FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2003

Kolumbien weiter, Argentinien dreht auf

DER TAG IM RÜCKBLICK - Am ersten Tag der Viertelfinalspiele in Finnland 2003 waren deutliche Siege der südamerikanischen Teams gegen ihre Nachbarn aus dem Norden zu verzeichnen. Der herausragende José Otalvaro erzielte zwei Treffer in Töölö beim klaren 2:0-Sieg Kolumbiens gegen Costa Rica. Später bewies Argentinien seine Klasse und setzte seine Jagd auf den ersten FIFA U-17-WM-Titel fort. Mexiko unterlag den Gauchos mit demselben Ergebnis. Kolumbien hat es nun mit dem Sieger aus der Begegnung Brasilien - USA zu tun, während die Argentinier sich auf den Sieger des iberischen Bruderduells Portugal gegen Spanien in Tampere freuen dürfen.
Das erste Viertelfinalspiel in Finnland 203 war eine klare Angelegenheit, da Kolumbien von Beginn an das Spiel aggressiv kontrollierte und alle Offensivbemühungen der wenig fantasievoll spielenden Mannschaft Costa Ricas bereits im Keim erstickte.
Kolumbien problemlos ins Halbfinale
Außer dem Schwenken der finnischen Flagge vor dem Spiel, um die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen (die noch um ihr ausgeschiedenes Team trauerten), hatte die Mannschaft Costa Ricas, die aus ihrem bisherigen Quarter in Turku angereist war, wenig zu bieten. Das Team, das bisher so viel Mut und Entschlossenheit bis zur letzten Sekunde offenbart hatte, wirkte in der ersten halben Stunde müde und uninspiriert. Es war das erste der beiden CONMEBOL-CONCACAF-Duelle an diesem Tag, und die Ticos taumelten wie benommen über den Platz, bevor Otalvaro sich in der 25. Minute an der Strafraumgrenze brillant drehte und mit einem Linksschuss, der Daniel Cambronero keine Chance ließ, die 1:0-Führung der Kolumbianer erzielte.
Kurz vor der Halbzeitpause machte der Mittelfeldspieler dann mit einem raffinierten Rechtsschuss alles klar. "Ich habe ihnen zur Halbzeit gesagt, sie sollen wie Männer spielen", erklärte ein sichtlich enttäuschter Manuel Urena, Cheftrainer Costa Ricas, nach dem Spiel. "Aber wir haben einfach zu oft den Ball verloren. Wir kamen überhaupt nicht zu irgendwelchen Angriffsbemühungen, weil es uns gar nicht erst gelang, den Ball zu erobern…" Nachdem man in beeindruckender Manier so weit gekommen war und mit dem kleinen Mittelfeldspieler Josimar Arias ein neues großes Talent hervorgebracht hatte, schieden die Ticos sang- und klanglos aus. In der zweiten Halbzeit wollte ihnen auf dem regengetränkten, rutschigen Kunstrasen nichts mehr gelingen. Die Kolumbianer werden es nun im Halbfinale in Tampere mit den USA oder ihrem vertrauten Gegner Brasilien zu tun bekommen. Es wird ihr erstes Match sein, das sie nicht auf Töölös Kunstrasen bestreiten. "Wir würden eigentlich lieber gegen die USA spielen", erklärte ihr doppelter Torschütze Otalvaro. "Aber Brasilien ist auch in Ordnung."
Argentinien beeindruckt
Das zweite Spiel des Tages zwischen den beiden Amerikas sah eine beeindruckende, das Match klar dominierende argentinische Mannschaft. Angefeuert von den Trommeln und dem Konfetti ihrer Fans ließen sie den Mexikanern an einem grauen und tristen Tag in Lahti keinerlei Chance. Nach vier Siegen und keinem einzigen Gegentreffer müssen die Albiceleste nun zu den Turnierfavoriten gezählt werden. Nach wie vor fehlt ihnen der WM-Titel bei der U-17 in ihrer Sammlung.

Argentinien lässt Mexiko keine Chance
Die Nordamerikaner, die ihr erstes Spiel auf Naturrasen bestritten, sahen sich von Beginn an in die Defensive gedrängt. Die Argentinier, bei denen der verletzte Spielführer und Mittelfelddirigent Lucas Biglia wieder dabei war, wirkten noch zuversichtlicher als bei ihren ohnehin beeindruckenden Leistungen in den Spielen der Gruppe B.
Neri Cardozo war es, der den ersten Treffer für Argentinien erzielte. Mit beeindruckender Geschwindigkeit überlief er bei einem blitzschnellen Konter die mexikanische Hintermannschaft und spielte dann den Ball zu Hernán Peirone. Von Peirone bekam er den Ball erneut in den Lauf gespielt, und der brillante Spieler von Boca Juniors versenkte den millimetergenauen Pass zu einem wunderbaren Treffer im Tor der Mexikaner.
Elf Minuten später gab es ein erneutes Zusammenspiel von Peirone und Cardozo, nur waren diesmal die Rollen vertauscht. Nachdem er einen Querpass von Cardozo, in den Rücken der Abwehr gespielt, erlaufen hatte, drang Peirone in den Strafraum der Mexikaner ein, wo er mit einem harten Flachschuss Keeper José Alamos keine Chance ließ und Argentinien endgültig einen Platz im Halbfinale sicherte.
Der in Argentinier geborene mexikanische Trainer Humberto Grondona verließ nun seine Bank und rief wiederholt Anweisungen auf das Spielfeld. Und so nahm sich Verteidiger Luis Robles ein Herz und zog aus gut vierzig Metern ab. Sein Schuss prallte zur Enttäuschung der Zuschauer an die Querlatte des argentinischen Gehäuses. Es sollte die letzte Torchance der Mexikaner im Spiel sein.
Während die Argentinier weiter vom Triumph träumen können, steht den Tricolores ein langer Heimflug über den Atlantik bevor.
"Die argentinische Mannschaft hat ihre Chancen genutzt, das war der große Unterschied im Spiel", sagte Grondona nach dem Match. "Sie verteidigen gut, nutzen ihre Torgelegenheiten… Sie haben gute Chancen auf den Titel."
Argentiniens Coach Hugo Tocalli sieht den Sieg als einen weiteren Schritt zum Finale. "Zunächst wollten wir unsere Gruppe gewinnen, dann die letzten vier erreichen", sagte er. "Jetzt möchten wir alle sechs Spiele gewinnen, um Weltmeister zu werden!"

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