FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011

Ein ganzes Stadion gegen Cubero

Der Torwart hat sich in der Kabine gerade umgezogen und weiß, dass er in wenigen Minuten vor ausverkauftem Stadion zum ersten großen Finale seiner Karriere antreten wird. Trotzdem ist er überrascht, als er den Rasen des imposanten Aztekenstadions betritt, den Kopf hebt und sich 100.000 fanatischen Anhängern gegenübersieht, die alle auf seinen ersten Fehler warten und es gar nicht erwarten können, dass er hinter sich greifen muss. So fühlte sich am Sonntag der uruguayische Torhüter Jonathan Cubero als er das Spielfeld in Mexiko-Stadt betrat.

"Es ist schwer, ruhig zu bleiben, wenn so viele Leute gegen einen sind", räumt der Schlussmann gegenüber FIFA.com ein. "Aber beim Aufwärmen beruhigen sich die Nerven dann langsam und man gewöhnt sich an diese Geräuschkulisse und die Anfeindungen von den Tribünen. Man blendet das aus und konzentriert sich ganz auf das eigene Spiel."

Als er gut zwei Stunden später nach der Partie aus der Kabine kam, hatte er mit widerstreitenden Gefühlen zu kämpfen. Da war einerseits der Frust über die Niederlage gegen die Gastgeber, aber andererseits auch der Stolz, zumindest mit einer persönlichen Auszeichnung nach Hause zurückkehren zu können. Cubero wurde nämlich als bester Torhüter der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Mexiko 2011 mit dem Goldenen Handschuh von adidas ausgezeichnet. Er trat im Gespräch mit derselben Gelassenheit und Sicherheit auf, die ihn auch zwischen den Pfosten der Celeste auszeichnen. Die Trophäe hielt er fest in der rechten Hand. Die kann ihm niemand mehr nehmen. "Es ist schon sehr bewegend, so eine Auszeichnung zu bekommen, noch dazu bei einer Weltmeisterschaft", erklärt er.

Sicherer Rückhalt
Cubero musste sich gegen die Mexikaner im Aztekenstadion zwei Mal geschlagen geben. In der 31. Spielminute vollendete der mexikanische Mannschaftskapitän aus dem Fünfmeterraum, der zweite Treffer fiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach einem wunderschönen Konter der Mexikaner, den Giovani Casillas zum Abschluss brachte. Bei beiden Aktionen war der Torhüter relativ chancenlos.

Trotzdem kassierte er insgesamt nur fünf Treffer in sieben Partien und hatte damit die beste Bilanz von allen Torhütern dieses Wettbewerbs zu verzeichnen. In vier Partien musste er kein einziges Mal hinter sich greifen, darunter auch die Viertel- und Halbfinalpartien gegen Usbekistan bzw. Brasilien. "Das habe ich meinen Mannschaftskameraden zu verdanken, die immer auf mich vertraut haben. Die Abwehr gehört zu unseren großen Stärken. Wir haben eine sehr solide Verteidigung, und Gott sei Dank haben wir nicht viele Gegentore hinnehmen müssen", meint er. "Diese Auswahl hat wirklich zusammengehalten. Sie verfügt über gute Einzelspieler und natürlich über den legendären Kampfgeist uruguayischer Teams. Sie hat auf dem Spielfeld in jeder Partie alles gegeben."  

AusverkauftIm Finale musste Cubero nicht nur gegen talentierte und einsatzfreudige Gegner antreten, sondern auch gegen ein Aztekenstadion, das bis zum Bersten mit fanatischen Anhängern der Heimmannschaft gefüllt war, die das gesamte Stadionrund in ein grünes Farbenmeer verwandelten. "Als ich auf dem Platz stand, konnte ich es gar nicht fassen. Das waren 100.000 Menschen. Ich habe schon vorher in vollen Stadien gespielt, aber das war gar nichts dagegen. Das war etwas ganz Wunderbares", meint er und stellt gleichzeitig klar, dass der Druck für die Uruguayer nicht der entscheidende Faktor war: "Das war gleichzeitig sehr motivierend."

Der Nachwuchsspieler kehrt jetzt zu seinem Klub Cerro Porteño zurück, einem Verein aus Montevideo, der mit Rodolfo Rodríguez bereits einen der besten Torhüter in der Fussballgeschichte des Landes hervorgebracht hat. Rodríguez wusste in den 80er Jahren in den Reihen des FC Santos zu begeistern. Cubero träumt davon, eines Tages in Europa zu spielen. Laut eigener Aussage wäre das "ein willkommener Wechsel". Ob nun in seinem Heimatland im legendären Centenario-Stadion, in südamerikanischen Arenen wie dem Maracanã-Stadion oder dem Estadio Monumental oder aber in den großen europäischen Arenen – Cubero möchte auf jeden Fall die Chance bekommen, wieder vor einer so gigantischen und faszinierenden Kulisse aufzulaufen, wie er sie am Sonntag im Aztekenstadion erlebt hat. "Jeder Fussballer will in solchen Stadien mit vollbesetzten Rängen spielen", erklärt er. Beim nächsten Mal hofft er allerdings auf ein Publikum, das auf seiner Seite steht und bereit ist, ihm für seine Glanzparaden Applaus zu spenden.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

FIFA U-17-WM: Uruguay - Brasilien

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011

FIFA U-17-WM: Uruguay - Brasilien

07 Jul 2011