FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011

Mexiko schwebt auf Wolke sieben

© Getty Images

Seit das Aztekenstadion als Austragungsort des Finales der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011 bekannt gegeben wurde, hofften neutrale und einheimische Fans gleichermaßen, dass die Heimmannschaft ins Finale einziehen würde. Am Ende schaffte die Mannschaft von Raul Gutierrez nicht nur den Einzug ins Finale im legendären Fussballtempel, sondern setzte sich auch noch mit 2:0 gegen Uruguay durch beendete das Turnier mit der perfekten Ausbeute von sieben Siegen aus sieben Spielen. Vor fast 100.000 Zuschauern, einer absoluten Rekordkulisse bei einem U-17-Turnier, konnten die Mexikaner die Trophäe in die Höhe recken.

Die mexikanische Mannschaft machte in allen Mannschaftsteilen einen ausgesprochen soliden Eindruck und hatte sich über ein Jahr lang auf dieses Turnier vorbereitet. Diese minutiöse Vorbereitung wurde im Turnierverlauf immer wieder deutlich. Unter der Führung der herausragenden Stürmer Carlos Fierro und Marco Bueno segelte das Team durch die Gruppenphase. Im Auftaktspiel setzte man sich nach anfänglichem Rückstand gegen die DVR Korea durch, anschließend hatten die Mexikaner zunächst gegen Kongo und dann auch gegen den Europameister Niederlande die Nase vorn.

In der K.o.-Runde gab es hart umkämpfte Spiele gegen Panama, Frankreich und Deutschland. Und dann stand am 10. Juli im Finale mit Uruguay der wohl größte Härtetest auf dem Programm. Die Schützlinge von Fabian Coito bevorzugen nämlich eine taktische, auf Konter ausgerichtete Spielweise und nicht den offenen Angriffsfussball, den man in dieser Altersklasse oft sieht. Die Celeste leistete dann in der Tat viel Widerstand, setzte das Leder zwei Mal ans Gehäuse und sorgte so für Hochspannung. Aber am Ende brachte Mexiko seine Fans dann doch zum Jubeln und sicherte sich zum zweiten Mal in einem Zeitraum von sechs Jahren den Weltmeistertitel auf U-17-Ebene.

"Das ist eine ganz besondere Mannschaft", so Trainer Gutierrez, der selbst früher Verteidiger in der mexikanischen Nationalmannschaft war. "Ich liebe diese Mannschaft, ich liebe meinen Job und diesen wundervollen Tag." Mexiko bot in diesem Turnier so beeindruckende Leistungen, dass die drei Auszeichnungen für die besten Spieler des Turniers allesamt an Mexikaner gingen: Julio Gomez wurde mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet, Jorge Espericueta sicherte sich den Silbernen Ball und die bronzene Version ging an Carlos Fierro.

Neulinge und die deutsche Tormaschine
Bei dieser Endrunde in Mexiko gab es Turnierdebütanten in Hülle und Fülle. Ruanda überwand seine schreckliche jüngste Vergangenheit und sicherte sich in der kniffligen Gruppe C in Pachuca sogar einen Punkt. Panama erreichte mit einem kämpferischen Auftritt die zweite Runde. Aber am meisten wusste Usbekistan von den Neulingen zu überzeugen. Das Team bot hier ein schönes Kurzpassspiel und arbeitete sich damit bis ins Viertelfinale vor. Dort mussten die Usbeken sich gegen die gewieften Uruguayer geschlagen geben, die sich auf dem Weg ins Finale von niemandem aufhalten ließen.

Aber in diesem Turnier wurde noch viel mehr Geschichte geschrieben, beispielsweise in Pachuca. Der kanadische Torhüter Quillan Roberts sicherte seinem Team gegen England ein Unentschieden, als der Ball nach einem langen Abstoß auf dem Rasen aufsprang und über den verdutzten gegnerischen Torhüter hinweg ins Netz segelte. Das war das erste Tor, das in einem FIFA-Wettbewerb von einem Torhüter erzielt wurde.

Aber nicht nur die Überflieger aus Mexiko verdienen es, hier erwähnt zu werden, sondern auch noch eine ganze Reihe anderer Teams, die im Zeitraum vom 18. Juni bis zum 10. Juli mit hervorragenden Leistungen beeindruckten. Deutschland stellte die herausragende Offensive dieser Endrunde. 24 Tore in nur sieben Spielen konnten die Deutschen verbuchen, allein sechs davon gingen auf das Konto des beeindruckenden Samed Yesil, der noch weitere fünf vorbereitete. Die Schützlinge von Steffen Freund mussten sich erst im spannenden Halbfinale gegen die Gastgeber in Torreón geschlagen geben, wo man nach anfänglicher Führung mit 2:3 unterlag. Brasilien zeigte hingegen in Guadalajara ein schönes, trickreiches Spiel. Zu überzeugen wussten vor allem die Kreativspieler Adryan und Lucas Piazon sowie der Angreifer Ademílson. Das Aus für das Team kam im Halbfinale gegen die hervorragend organisierten Uruguayer, die sich mit 3:0 durchsetzten.

Teilnehmer
Burkina Faso, Kongo, Elfenbeinküste, Ruanda, Australien, Japan, Korea DVR, Usbekistan, Tschechische Republik, Dänemark, England, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Kanada, Jamaika, Mexiko, Panama, USA, Neuseeland, Argentinien, Brasilien, Ecuador, Uruguay

Abschlusstabelle
1. Mexiko
2. Uruguay
3. Deutschland
4. Brasilien
* Austragungsorte und Spielstätten*
Guadalajara (Estadio Guadalajara), Mexiko-Stadt (Aztekenstadion), Monterrey (Estadio Universitario), Morelia (Estadio Morelos), Pachuca (Estadio Hidalgo), Querétaro (Estadio Corregidora), Torreón (Estadio Torreón)

Anzahl der Tore
158 (durchschnittlich 3,04 pro Spiel)

Beste Torschützen
9 Treffer: Soulymane Coulibaly (CIV)
6: Samed Yesil (GER)
5: Adryan (BRA), Ademilson (BRA), Yassine Benzia (FRA)

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