FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2005

Blatter: "Moderner, abwechslungsreicher Fussball"

Die FIFA und das Lokale Organisationskomitee der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Peru 2005 gaben am 1. Oktober eine Pressekonferenz. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, Vizepräsident Jack A. Warner und FIFA-Generalsekretär Urs Linsi äußerten sich dabei zum Niveau des Wettbewerbs, zu den Neuerungen und auch zum Niveau der CONCACAF-Mannschaften. Die Pressekonferenz in Auszügen:

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter:

Zum Turnier:
Ich bin sehr zufrieden. Die FIFA U-17-Weltmeisterschaft war ein voller Erfolg. Zu verdanken ist das zum einen den Peruanern, und zum anderen den 16 teilnehmenden Mannschaften, die modernen und abwechslungsreichen Fussball geboten haben. Wir konnten feststellen, dass es keine so genannten "kleinen Mannschaften" mehr gibt. Das zeigt sich auch in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™: In Europa ist erst eine Mannschaft sicher qualifiziert, in Afrika noch keine. Das ist das Ergebnis von 25 Jahren Entwicklung.

Zum Thema Iquitos
In Bezug auf Iquitos waren wir von unseren ersten Kontakten mit dem peruanischen Verband etwas skeptisch. Dann aber ist Staatspräsident Alejandro Toledo eingeschritten und hat auf Iquitos als Austragungsort bestanden. Unterm Strich muss ich sagen, dass die Entscheidung richtig war. Man muss sich nur einmal die Fairness ansehen, die das Publikum beim Spiel Peru gegen Costa Rica gezeigt hat. Das war wirklich außergewöhnlich.

Zu den Kunstrasenplätzen:
Dies war das erste Mal, dass ein Turnier vollständig auf Kunstrasen gespielt wurde. Mir ist keinerlei negativer Kommentar zu Ohren gekommen, weder von den Spielern, noch von den Schiedsrichtern. Wir sind also auf einem guten Weg und es gibt keinen Grund, diesen wieder zu verlassen. Dabei ist jedoch klar, dass wir Kunstrasenplätze von höchster Qualität brauchen.

Zum Programm von UNICEF und FIFA
Wir haben das gemeinsame Programm "Die Jüngsten sind immer die Gewinner!" ins Leben gerufen und ich muss sagen, es war sehr bewegend. Es ist ein großer Erfolg, das muss man in dieser Deutlichkeit sagen. Ich habe heute einer Gruppe Kinder zugesehen; das war sehr prägend. Das ist der Beweis dafür, dass der Fussball die Macht hat, das Leben der Peruaner zu verbessern. Der Fussball kann Hoffnung verleihen, das ist sehr wichtig.

Zur neuen Technologie:
Der "intelligente Ball" hat einige interessante Ergebnisse geliefert. Das IFAB hatte entschieden, dass wir diesen Versuch wagen könnten. Wir werden das Experiment bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft TOYOTA Cup Japan 2005 wiederholen.

Zur Leistung der südamerikanischen Mannschaften:
Es stimmt, dass die südamerikanischen Mannschaften bei FIFA-Turnieren immer groß aufspielen: Konföderationen-Pokal 2005, Junioren-Weltmeisterschaft und nun die U-17-Weltmeisterschaft. Dennoch wird es für diese Mannschaften immer schwerer, ins Finale zu kommen. Ich war beim Konföderationen-Pokal persönlich dabei, als Brasilien gegen Japan gespielt hat, und ich kann Ihnen sagen: Zwischen dem Ausscheiden der Japaner und dem Weiterkommen der Brasilianer lagen zwei Zentimeter. Zum Thema Transfers:

Die Statuten der FIFA schreiben eindeutig vor, dass ein Spieler das 18. Lebensjahr vollendet haben muss, um transferiert zu werden. Einige Vereine halten sich nicht daran. Wir haben ein echtes Problem mit den Agenten, mit den Transfers und mit den Klubs. Deshalb haben wir auf dem FIFA-Kongress in Marrakesch eine "Task Force" gebildet, die sich dieses Problems annimmt.

FIFA-Generalsekretär Urs Linsi

*Zum Thema Korruption:
*Es gibt jeden Tag Spiele, an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr. Korruption ist da unvermeidlich. Denn wir leben leider nicht in einer perfekten Welt. Aber wir sind da und wir nehmen uns des Problems an. Die Philosophie der FIFA ist der Schutz des schönsten aller Spiele.

Zum neuen internationalen Kalender
Es gibt immer mehr Wettbewerbe. Die Spieler müssen immer mehr Begegnungen bestreiten. Deshalb haben wir diesen internationalen Kalender eingeführt und wir setzen darauf, dass er respektiert wird. Denn wir sind dafür verantwortlich, die Gesundheit der Spieler zu schützen. Die Klubs weigern sich bisweilen, Spieler für internationale Begegnungen abzustellen. Es müssen Kompromisse erarbeitet werden und genau dafür gibt es den internationalen Kalender.

Zum Niveau des Wettbewerbs
Die Mitglieder der Technischen Studien-Gruppe der FIFA (TSG) sind bereits zu dem Schluss gekommen, dass sie bei einem U-17-Turnier noch nie ein solch hohes Niveau gesehen haben. Die Mannschaften liegen dicht beieinander, der Wettbewerb ist härter. Deshalb wird die nächste FIFA U-17-Weltmeisterschaft auch mit 24 Mannschaften stattfinden.

Zu den technologischen Fortschritten:
Es ist ganz einfach. Die Spielregeln werden vom IFAB gemacht. Die FIFA hat vier Stimmen im IFAB. Wir treffen uns zwei Mal im Jahr. Nächsten März werden wir dem IFAB die Ergebnisse unserer Versuche mitteilen. Aber der Schiedsrichter trifft weiterhin die Entscheidungen. Die Technik kann ihm nur bei der Entscheidungsfindung helfen, mehr nicht. Und diese Technik muss sich unbedingt in Echtzeit anwenden lassen. Wir können das Spiel nicht anhalten. Es muss sich also um Technologie von höchster Präzision handeln. Das ist keine einfache Sache, und es kostet Geld. Bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft können wir weitere Fortschritte machen.

Jack A. Warner, Vizepräsident der FIFA und Präsident der Organisationskommission der FIFA U-17-Weltmeisterschaft

Zur Leistung der CONCACAF-Mannschaften:
Mexiko hat nicht zufällig das Endspiel erreicht. Das ist das Ergebnis harter Arbeit, und die hat sich ausgezahlt. Es ist außerdem das Ergebnis der in der Konföderation verrichteten Entwicklungsarbeit. Das ist das beste Beispiel dafür, was alle anderen Mannschaften der CONCACAF auch machen müssen. Die Entwicklungsprogramme der FIFA haben den so genannten "kleinen" Mannschaften beträchtlich geholfen, ihr Spiel zu verbessern. Deshalb ist auch die Erhöhung auf 24 Mannschaften bei der nächsten FIFA U-17-Weltmeisterschaft gerechtfertigt. Das Exekutivkomitee muss nun noch über den kontinentalen Verteilungsschlüssel entscheiden.