FIFA U-17-WM VAE 2013

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2013

Ivorische Defensive als Schlüssel zum Erfolg

© Getty Images

Die Elfenbeinküste ist für den nächsten Kampf bereit. Denn die Mannschaft von Trainer Ibrahima Kamara ist fest entschlossen, auch die nächste Herausforderung zu meistern. Ihr Gegner im bevorstehenden Viertelfinale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft VAE 2013 heißt Argentinien.

Wer von Kampf spricht, meint damit in erster Linie die Defensivarbeit. Und gerade darin sind die Ivorer für ihre Gegner fast so etwas wie ein Albtraum. Bereits in der Gruppenphase bekamen dies mit unterschiedlicher Intensität Italien, Uruguay und Neuseeland zu spüren. Ihnen allen war gemeinsam, dass sie mit der kompakten und gut organisierten Abwehrreihe der Ivorer große Mühe hatten*. *Und im Achtelfinale waren es dann die Marokkaner, die immer wieder gegen den vielbeinigen Abwehrblock der Westafrikaner anrannten, am Ende aber nicht genügend Raum fanden, um ihre Schnelligkeit und ihre Offensivqualitäten in Zählbares umzuwandeln.

Wenn von Abwehrarbeit die Rede ist, schwingt stets auch eine Art Geheimnis mit. Tatsächlich zählt die Elfenbeinküste unter den teilnehmenden Teams an der FIFA U-17-WM 2013 zu denen, die am wenigsten auffallen. Erstmals seit 26 Jahren sind sie wieder über das Achtelfinale hinausgekommen, nachdem sie die K.o.-Runde nur als einer der besten Gruppendritten erreicht hatten – und das, obgleich sie als amtierender Afrikameister in die Vereinigten Arabischen Emirate reisten.

Nigeria als GegenbeispielIm Vergleich mit Nigeria, dem zweiten afrikanischen Team, das bei diesem Turnier noch im Rennen ist, fällt sofort die Treffsicherheit der nigerianischen Angriffsreihe ins Auge, die den Gegner einerseits irritiert, andererseits aber auch Aufschluss darüber geben kann, was auf ihn im Fall des direkten Aufeinandertreffens zukommt.

Während Manu Garba, der Trainer der Golden Eaglets, noch vor Turnierbeginn im Gespräch mit FIFA.com ausführlich seine Spielphilosophie schilderte, hielt sich sein ivorischer Kollege mit derlei Aussagen weitgehend zurück und gab auf den üblichen Pressekonferenzen so wenig wie nur möglich über sich und seine Mannschaft preis. Und im Gegensatz zu Garba, der von den Freiheiten seiner Spieler im Rahmen seines "totalen Fussballs" sprach, ließ Kamara gegenüber seinem Team eine geradezu militärische Disziplin erkennen.

Auch wenn sich die Methoden der beiden Trainer unterscheiden, das Ergebnis ist dennoch das Gleiche. Schließlich stehen die beiden Schwergewichte des afrikanischen Kontinents bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft VAE 2013 im Viertelfinale und können sich somit noch Hoffnungen auf den WM-Titel machen. Für die Ivorer gilt es, am Samstag, 2. November, in Sharjah gegen Argentinien zu gewinnen. "Ich möchte den Argentiniern zum Erreichen des Viertelfinales gratulieren", sagte Kamara am Vortag dieser Begegnung vor Vertretern der anwesenden Medien. "Es ist eine starke Mannschaft, die zudem mehr Erfahrung mitbringt als wir. Allerdings sind auch wir in der Lage, jeden Gegner zu schlagen", so die optimistische Ansage des Trainers, ohne dabei zu vergessen, dass die Aufgabe für seine Mannschaft durch einige Verletzungen sowie mehrere Rot- und Gelbsperren zusätzlich erschwert wird.

Argentinier üben sich in "Gegenspionage"
Im argentinischen Lager sah sich Trainer Humberto Grondona bei der Vorbereitung auf das Viertelfinal-Spiel eben mit jener Spielweise der Ivorer konfrontiert, bei der die Rückennummern keine große Aussagekraft besitzen, die dafür aber auf den Überraschungseffekt und auf das frühzeitige Stören der gegnerischen Angriffsaktionen abzielt. Allerdings lässt sich Grondona davon nicht allzu sehr beeindrucken. "Es ist mir ziemlich egal, ob der eine oder andere Akteur auf der Position spielt, die für gewöhnlich seiner Rückennummer zugeordnet wird", so der Coach der Südamerikaner gegenüber FIFA.com.

"Das hindert uns nicht daran, den Gegner zu studieren und zu analysieren. Es macht nicht unbedingt einen Unterschied, wenn die Nummer zehn in der Innenverteidigung spielt und die Spieler mit der Rückennummer zwei oder drei im Angriff", so Grondona weiter. "Für uns ist es wichtig zu wissen, dass der Akteur mit der Rückennummer sieben, also Junior Ahissan, für das nächste Spiel gesperrt ist. Vielleicht ist es ein strategischer Trick oder eine Angewohnheit der Ivorer, bestimmte Dinge dem Gegner gegenüber zu verheimlichen. Doch für uns, die wir in dieser Hinsicht schon immer offen und kooperativ waren, stellt dies kein Problem dar."

Angesichts der individuellen Klasse der Südamerikaner und der soliden Hintermannschaft der Ivorer steht uns mit Sicherheit eine packende und hart umkämpfte Viertelfinal-Partie bevor.

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