FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2015

Brasiliens Serie in Viña del Mar beendet

Es mag stimmen, dass ein Stadion keine Spiele gewinnt. Gleichzeitig ist es eine Tatsache, dass Brasilien vor der 0:3-Niederlage gegen Nigeria im Viertelfinale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015 im Estadio Sausalito von Viña del Mar noch nie verloren hatte.

Insgesamt sechs Partien hatte die Seleção in dieser Arena bestritten, vier davon während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Chile 1962 und zwei in der aktuellen Auflage des Juniorenturniers. Und in der ersten Viertelstunde des Duells gegen die Nigerianer sah auch alles danach aus, als ob Brasilien in diesem wunderschönen Touristenort am Pazifischen Ozean auf dem Weg zum siebten Sieg in Folge sei.

"Wir hätten unsere Chancen zu Beginn nutzen müssen, als wir das Spiel kontrolliert haben. Es wäre interessant gewesen, zu sehen was passiert, wenn Nigeria einmal in Rückstand gerät. Aber das haben wir verpasst, und Nigeria hat drei Tore binnen fünf Minuten erzielt. Wir werden es also nie erfahren", sagte Trainer Carlos Amadeu im Anschluss an die Partie lächelnd.

Im Gesicht des Trainers spiegelte sich weder Traurigkeit noch Enttäuschung, sondern Zufriedenheit über die gezeigte Leistung. "Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, ob es ein Trost ist oder nicht, die Partie 15 Minuten lang derart dominiert zu haben", meinte der Coach im Gespräch mit FIFA.com. "Und im Rückblick fiel keines der drei Tore, weil wir nicht gut standen. Wir gerieten erst nach dem dritten Tor aus dem Gleichgewicht."

Amadeu vertiefte seine Analyse: "Beim ersten Tor hat die Nummer neun [Victor Osimhen] das gut gemacht. Wir wussten zwar, dass er sich gerne hinter dem Rücken seiner Verteidiger zum langen Pfosten schleicht und waren darauf vorbereitet, doch sie schlugen eine gute Flanke und er hat gut geköpft."

"Beim zweiten Tor war es ein langer Ball vom Torhüter, den derselbe Spieler mit der Nummer neun irgendwie in die Mitte brachte, sein Teamkamerad zog ab, der Ball wurde abgefälscht und trudelte rein. Und das dritte Tor war eigentlich ein harmloser Schuss, der unserem Torhüter durch die Hände glitt. Ein individueller Fehler, der in diesem Alter akzeptabel ist", erklärte der Trainer.

Amadeu verriet, worum er seine Spieler in der Halbzeit bat. "Dass wir nicht den Kopf verlieren dürfen. Wenn du gegen Nigeria wild drauflos spielst und ihnen Räume bietest, landen sie womöglich einen Kantersieg. Deshalb war es mir lieber, dass wir geordnet weiterspielen und ein Tor versuchen, ohne zu verzweifeln. Wenn wir getroffen hätten, dann hätten wir mehr riskieren können, um mehr Tore zu machen."

Der Trainer räumte ein, dass die Stimmung in der Kabine nicht besonders gut war, dennoch gab er seinen Schützlingen eine positive Botschaft mit auf den Weg. "Diese Jungs haben 34 Tage lang alles gegeben, deshalb können sie ruhigen Gewissens nach Hause fahren. Sie haben konzentriert gearbeitet und den Traum verfolgt, Weltmeister zu werden. Sie haben es nicht erreicht, können aber ein ruhiges Gewissen haben. All das, was heute passiert ist, ist ein Teil des Lernprozesses meiner Spieler."

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