FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2017

Fernández – Frühaufsteher trägt bei Paraguay die Kapitänsbinde

© Others
  • Mit zwölf verkaufte er mit seiner Mutter Obst und Gemüse
  • Heute tritt er als Kapitän der U-17-Auswahl bei der WM an
  • *Der Verteidiger erzielte in der Qualifikation drei Tore *

Im Morgengrauen aufstehen, um auf dem Markt Obst und Gemüse zu verkaufen – das war ein Opfer. Für Roberto Fernández ist es kein Problem, um 2.00 Uhr morgens zu trainieren, um 6.00 Uhr "zu Mittag zu essen" oder das "Abendessen" um 4.00 Uhr nachmittags einzunehmen. So sah nämlich die letzte Etappe der Vorbereitung Paraguays auf die FIFA U-17-Weltmeisterschaft in Indien aus.

Fernandez war zwölf Jahre alt, als er seiner Mutter Otilia zum ersten Mal auf dem Obstmarkt von Concepción half, da das Geld knapp war und die ganze Familie mit anpacken musste.

"Wir standen um vier Uhr früh auf und machten uns zu Fuß auf den Weg, um das frische Obst und Gemüse zu holen", so der Innenverteidiger und Kapitän der Albirrojita im Gespräch mit FIFA.com. "Sie wählte die Ware aus und ich half ihr, alles bis zu einer Ecke zu tragen. Erst mittags ging ich zur Schule." Das waren anstrengende Tage, an denen seine Energie nur noch für eine weitere Sache reichte. "Ich habe bis zum späten Abend mit meinen Brüdern und Freunden Fussball gespielt."

Damals war er Außenstürmer – ein guter Linksfuß, der sein Geschick auf den Bolzplätzen seines Stadtviertels unter Beweis stellte. "In der Fussballschule wurde ich zuerst als Außenverteidiger und später in der Innenverteidigung eingesetzt. Mit 13 bin ich dann zu meinem Klub Guaraní Asunción gewechselt."

Roberto Fernández im Kurzprofil

  • Vollständiger Name: Roberto Fernández Urbieta
  • Geburtsdatum: 7. Juni 2000
  • *Welche Eigenschaften anderer Verteidiger hätte er gern?

    Die Kopfballstärke von Sergio Ramos, die Spieleröffnung von Mats Hummels und die Manndeckerqualitäten von John Terry*

  • In Paraguay ist er ein Bewunderer von Paulo Da Silva und Gustavo Gómez

Die Anpassung an das Leben in der Hauptstadt fiel ihm schwer. "Concepción ist 500 Kilometer von Asunción entfernt, und alles war sehr fremd. Ich habe viel geweint und bin nur deshalb nicht zurückgekehrt, weil meine Eltern immer gesagt haben, der Fussball sei meine große Chance."

Deshalb weiß er auch genau, was er von dem Geld aus seinem ersten Profivertrag kaufen will: "ein schönes Haus für die beiden."

So entwickelte der Kapitän der paraguayischen U-17-Auswahl sich zu einer starken Persönlichkeit. Abseits des Spielfelds macht er nicht viele Worte, doch auf dem Platz hat er das Kommando und sorgt für die nötige Ordnung. Im Gespräch mit FIFA.com gibt er sich selbstbewusst und optimistisch.

"Ich weiß nicht, wo wir auf einer Skala von eins bis zehn stehen, aber die Vorbereitung war optimal. Das Team ist sehr gut in Form."

Wir wollten wissen, welches Thema im Trainingslager kurz vor der U-17-WM im Vordergrund steht. "Die große Bedeutung, die dieses Turnier für den paraguayischen Fussball, aber auch für unser Leben und unsere Karriere hat."  

Statistik
3 – Das ist nicht nur seine Trikotnummer, sondern auch die Anzahl der Tore, die er in der Südamerika-Qualifikation erzielt hat. Alle fielen in der letzten Runde und waren wichtig. Fernández erzielte beim 2:2 gegen Brasilien den zweiten Treffer, traf per Kopf zum 2:2 gegen Ecuador und erzielte beim 3:1-Sieg gegen Venezuela, mit dem die Qualifikation perfekt gemacht wurde, ebenfalls per Kopf das erste Tor.

*Hätten Sie's gewusst? *
Fernández hat bereits ein Training mit der A-Nationalmannschaft Paraguays absolviert. "Das war vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Uruguay. Ich stand nach dem Training unter der Dusche, als ein Assistent von [Francisco] Arce mich holen kam, weil ein Verteidiger ausgefallen war. Wir waren zwar vorher schon im Training gegen die A-Nationalmannschaft angetreten, aber das hat mich doch sehr stolz gemacht."

Und wie ist es gelaufen? "Ich bin sehr im Hintergrund geblieben. Sie haben Standardsituationen und die Spieleröffnung trainiert. Ich habe nicht viel Abwehrarbeit geleistet, aber die Schnelligkeit und der Spielrhythmus haben mich beeindruckt. Das war eine tolle Lebenserfahrung."

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