FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2005

Mexiko feiert historischen Sieg

In Mexiko herrscht nach dem Titelgewinn der U-17-Auswahl des Landes bei der FIFA U17-Weltmeisterschaft Peru 2005 eine Feierstimmung, wie sie das Land noch nie zuvor erlebt hat. Zehntausende Menschen versammelten sich um das Denkmal "Engel der Unabhängigkeit", einem zentralen Platz der mexikanischen Hauptstadt.

Schon bevor das Endspiel in Peru überhaupt angepfiffen wurde, hatten sich Mexikos Fussballanhänger in zahlreichen gastronomischen Einrichtungen zusammen gefunden. Bars, Bistros und Restaurants waren bestens für den Ansturm von Tausenden Fans gerüstet, die dem Anstoß des für Mexiko wichtigsten Fussballspiels seit Jahren mit Ungeduld entgegen fieberten.

Und auch der "Engel der Unabhängigkeit" war darauf vorbereitet. Der Platz um das ehrwürdige Denkmal, zu dem die Mexikaner immer dann strömen, wenn es etwas Großes zu feiern gibt, füllte sich mehr und mehr. Einige vorbei fahrende Fans skandierten schon vor der Partie "Mexiko wird Weltmeister!" und untermauerten ihren Optimismus mit einem lautstarken Hupkonzert.

Als dann das Spiel lief, änderte sich das Szenario. In den Bars wich die anfängliche Spannung und Nervosität schon bald einer ungezügelten Freudenstimmung. Die Leute stimmten noch vor dem Ende der Halbzeitpause das berühmte "Cielito lindo"-Lied an. Unterdessen strömten immer mehr Fans zum Platz um den "Engel der Unabhängigkeit". Zur Halbzeitpause hatten sich dort rund 200 Fans eingefunden, die felsenfest vom Sieg ihrer Mannschaft überzeugt waren. Felsenfest deshalb, weil sie sich ja auf der Straße befanden und die Partie nicht im Fernsehen verfolgen konnten. Über den Spielverlauf mussten sie sich von Freunden und Verwandten per Handy informieren lassen.

Das Fest nimmt seinen Lauf
Schon kurz nach dem Abpfiff des Endspiels waren Bars, Bistros und Restaurants im Handumdrehen wie leer gefegt. Und wo zog es die Massen hin? Natürlich zum "Engel der Unabhängigkeit"! Rasch verwandelten sich die umliegenden Straßen in riesige Menschenströme. Sie alle wollten bei der großen nationalen Feier dabei sein.

Autos fuhren unter lautem Hupkonzert durch die abendlichen Straßen und ihre Insassen schwenkten die mexikanische Fahne. Aber so schnell sie auch fuhren, der Platz um den Unabhängigkeitsengel war bereits abgesperrt, so dass sie sich in dessen Umkreis einen Parkplatz suchen mussten.

In nur einer halben Stunde, also zwischen 20:00 Uhr -als das Spiel zu Ende war - und 20.30 Uhr hatte sich die Zahl der am Denkmal versammelten Fussballanhänger um ein Vielfaches vermehrt. Zehntausende sangen im Chor: "Mexico, Mexico" und führten Freudentänze auf.

Einige hatten sich das Gesicht mit den drei Farben der mexikanischen Nationalfahne - grün, weiß, rot - bemalt. Andere wiederum trugen das Nationaltrikot der "Tri" oder auffallend bunte Mützen und Schals. Es erklangen Rufe wie "Olé, olé, olé, olé", "Wir sind Weltmeister" oder "Wo sind die Brasilianer, die gegen uns so viele Tore schießen wollten"?

Es wurde ein rauschendes Fest der Freude mit einer prächtigen Atmosphäre. Die rund 1.000 Polizisten, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung aufgeboten waren, hatten am Ende kaum etwas zu tun. Obgleich sie sich nicht direkt unter die feiernde Menge mischten, ließen auch sie sich von der Jubelstimmung anstecken und nahmen an der Freude der Massen teil. Denn dieser Sieg ging natürlich alle an.

Der mexikanische Präsident Vicente Fox beglückwünschte die Mannschaft zu ihrem großartigen Triumph und sprach spontan eine Einladung nach "Los Pinos", dem Amtssitz des Präsidenten aus. Die Siegesfeiern dauerten indes bis tief in die Nacht hinein. Es ist lange her, dass Mexiko einen derartigen Jubel erlebt hatte. Einmal mehr erfüllte der Fussball seine Aufgabe, die Menschen glücklich zu machen und sie einander näher zu bringen. Dass der Fussball dies tatsächlich vollbringen kann, beweisen nicht zuletzt solche Tage wie der heutige.

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