FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2005

Europäer scheitern und Brasilien steht zum fünften Mal im Finale

DIE HALBFINALS IM RÜCKBLICK: Vom ersten Spieltag an war die FIFA-U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005 sehr torreich. In acht Spielen fielen 31 Tore. Und die Halbfinals, in denen es sonst oft sehr eng zugeht, setzten diesen Trend in Peru fort. Nicht weniger als 11 Tore wurden erzielt. Das erhöht die Bilanz auf nunmehr 105 Treffer. Daraus ergibt sich ein Schnitt von 3,5 Toren pro Spiel und somit das dritthöchste Ergebnis in der Turniergeschichte. Aber das Interessante liegt im Detail. Während die Mexikaner sich problemlos gegen die Niederländer durchsetzten, lieferten sich die Brasilianer und die Türken eine unglaublich spannende Partie.

In Chiclayo kam den Mexikanern zu Spielbeginn mit der Verletzung des niederländischen Verteidigers Mike Van der Kooij das Glück zur Hilfe. Im Anschluss überrollten sie die Europäer förmlich. Natürlich kommt Cesar Villaluz mit seinen zwei Treffern und den Wirbel, für den er auf der rechten Seite sorgte, ein großes Lob zu. Die herausragende Persönlichkeit der Mexikaner war aber erwartungsgemäß Giovani Dos Santos.

Der Spielmacher vom FC Barcelona und Benjamin der Mannschaft spielte zwei entscheidende Pässe und bewies vor allem eine hervorragende Spielübersicht, die einen großen Spieler auszeichnet. Und dabei erklärt sein Vater Zizinho, dass der zwei Jahre jüngere Bruder Jonathan noch besser ist als sein Bruder. Erstmalig steht Mexiko damit im Finale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft. Man kann sich den großen Jubel in der Heimat vorstellen.

Den Niederländern kann man dabei keinen Vorwurf machen. Nach dem Ausfall ihrer etatmäßigen Innenverteidigung und mangelhafter Chancenverwertung hatten sie nichts entgegenzusetzen. Für das Spiel um den dritten Platz sind sie aber immer noch hoch motiviert. Sie treffen dort auf die Türken, denen sie im Finale der Europameisterschaft unterlegen waren, die gleichzeitig als Qualifikation für Peru diente.

Zwei unterschiedliche HalbzeitenIn Trujillo waren die Türken in der ersten Halbzeit hoffnungslos unterlegen. In den vorangegangenen Spielen hatten sie sich mühelos durchgesetzt, aber gegen die Brasilianer taten sie sich äußerst schwer. Die Brasilianer wirbelten gleich von der ersten Minute an. Celso besorgte bereits nach 13 Sekunden die Führung für die Brasilianer. Das war eine echte Glanzleistung, denn lediglich in fünf Spielen in der Geschichte der FIFA U-17-Weltmeisterschaft fiel ein Treffer bereits in der ersten Spielminute.

Im Anschluss waren die Türken völlig verunsichert und ließen den amtierenden Weltmeister schalten und walten. Diesen Fehler hätten sie besser nicht begangen. Anderson erhöhte nach einer halben Stunde im Anschluss an einen herrlichen Sololauf auf 2:0. Das war gleichzeitig der 100. Treffer im laufenden Turnier. Marcelo erzielte dann unter tätiger Mithilfe von Volkan Babacan kurz vor der Pause noch den 101. Treffer. Zu Ende der ersten Halbzeit wurde dann Erkan Ferin des Feldes verwiesen. Das schien die Europäer aber merkwürdigerweise eher zu motivieren. Denn was im Anschluss folgte, war eine verrückte Partie. Zu zehnt erzielten die Türken in 30 Minuten drei Tore, darunter auch wieder eins von Spielmacher Nuri Sahin. Als alles schon auf eine Verlängerung hinzudeuten schien, passte Anderson jedoch mustergültig auf Igor, der in der letzten Spielminute den Siegtreffer erzielte. Ein schwacher Trost mag für die Türken sein, dass Caner Erkin und Tevfik Köse die Torjägerliste mit vier Treffern anführen (zusammen mit dem Brasilianer Ramon) und noch davon träumen können, den Goldenen Schuh von adidas zu gewinnen.

Die Brasilianer treten im Finale an, um ihren Titel zu verteidigen. Und ihre Erfolgsbilanz ist beeindruckend: drei Siege bei den letzten vier Auflagen des Turniers bzw. fünf, wenn man dieses Turnier mitzählt. Und damit nicht genug, in diesem Turnier erzielten sie bisher nicht weniger als 16 Tore in fünf Spielen.

Die Europäer sind also die großen Verlierer der Halbfinalbegegnungen - wie bereits bei der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Niederlande 2005, wo vier europäische Mannschaften das Achtelfinale erreicht hatten, um dann ausnahmslos zu scheitern. Haben die Europäer ihre Siegermentalität verloren?