FIFA U-17-Weltmeisterschaft Brasilien 2019™

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Brasilien 2019™

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-WM 2019

Mvoué: Mehr als nur "der Sohn von..."

Steve Mvoue (Cameroon U-17)
© CAF
  • Steve Mvoué ist der Spielmacher der U-17-Auswahl Kameruns
  • Zugleich ist er der Sohn einer Legende des kamerunischen Frauenfussballs
  • Am Mikrofon von FIFA.com erzählt er von sich, seiner Mutter und dem, was ihn erwartet

Die Nachricht schlug hohe Wellen. Nachdem mit Kamerun ein prominentes Team die Teilnahme am CAF U-17-Afrikanischen Nationen-Pokal 2019 verpasst hatte, berief der Fussballverband des Landes quasi im Gegenzug einen anderen prominenten Namen ins Aufgebot für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Brasilien 2019: Etienne Eto'o, Sohn eines gewissen Samuel Eto'o. Das könnte sich als durchaus guter Schachzug erweisen, denn mit Söhnen haben sie gute Erfahrungen gemacht bei den Unzähmbaren Löwen. Steve Mvoué ist der beste Beweis.

Er ist der Sohn von Régine Mvoué, der ersten Spielführerin der kamerunischen Frauen-Nationalmannschaft, der Bruder von Stéphane Zobo, der großen Nachwuchshoffnung des FC Toulouse, und selbst inzwischen ebenfalls Spielführer der Auswahl. Steve Mvoué ist ein Aushängeschild, vielleicht sogar schon ein Star. Er hat den CAF U-17-Afrikanischen Nationen-Pokal bereits gewonnen, und mehr noch, ist dabei zum besten Spieler des Turniers gewählt worden.

Steckbrief Steve Mvoué

  • Geburtsdatum: 2.2.2002
  • Größe: 1,85 Meter
  • Position: Offensives Mittelfeld
  • Verein: AS Azur Star
  • Vorbild: Paul Pogba

"Die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers hat mir natürlich gefallen, aber wirklich wichtig war mir der Titel des Afrikameisters", sagt Mvoué junior dazu. "Die persönliche Auszeichnung verdanke ich letztlich der Mannschaft. Natürlich bin ich stolz darauf. Aber ich weiß auch, dass noch ein langer Weg mit viel harter Arbeit vor mir liegt, um ein großer Spieler zu werden."

Der Junge ist nicht nur talentiert, er ist auch bescheiden. Das wurde ihm von zu Hause mitgegeben. Seine Mutter Régine ist eine Legende des kamerunischen Frauenfussballs und weiß wie keine Zweite, dass der Weg an die Spitze lang und steinig ist. Sohn Steve macht keinen Hehl daraus, dass sie für seine Karriere eine herausragende Rolle spielt. Und auch nicht daraus, dass er noch bei ihr wohnt. "Sie ist mein Vorbild und der Grund, warum ich überhaupt Fussball spiele", sagt er. "Ich trainiere noch immer jeden Tag mit ihr."

Nach den brillanten Vorstellungen während der U-17-Afrikameisterschaft hatte Mvoué gleich mehrere Angebote europäischer Vereine. Aber im Augenblick ist es kein Thema, diesen Verlockungen nachzugeben. Auch die großen Klubs aus Kamerun bemühen sich vergeblich. Steve will noch bei AS Azur Star in Yaoundé bleiben. Diesen Ausbildungsverein hat seine Mutter vor einigen Jahren gegründet.

Dennoch gibt es natürliche eine Mannschaft, mit der er offen liebäugelt: Kameruns A-Nationalteam. Nach dem Erfolg beim CAF U-17-Afrikanischen Nationen-Pokal berief Nationaltrainer Clarence Seedorf das Riesentalent im Mai 2019. Mvoué wurde damit zum ersten 17-jährigen kamerunischen Nationalspieler seit einem gewissen Samuel Eto'o.

Eine große Familie

"Ich bin dort sehr gut aufgenommen worden. Natürlich kannte ich Zambo Anguissa, Ambroise Oyongo, Jack Zoua und André Onana schon, was mir die Integration erleichtert hat. Aber auch die anderen waren sehr nett", berichtet Mvoué. Das überrascht nicht, sind die Unzähmbaren Löwen doch eine große Familie. In der Vergangenheit gab es in Kameruns Nationalmannschaft schon André-Kana, François-Oman und Jean-Armel Biyick, Joel und Marvin Matip, Rigobert und Alex Song. Und nun gibt es auch die Mvoués.

Bevor er jedoch das Trikot der A-Nationalmannschaft überstreifen kann, darf Steve anlässlich der Weltmeisterschaft in Brasilien 2019 noch einmal für die U-17 auflaufen. Darauf freut er sich schon. "Es macht mir sehr viel Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen", sagt er. "Wir sind Kämpfer. Wir geben niemals auf. Aber das ist auch das Mindeste, wenn man bei einem Turnier wie der U-17-Weltmeisterschaft Erfolg haben will." Ja, Talent benötigt man auch. Aber mit Mvoué mangelt es Kamerun daran ja nie.

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