FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011

Ein krönender Abschluss

© Getty Images

ZUSAMMENFASSUNG DES TAGES – Die mexikanischen Stars von morgen krönten sich am Sonntag im legendären Aztekenstadion – in dem schon Spieler wie Diego Maradona und Pelé ihre größten Erfolge auf der Bühne des Weltfussballs gefeiert hatten – zum neuen U-17-Weltmeister. Uruguay war seinem ersten Titel in einem Nachwuchsturnier noch nie so nahe, am Ende blieb jedoch nur der enttäuschende zweite Platz.

Während das Finale genauso spannend war wie die anderen Spiele, die man bei dieser FIFA U-17-Weltmeisterschaft gesehen hat, bot das Spiel um Platz drei einen offenen Schlagabtausch und viele Tore. Deutschland feierte schließlich einen 4:3-Erfolg über Brasilien und die Zuschauer erlebten ein aufregendes Spektakel vor dem großen Finale.

ErgebnisseUruguay – Mexiko 0:2 (Endspiel)
Deutschland – Brasilien 4:3 (Spiel um Platz drei)

Tor des Tages*Uruguay – Mexiko, Giovani Casillas (90. +2) *
Es war vielleicht nicht das schönste Tor des Tages, doch die Reaktion der fast 100.000 Zuseher im Aztekenstadion auf diesen Konterangriff in den Schlussminuten war geradezu bombastisch: Als der Super-Joker nach einer Drangperiode der Uruguayer den Ball von Arturo González erhielt, machte er den 2:0-Endstand perfekt und sorgte in Mexiko-Stadt für grenzenlosen Jubel.

Momente des Tages
Deutschland – Mexiko: Die Fortsetzung einer Liebesbeziehung
Es erschien ein wenig seltsam, dass das Publikum im Aztekenstadion die Deutschen so leidenschaftlich anfeuerte, zumal diese erst wenige Tage zuvor die geliebte Heimmannschaft an den Rande einer Niederlage gebracht hatten und sich dafür von den Zuschauern in Torreón diverse Beschimpfungen anhören mussten. Das Offensivspiel dieser deutschen Mannschaft war jedoch so mitreißend, dass die Fans die hervorragende Leistung von Samed Yesil und Co beim 4:3-Sieg über Brasilien zu würdigen wussten. Deutschland hatte am Ende 24 Tore in sieben Spielen zu Buche stehen und war somit die offensivstärkste Mannschaft des Turniers. Die in Grün gekleideten Fans warfen Sombreros und Luftküsse zur verlegenen DFB-Auswahl hinunter, als diese nach dem Schlusspfiff noch eine Ehrenrunde drehte. Trainer Steffen Freund trug sogar bei der Pressekonferenz nach dem Spiel einen dieser traditionellen überdimensionalen mexikanischen Hüte und verabschiedete sich mit einem breiten Lächeln auf den Lippen in gebrochenem Spanisch mit den Worten "Adiós" und "Muchas gracias".

Der Koloss, das Aztekenstadion, der Unterschied
Die mexikanischen Fans zeigten sich zwar begeistert von den Deutschen, aber ihr ganz großes Interesse galt natürlich El Tri. Obwohl es als Klischee gilt, das Publikum als zwölften Mann zu bezeichnen, schien die Unterstützung dieses gigantischen Stadions sogar die Kraft von zwei zusätzlichen Spielern zu verleihen. Den ersten Blick auf seine jungen Helden konnte das Publikum jedoch bereits vor dem Endspiel selbst werfen: Als Deutschland und Brasilien im Spiel um Platz drei Tore am Fließband produzierten, steckten die mexikanischen Spieler für einen kurzen Augenblick ihre Köpfe aus dem Stadiontunnel. Das Getöse war bei diesem Kurzauftritt ebenso explosiv wie das Pfeifkonzert, die Buh-Rufe und die geballten Fäuste, mit denen das Publikum den Einlauf der uruguayischen Spieler bedachte. All das war bereits ein Vorgeschmack auf ein Publikum, das im Aztekenstadion lautstark "Cielito Lindo-d" und "Olé-d" grölte, schrie und sang und seine Mannschaft zu einem 2:0-Sieg und dem damit verbundenen zweiten U-17-Weltmeistertitel peitschte.

Gómez, der Mann der Stunde
Die Begeisterung für den Mittelfeldstar Julio Gómez war ungebrochen. Der Akteur von CF Pachuca hatte Mexiko mit seinem Doppelpack im Halbfinale gegen Deutschland, in dem er trotz einer blutenden Kopfverletzung weitergespielt hatte, im Alleingang ins Endspiel geschossen. Er saß zunächst nur auf der Bank, doch die Fans, von denen viele ihm zu Ehren Bandagen auf dem Kopf trugen, skandierten den ganzen Abend seinen Namen. Als er schließlich Mitte der zweiten Halbzeit – nach wie vor mit bandagiertem Kopf – ins Spiel kam, wurde er mit frenetischem Beifall bedacht. Die versammelten Medien, die überwiegend aus Mexiko kamen, wählten ebenfalls mit dem Herzen und verliehen ihm den Goldenen Ball von adidas für den besten Spieler des Turniers.

Zahl des Tages98.943 –So viele Fans waren im gigantischen Azteken-Stadion zugegen, um das Endspiel der FIFA U-17-Weltmeisterschaft zu verfolgen. Die Fans trieben die Heimmannschaft zum Titelgewinn und sorgten dabei für eine Rekordkulisse in der 26-jährigen Geschichte von Endspielen der U-17-Weltmeisterschaft. Den 52 Partien des Turniers hatten durchschnittlich 19.275 Zuschauer beigewohnt.

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