FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2015

Das Team im Team

Goalkeeper coach Emeka Amadi talks to goalkeepers Akpan Udoh, Chisom Chiaha and Amos Benjamin (L-R)
© Getty Images

"Wir können nicht alle drei zwischen den Pfosten stehen." – Mit dieser einfachen Weisheit fasst Amos Benjamin, einer der zwei Stellvertreter von Nigerias Nummer 1 Akpan Udoh bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015, das Dilemma aller Ersatztorhüter bei großen Turnieren zusammen. Benjamin und Chisom Chiaha haben in Chile noch keine einzige Spielminute absolviert, doch sie sind überaus wichtig für das Team, denn gemeinsam mit Torwarttrainer Emeka Amadi sorgen sie dafür, dass der Stammtorhüter von der Remo Football Academy konzentriert und in Topform bleibt. Angesichts der Rivalität um das Trikot mit der Rückennummer 1 sollte man denken, dass es im Verhältnis der drei unvermeidlich zu Spannungen kommen müsste. Doch dem ist nicht so. Beim Exklusivgespräch mit FIFA.com saßen Amadi und die drei Keeper völlig entspannt nebeneinander und zeigten ihre gute Laune mit vielen Lachern.

"Ich bin sehr glücklich, dass dieser Typ auf dem Feld steht", so Chiaha, während er Udoh mit einem breiten Grinsen einen freundschaftlichen Stoß in die Rippen versetzt. "Wir sitzen auf der Bank und sind jederzeit bereit, denn es könnte alles mögliche passieren. Aber wir beten, dass für ihn alles gut läuft. Ich wünsche mir, dass er die Auszeichnung als bester Torhüter gewinnt. Das wäre eine Ehre für uns alle drei."

Diese Aussage der Nummer 21 macht die Einstellung in diesem Team im Team deutlich. Eine Partie ohne Gegentor ist das Verdienst aller drei und des Torwarttrainers Amadi. "Jeder der drei kann im Tor stehen. Darauf bin ich stolz, und auf alle drei bin ich stolz", so Amadi. "Ich will keine durchschnittlichen Torhüter trainieren, sondern Weltklassetorhüter."

Amadi verfügt über viel wertvolle Erfahrung, die er an seine Schützlinge weitergibt. Den beiden Reservetorhütern macht er klar, sich stets für einen Einsatz bereit zu halten. Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 1989 spielte er als Schlussmann der Flying Eagles eine entscheidende Rolle beim so genannten "Wunder von Dammam". Im Viertelfinale gegen die Sowjetunion kam er nach der Pause ins Spiel und geriet mit dem Team mit 0:4 in Rückstand, bevor die Nigerianer zu einer packenden Aufholjagd ansetzten, den 4:4-Ausgleich schafften und sich schließlich dank eines von Amadi gehaltenen Schusses im Elfmeterschießen durchsetzten und ins Halbfinale einzogen.

Deutsche Idole
"Der Stammtorhüter könnte sich verletzen, der zweite Torhüter könnte eine Rote Karte bekommen – und was dann?", fragt Amadi. "Jeder muss jederzeit bereit sein, wenn wir unser Ziel erreichen wollen."

"In meiner Akademie bin ich die erste Wahl", so Chiaha. "Dort bin ich entspannt, denn ich weiß, dass ich in den anstehenden Partien immer spiele. Seitdem ich zur Nationalmannschaft gekommen bin, gehöre ich zu den Besten. Es ist nicht leicht, auch hier erste Wahl zu werden, aber ich trainiere sehr hart dafür."

Die drei Torhüter, die im Vorfeld des Turniers sogar das Zimmer teilten, hören ihrem Trainer stets aufmerksam zu. Schließlich kann er viel wertvolle Erfahrung aus seiner Zeit als Spieler und Trainer in Deutschland weitergeben. Er selbst nennt Oliver Kahn als eines seiner Vorbilder. Die drei aktuellen Keeper wiederum sehen in Manuel Neuer ihr Idol. Die Botschaften des Trainers fallen also offenbar auf fruchtbaren Boden. Udoh hat bei seinen bisherigen Einsätzen in Chile bewiesen, dass er sich auch mit dem Ball am Fuß wohl fühlt, genau wie der Schlussmann von Bayern München. Mit nur drei Gegentoren in den ersten fünf Spielen sieht seine persönliche WM-Bilanz sogar noch etwas besser aus, als die Neuers in der entsprechenden Phase bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ .

"Bisher bin ich mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden", so Udoh. "Immer wenn ich meinen Kasten sauber halte, auch im Training, bin ich mit mir selbst zufrieden."

Das Halbfinale gegen Mexiko, vor dem Udoh und Co. nun stehen, ist eine Neuauflage des Endspiels von 2013. "Wir wissen, dass sie eine starke Offensive haben, doch wir haben eine solide Defensive", so Benjamin. "Ich glaube an mein Team, den Trainer, die Leute im Hintergrund. Wir glauben an uns selbst und daran, dass wir es ins Finale schaffen."

Mit Fans wie Benjamin und Chiaha auf der Bank dürfte Udoh das Gefühl haben, dass beide neben ihm auf der Linie stehen und ihm helfen, jeden mexikanischen Angriff abzuwehren. Zumindest im Geiste stützt sich Nigeria also doch auf drei Torhüter zwischen den Pfosten...

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