Damit sicherten sich die Brasilianer den ersten Weltmeistertitel in dieser Altersklasse.

Mit einer Offensivabteilung, in der unter anderem Abel, Matuzalem, Fabio Pinto und Nachwuchsstar Ronaldinho vertreten waren, setzten die Südamerikaner sich bei einem Turnier die Krone auf, das sie von Anfang bis Ende dominierten.

Spielinfo

Brasilien – Ghana 2:1

21. September 1997
Cairo International Stadium, Kairo

Torschützen: 0:1 Owusu Afriyie (39.), 1:1 Matuzalem (63.), 2:1 Andrey (87.)

Aufstellungen:

  • Brasilien: Fabio, Andrey (88. Henrique), Fernando, Abel, Jorginho, Diogo Rincon (Geovanni 54.), Ferrugem (c), Fabio Pinto, Ronaldinho, Matuzalem (89. Rogerio), Gaviao.
  • Ghana: Osei Boateng, Abdul Razak, Awule Quaye (55. Isaac Owusu), Abdul Issah, Hamza Mohammed, Wisdom Abbey (73. Michael Coffie), Emmanuel Adjogu, Godwin Attram (c), Aziz Ansah, Daniel Quaye, Owusu Afriyie.

Hintergrund

Bis zu diesem Zeitpunkt war die FIFA U-17-Weltmeisterschaft für die Brasilianer ein unerfüllter Traum gewesen. Die U-20-WM hatten sie schon dreimal gewonnen, und so lastete ein ungeheurer Druck auf den Nachwuchstalenten. Noch spannender wurde das Ganze, als es zur Neuauflage des letzten Finales kam, bei dem Ghana sich mit 3:2 durchgesetzt hatte.

Das Team in den grün-gelben Trikots war mit einer beeindruckenden Leistung bis ins Finale vorgedrungen. Die erste Runde schlossen die Brasilianer nach deutlichen Siegen gegen Österreich (7:0), die USA (3:0) und Oman (3:1) als Tabellenführer der Gruppe C ab. In der K.-o.-Runde setzten sie sich im Viertelfinale gegen Argentinien durch (2:0) und machten den Einzug ins Finale mit einem klaren 4:0-Sieg gegen Deutschland perfekt.

Ghana zählte derweil in der noch jungen Wettbewerbsgeschichte zu den erfolgreichsten und beständigsten Teams. Die Afrikaner waren amtierender Weltmeister, hatten vier Jahre zuvor in Japan (1993) den zweiten Platz belegt und auch die Auflage von 1991 in Italien gewonnen.

In der Gruppenphase belegten Sie nach einem torlosen Remis gegen Argentinien und Siegen gegen Bahrain (5:1) und Costa Rica (2:0) den ersten Platz in Gruppe D. Im Viertelfinale setzte Ghana sich gegen Oman (4:1) und im Halbfinale gegen Spanien (2:1) durch.

Spielverlauf

Die Partie ging flott los, und Ghana drang ein ums andere Mal in den gegnerischen Strafraum vor, wo Stürmer Emmanuel Adjogu versuchte, zum Abschluss zu kommen.

Auch die Brasilianer legten die Hände keinesfalls in den Schoß und nahmen das gegnerische Tor unter Beschuss. Insbesondere bei ruhenden Bällen waren sie gefährlich. Ghanas Schlussmann musste sich nach einem Eckstoß ganz schön strecken.

Den ersten Treffer erzielte dann aber Ghana in den Schlussminuten der ersten Halbzeit. Nach einer langen Hereingabe passierte der Ball einen Angreifer und zwei Verteidiger und gelangte schließlich zum frei stehenden Owusu Afriyie.

Dieser ließ sich die Chance nicht entgehen und überwand den brasilianischen Schlussmann.

Brasilien brauchte auf dem Weg zum Titel viel Geduld.

Den Ausgleichstreffer erzielte Matuzalem, der nach einer unglücklichen Abwehraktion von Ghanas Torwart an den Ball kam und abstaubte.

Für grenzenlose Freude auf Seiten der Südamerikaner sorgte dann Andrey, als alles schon auf ein Remis hindeutete. Er wurde im Rücken der Abwehr angespielt und jagte den Ball am herausgelaufenen Schlussmann vorbei zum Siegtreffer in die Maschen. Damit hatte Brasilien den Titel in der Tasche.

Der Star

Ronaldinho erhielt zwar bei diesem Turnier keine Auszeichnungen, aber dennoch kommt man an ihm nicht vorbei. Der Brasilianer hatte schon in sehr jungen Jahren geniale Momente, die ihn später zu einem Weltstar werden ließen. Bei der U-17-WM 1997 in Ägypten trug er das Trikot mit der Rückennummer zehn und erzielte im Wettbewerbsverlauf zwei Tore.

Zitat

"Der schönste Moment des Turniers war ohne Zweifel der Augenblick, in dem wir Weltmeister geworden sind und ich die Trophäe in die Höhe recken durfte. Das war Brasilien noch nie zuvor gelungen, und es war ein unglaubliches Gefühl, das miterleben zu dürfen."
Ronaldinho im Nachhinein über diese Partie

Und danach?

Seit 1997 feierte Brasilien bei der U-17-WM einen Triumph nach dem anderen. Zwei Jahre später, 1999 in Neuseeland, verteidigte das Team den Titel. Mittlerweile ist Brasilien hinter Nigeria (5) die Mannschaft mit den zweitmeisten Titeln (4) und nach dem Gewinn der letzten Turnierauflage vor heimischem Publikum amtierender Weltmeister.

Ghanas Turnierauftritte waren nach 1997 etwas weniger aufsehenerregend. Die Afrikaner belegten 1999 den dritten Platz und 2007 in der Republik Korea den vierten.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel