FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011

Goldener Schuh für Coulibaly

Souleymane Coulibaly of Ivory Coast acknowledges the crowd at the en
© Getty Images

"Dies ist eine hervorragende Schaubühne, über die die Jungs sich weltweit einen Namen machen können. Das ist beispielsweise bei Benzia der Fall. Er ist erst für die WM zum Team gestoßen und hat mit seinem guten bisherigen Auftritt bereits die Aufmerksamkeit mehrerer Vereine erregt", erklärte der französische Trainer Patrick Gonfalone im Interview mit FIFA.com. Wir hatten ihn gefragt, welchen Einfluss die FIFA U-17-Weltmeisterschaft auf die Karriere des Stürmers haben würde, der in diesem Turnier fünf Treffer erzielte und zu den Verfolgern des Torschützenkönigs gehörte, genau wie die Brasilianer Ademílson und Adryan sowie der Deutsche Samed Yesil, dem sogar sechs Treffer gelangen. 

Mit seiner Einschätzung liegt der Trainer sicherlich richtig, und niemand erntete bei dieser Auflage des Turniers mehr Lob als Souleymane Coulibaly, der hier einen fulminanten Auftritt hinlegte und in gerade einmal vier Partien sage und schreibe neun Treffer erzielte. Damit stellte er den Rekord des Franzosen Sinama Pongolle ein und wurde 2011 in Mexiko mit dem Goldenen Schuh von adidas ausgezeichnet.

"Es hat keinen Sinn darüber zu reden, was die Zukunft für mich bringen mag. Danach werden wir schon sehen, was passiert", erklärte er im Turnierverlauf gegenüber FIFA.com. Für ihn und sein Team war im Achtelfinale Schluss, wo man sich nach anfänglicher Führung gegen Frankreich geschlagen geben musste. Er ließ es sich allerdings nicht nehmen, sich mit einem Treffer aus dem Wettbewerb zu verabschieden. "Ich bedanke mich für das viele Lob. Das waren ganz besondere Augenblicke für mich und für mein ganzes Land. Die Verteidiger haben mir Platz gelassen, als habe ich die Chance genutzt und das Tor erzielt." ”

Tore für Einheit und FriedenFür den gerade einmal 1,72 m großen, aber kräftigen Angreifer hatte dieses Turnier noch eine Bedeutung, die über die mit so einfachen Worten beschriebene Freude am Toreschießen und die Präsentation seines Talents auf der Weltbühne hinausging. Die Vorbereitung der Elfenbeinküste war nämlich vom dortigen lang anhaltenden Bürgerkrieg überschattet, der das Team dazu zwang, außerhalb der Landesgrenzen zu trainieren. Daher verband er seine Tore mit einer Friedensmission.

Vor diesem Hintergrund stellte Souleymane Coulibay seinen persönlichen Erfolg in sämtlichen Interviews in Guadalajara in den Hintergrund, obwohl seine Leistungen mehr als überdurchschnittlich waren, wie die Zahlen eindrucksvoll belegen. Schließlich sind ihm in der Partie gegen Dänemark gleich vier Treffer gelungen und im folgenden Spiel noch einmal drei gegen die Fussballmacht Brasilien. Er war mit dem rechten genauso wie mit dem linken Fuß erfolgreich und beeindruckte mit einem schnellen Antritt, starken Schüssen und schönen Zuspielen.

In einem auf der Website des ivorischen Fussballverbands veröffentlichten Interviews zeigte der Torjäger etwas mehr Bereitschaft, über seine Erfolge zu reden, hob aber gleichzeitig auch die Leistung seiner Mannschaftskameraden hervor. "Ich kann ihnen nicht genug danken. Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich zum Helden der ersten Runde geworden bin. Aber beim Fussball spielen auf jeder Seite elf Spieler, und ohne die anderen wäre ich auf dem Spielfeld ein Nichts. Ohne ihre Hilfe kann ich keine Tore erzielen", erklärte er noch vor dem Achtelfinale gegen die Franzosen, in dem die Ivorer sich in Querétaro mit 2:3 geschlagen geben mussten.

Der Hintergrund
Als wir Coulibaly fragten, ob es in seinem Leben schon einen Moment gegeben habe, der mit den Erlebnissen in Mexiko gleichzusetzen gewesen wäre, konnte der Spieler seine Emotionen nicht zurückhalten. Das ist verständlich, wenn man sich seinen bisherigen Karriereverlauf anschaut. Er zog 2009 im Alter von 14 Jahren nach Italien, um bei seinem Vater zu leben, der mit einer Italienerin verheiratet ist. Dort konnte er sich bei Juniorenturnieren profilieren und wurde schließlich in die Nachwuchsabteilung des AC Siena aufgenommen, wo er sofort Erfolg hatte. Von dort ging es direkt zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft – er hat nie an der Afrika-Meisterschaft dieser Altersklasse teilgenommen.

"Ich habe noch nie einen Augenblick wie diesen erlebt", erklärt er und kann die Tränen nicht zurückhalten. "In meinem Verein schieße ich Tore. Oftmals drei in einem Spiel. Aber bei einer WM ist das etwas ganz anderes. Es ist einfach toll."

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