FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2003

USA weiter, Korea draußen, Brasilien muss warten

DER TAG IN DER RÜCKSCHAU - Am vierten Spieltag der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003 wurden die Weichen für zwei weitere teilnehmende Teams gestellt: Die USA haben mit zwei Siegen einen Platz in der nächsten Runde sicher, während Korea sich nach zwei Niederlagen aus dem Turnier verabschieden muss. Genau wie bei den Eröffnungsspielen der Gruppen C und D konnten sich die Fussballfans in Tampere und Lahti auch diesmal wieder über einen ereignisreichen Nachmittag freuen: Am heutigen Sonntag fielen unter der nordischen Sommersonne erneut 15 Treffer - darunter ein Hattrick in nur 11 Minuten. 
Der Tag in der Rückschau - Samstag 
Auch an diesem Spieltag bewiesen die Teams vom amerikanischen Kontinent ihre Überlegenheit beim Turnier auf europäischem Boden: Die USA folgten in der Gruppe D in Lahti Argentinien ins Viertelfinale, dank eines Treffers von Freddy Adu kurz vor Schluss. Die Republik Korea muss dagegen als zweites asiatisches Team die Koffer packen: Ihr 2:0-Vorsprung gegen Spanien wurde durch einen lupenreinen Hattrick von Einwechselspieler Silva noch zunichte gemacht. Dagegen ist in Gruppe C in Tampere noch alles offen. Trotz Brasiliens 5:0-Erfolg gegen Portugal sorgte ein in der Nachspielzeit erzieltes Ausgleichstor von Ersatzspieler Sami Juaim dafür, dass der Jemen rechnerisch noch die Chance hat, Brasilien durch einen hohen Sieg im letzten Spiel abzufangen. Für Kamerun wiederum bedeutet dieses zweite 1:1-Unentschieden, dass es im letzten Spiel gegen Portugal unbedingt gewinnen muss, um noch ins Viertelfinale vorzustoßen.
Das Kräftemessen zwischen dem Portugal und dem Zweiten der Südamerikameisterschaft vor ausverkauftem Haus im Ratina-Stadion versprach ein echter Leckerbissen zu werden. Aber die hohen Erwartungen wurden enttäuscht, weil das brasilianische Team Portugal förmlich in Grund und Boden spielte und dabei eine der besten und geschlossensten Mannschaftsleistungen bot, die man in diesem oder anderen FIFA-U-17-Turnieren je gesehen hat. Fünf verschiedene Spieler trugen sich im Spielberichtsbogen als Torschützen für die junge Seleçao ein - was die mannschaftliche Stärke und Geschlossenheit dieser Elf nur unterstreicht. 
Doch niemand hatte einen größeren Anteil am Sieg als der rechte Verteidiger Leo, der den ersten Treffer erzielte, den zweiten vorbereitete und dazu eine großartige Leistung bot. Auch Stürmer Abuda tat sich hervor: Er machte sein zweites Tor in diesem Turnier, und nachdem die Portugiesen den Kampf aufgegeben hatten, bot er dem Publikum ein Feuerwerk von Tricks, Drehungen, Hackenbällen und Übersteigern, das selbst Denilson nicht gewagt hätte abzubrennen.
Dabei hätte das Match durchaus anders verlaufen können - ein Heber des Portugiesen Saleiro fiel in der Anfangsphase nicht ins brasilianische Tor, sondern prallte gegen die Unterkante der Latte, fiel auf die Torlinie und sprang von dort ins Feld zurück.
"Wir hatten in der ersten Hälfte einige Chancen, aber Brasilien war uns insgesamt weit überlegen - und nach ihrem dritten Tor war alles gelaufen. Meinen Glückwunsch zu dieser Leistung", sagte Portugals Coach Antonio Violante nach dem Spiel und unterstrich damit ein weiteres Mal, dass in Finnland nicht nur unter den Spielern großer Wert auf Fairplay gelegt wird.
"Unser Team hat eine begeisternde Leistung geboten - auch wenn ich glaube, dass das Endergebnis dem Spielverlauf nicht gerecht wird", sagte der brasilianische Trainer Paqueta nach Spielende. "Wenn Portugal seine erste Großchance genutzt hätte, hätte das Match ganz anders verlaufen können."

Brillante Brasilianer pulverisieren Portugal
Das zweite Spiel des Tages in Gruppe C hätte kaum unterschiedlicher sein können: Statt einem ruhigen, kontrollierten Spiel wie zwischen Portugal und Brasilien boten die beiden Weltmeisterschaftsneulinge Kamerun und Jemen ein Match auf Biegen und Brechen, mit hohem Tempo und häufigen Ballverlusten. Nachdem beide Mannschaften aufgrund gegnerischer Fehler zu Großchancen gekommen waren (und sie ausgelassen hatten), durchbrachen die Kameruner durch Joseph Mawaye den Teufelskreis - sein zweiter Treffer war zugleich Kameruns zweites Tor in dieser Finalrunde. Als alles danach aussah, dass die tapferen Jemeniten als Verlierer vom Platz gehen müssten, nutzte Sami Juaim einen erneuten Aussetzer der gegnerischen Verteidigung und stocherte den Ball in der Nachspielzeit über die Torlinie.
"Dieser Fehler wird uns teuer zu stehen kommen", meinte Kameruns Coach Anatole Abee nach dem Match. Wenn sich sein Team noch fürs Viertelfinale qualifizieren will, muss es nun im letzten Gruppenspiel Portugal schlagen.
Jemen: Brasilien schlagen oder heimfahren
Der zweite Spieltag in Gruppe D in Lahti begann mit dem Aufeinandertreffen von Sierra Leone und den USA. Schon im Vorfeld war von einem Kampf Freddy Adu gegen Samuel Barlay die Rede gewesen - schließlich hatten die beiden Stürmer am ersten Spieltag drei bzw. zwei Tore erzielt. Doch während dem Teenager aus Sierra Leone die ersten Minuten gehörten, war es der vierzehnjährige U.S.-Spieler, der seiner Mannschaft drei Punkte und sich selbst einen Platz in den Schlagzeilen sicherte: In der letzten Minute umspielte er, fast schon typisch eiskalt, den gegnerischen Keeper und schob den Ball zum 2:1-Sieg für die USA in die Maschen.
"Es würde mich nicht wundern, wenn Freddy im amerikanischen Aufgebot für die FIFA WM Deutschland 2006™ stehen würde", meinte U.S.-Trainer John Ellinger nach Spielende über seinen Superstürmer.
Doch Adu, der mit vier Treffern die Torschützenliste des Turniers anführt, wird im Augenblick nicht so weit voraus denken. Außerdem dürften er und sein Trainer mit großer Sorge auf die zwei gelben Karten schauen, die er sich bisher eingehandelt hat - noch eine mehr, und er muss nach den neuen Regeln entweder in den Gruppenspielen oder in der späteren K.O.-Runde ein Spiel aussetzen.
Nach nur einem Punkt aus zwei Spielen können die Neulinge aus Sierra Leone nicht mehr aus eigener Kraft weiterkommen: Sie müssen im letzten Gruppenspiel die Republik Korea schlagen und darauf hoffen, dass die USA Spanien bezwingt. Und selbst dann muss die Tordifferenz entscheiden.

Adus Treffer lässt Sierra Leone kaum noch Hoffnung
Das zweite Match in Gruppe D entwickelte sich zum Spiel des Tages - dank einer erstaunlichen persönlichen Leistung des Spaniers Silva. Der Spieler vom CF Valencia, der bisher aufgrund einer Verletzung nur zusehen konnte, entpuppte sich nach seiner Einwechslung als goldener Griff und rettete Juan Santistebans Team das Spiel und den Verbleib im Turnier. Beim Stande von 2:0 für die Republik Korea (dank eines Treffers des beeindruckenden Yang Dong Hyen und einem Eigentor von Sanchez) schlug der spanische Star in 11 Minuten drei Mal zu und sicherte damit den Europäern die dringend benötigten drei Punkte. Trotz zweier unterdurchschnittlicher Leistungen in den ersten Spielen genügt Spanien also nun ein Punkt gegen die bereits qualifizierten U.S.-Boys, um ins Viertelfinale einzuziehen.
Nach den letzten Gruppenspielen am Dienstag (Gruppe A und B) bzw. Mittwoch (Gruppe C und D) werden wir Genaues wissen ...
Joker Silva schießt Korea mit drei Treffern aus dem Wettbewerb

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