FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2005

Mexiko und Brasilien träumen vom Titel

Die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005 endet am heutigen Abend in Lima mit dem Finale zwischen den beiden besten Mannschaften des Turniers, Mexiko und Brasilien. Das große Duell, das um 18.00 Uhr Ortszeit (01.00 Uhr MESZ) im Nationalstadion von Lima steigen wird, verspricht ein heißer Kampf zwischen einem Neuling auf diesem Niveau und der beherrschenden Macht in dieser Sportart zu werden.

Während die Erfolge der beiden Mannschaften in der Vergangenheit sehr unterschiedlich waren, sieht ihre Bilanz im laufenden Turnier von Peru bislang sehr ähnlich aus. So haben sie jeweils ein Spiel verloren, mussten in mindestens einer Partie in die Verlängerung und träumen beide vom Titel. Für die Südamerikaner wäre es bereits der vierte Triumph in dieser Altersklasse. Die Mannschaft von Jesús Ramírez dagegen könnte zum ersten Team in der Geschichte Mexikos werden, das ein FIFA-WM-Turnier gewinnt.

"Seit wir mit unserer Arbeit angefangen haben, sagen wir uns, dass wir nicht nach Peru fahren würden, um bloß sehen, was sich ergeben wird. Das wäre schlimm gewesen", erklärte der mexikanische Trainer gegenüber FIFA.com. "Wir sind mit der Überzeugung angereist, siegen zu können, weiter zu kommen und Tag für Tag auf unser Ziel des WM-Titels hinzuarbeiten. An dieser Überzeugung hat sich nichts geändert, und jetzt sind wir nur noch einen Schritt davon entfernt. Wir müssen nur noch dieses Spiel gewinnen", endete er.

Natürlich wird das nicht leicht werden, da man einer Mannschaft gegenüber steht, die fünf der letzten sechs WM-Endspiele in der Geschichte dieses Turniers bestritten hat. "Natürlich hat Brasilien eine große Mannschaft. Wir spielen jedoch nicht gegen deren Geschichte, sondern gegen eine Mannschaft, die auf ähnlichem Niveau wie wir ist. Wir stehen ihnen in nichts nach", erklärte der Stratege, dessen Aussage sich mit den Worten von César Villaluz deckt, dem Helden des Halbfinales gegen die Niederlande: "Alles, was Brasilien in der Vergangenheit in dieser Altersklasse erreicht hat, ist doch jetzt bedeutungslos. Wir spielen gegen eine gute Mannschaft, aber auf dem Platz stehen wir uns auf Augenhöhe gegenüber." Man muss ihnen glauben, denn schließlich haben im einzigen Finale eines FIFA-Turniers, in dem sich Mexikaner und Brasilianer bislang gegenüber standen, die Mexikaner die Oberhand behalten. Das war 1999 beim FIFA Konföderationen-Pokal.

Was die Aufstellung der Mexikaner angeht, so werden keine Änderungen gegenüber der Elf erwartet, die sich gegen die Niederlande durchsetzte. Aus diesem Grund wird Giovani Dos Santos, dessen Vater Brasilianer ist, auch dabei sein. "Für mich ist es nichts Besonderes, gegen Brasilien zu spielen, weil ich in Mexiko geboren wurde und mich zu einhundert Prozent als Mexikaner fühle. Aber ein Finale gegen so eine Mannschaft ist immer eine tolle Herausforderung", erklärt der Spieler des FC Barcelona. Vela seinerseits erwartet ein besonderes Duell mit Igor und Ramón um den Titel des Torschützenkönigs im Turnier. "Das habe ich mir vorgenommen, als wir von Cancún abgereist sind, und das kann ich jetzt am Sonntag erreichen", erklärt er. Brasilien, ein alter Bekannter

Seitens der Brasilianer möchte Coach Nelson Rodrigues den Triumph seines Vorgängers Marcos Paquetá von Finnland 2003 wiederholen. Obwohl man die erste Partie gegen Gambia verloren hat, gelang es der Mannschaft anschließend, sich Spiel um Spiel zu steigern. "Wir wussten, dass es ein schwieriges Turnier für uns werden würde, da wir die härteste Gruppe erwischt hatten. Wir haben uns jedoch durchgesetzt und sind dem Titel immer näher gekommen", erläutert der Trainer, der aufgrund von Verletzungen seiner Spieler immer wieder Rückschläge hinnehmen musste: "Wir haben bereits vor dem Turnier einige Spieler verloren, und dann auch hier in Peru. Wir hatten große Schwierigkeiten zu überwinden, weswegen jedes Spiel eine neue Herausforderung für uns war ", erklärt er.

Die Mexikaner mit ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit stellen eine hohe Hürde für die Brasilianer dar. Für Rodrigues ist dies keine Überraschung: "Mexiko hat gezeigt, dass es eine sehr starke Mannschaft hat, nicht nur spieltechnisch, sondern auch in taktischer Hinsicht. Sie spielen mit zwei Viererreihen und sind vorne mit zwei Spitzen enorm gefährlich. Das gilt vor allem für Giovani Dos Santos. Es wird zweifellos das bisher schwerste Spiel in diesem Turnier für uns."

Wer also glaubt, dass der Weltmeister das erneute Finale auf die leichte Schulter nimmt, sieht sich getäuscht. Nach dem Morgentraining am Samstag zogen sich die Spieler in ihr Hotel zurück und verweigerten der Presse den Zutritt. Dabei wird es bis zum Ende des Spiels bleiben.

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