FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015

06 - 28 Oktober

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2015

Belgiens grenzenloser Dreierpack

© Getty Images

Um im jungen Alter seine Fussballkarriere voranzubringen, sucht man sich gemeinhin einen erstklassigen Verein in der Nähe der Heimat. Für das belgische Trio Dante Rigo, Lennerd Daneels und Matthias Verreth bedeutete dies vor einigen Jahren nicht weniger, als dass sie Grenzen überwinden mussten. Sie überqueren seitdem nämlich regelmäßig eine Staatsgrenze, um zum Training bzw. Spielen ihres Klubs zu gelangen.

Geboren in Belgien haben sie sich früh dem PSV Eindhoven in den Niederlanden angeschlossen. Der Grund ist logisch wie einfach: Es ist von ihrem Heimatstadt der Klub, der am schnellsten zu erreichen ist. Ihr U-17-Nationaltrainer Bob Browaeys erklärte gegenüber *FIFA.com *mit einem Augenzwinkern, Eindhoven gehöre ja schon fast zu Belgien. Weniger als 18 Kilometer liegen zwischen der Grenze und der niederländischen Metropole. Der Klub unterstütze die Arbeit des Nachbar-Nationalteams auf großartige Weise.

"Ich bleibe unter der Woche bei einer Gastfamilie“, erzählt Rigo im Interview mit FIFA.com und hat damit seinen beiden Mitstreitern etwas voraus. Sie wohnen noch zu Hause und müssen die Strecke öfters absolvieren. Doch in Kürze soll auch das der Vergangenheit angehören. "Ich suche derzeit eine Wohnung in Eindhoven", verrät Verreth. Vielleicht eine Wohngemeinschaft mit Daneels? "Warum nicht? Wenn der Verein das erlaubt, hätte ich nichts dagegen. Wir gehen zusammen zur Schule, trainieren zusammen und verbringen einfach viel zu Zeit zusammen. Klar entwickeln sich da Freundschaften."
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Ein lockerer Spruch ist immer drin
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Während Daneels bei der FIFA U-17-WM Chile 2015 bislang nur bei der Niederlage in der Gruppenphase gegen Ecuador zum Einsatz kam, gehören Rigo und Verreth zum Stammpersonal. Beide waren in Südamerika bereits einmal erfolgreich und hoffen nun, gemeinsam den ganz großen Coup zu landen. Einig sind sie in ihrem ganz großen Ziel: Zuerst ins A-Team von PSV kommen und von dort irgendwann in die europäischen Top-Ligen wechseln - am liebsten in die englischen Premier League, wo ihre belgischen Idole Kevin de Bruyne (Manchester City), Eden Hazard (FC Chelsea) und Christian Benteke (FC Liverpool) schon längst vollständig anerkannt sind.

Im Nachwuchsteam von Eindhoven sind die Belgier keineswegs die einzigen ausländischen Nachwuchstalente. Spieler aus Schweden, Dänemark, Estland und Italien komplettieren die internationale PSV-Auswahl. Doch besonders zu den Niederländern haben sie eine besondere Beziehung. Zwar ist die Rivalität nicht ganz so wie beispielsweise zwischen Deutschland und England oder Argentinien und Brasilien, aber ein lockerer Spruch, wenn das jeweils andere Nationalteam verloren hat, sei immer drin.

Aktuell haben die Roten Teufel *auf allen Ebenen ein wenig Oberwasser. Die *Elftal verpasste nicht nur U-17-WM 2015, sondern das A-Team scheiterte bekanntermaßen auch in der Qualifikation zur UEFA EURO 2016. "Wir haben lange Zeit wenig Grund zum Feiern gehabt, aber das hat sich zum Glück in der jüngsten Vergangenheit geändert", freut sich Verreth mit einem Lächeln im Gesicht und ergänzt: "Die Niederländer reden viel. Sie sind sehr direkt und sprechen aus, was sie gerade denken. Ich würde sagen, wir sind da etwas anders."
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Ein Novum in der Verbandsgeschichte
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Gönnen tun die Teamkollegen in Eindhoven dem Trio die Teilnahme am weltweiten Gipfeltreffen in Chile auf alle Fälle, auch "wenn sie natürlich ein wenig eifersüchtig waren, als wir losgeflogen sind“, erklärt Daneels. 

Nun kämpfen die Diablotins (Teufelchen) am Montag gegen Costa Rica um den historischen Halbfinaleinzug. Noch nie konnten die Belgier in dieser Turnierserie das Semifinale erreichen, schon der Einzug in die Runde der letzten Acht ist ein Novum in der Verbandsgeschichte. "Natürlich ist jeder stolz auf das Erreichte. Niemand hat erwartet, dass wir so weit kommen", so Verreth. Und Rigo erzählt: "Unsere Familien zu Hause unterstützen uns und fiebern vor dem Fernseher mit. Costa Rica ist sicherlich ein starker Gegner. Sie haben Frankreich geschlagen, einen der Titelfavoriten. Aber wir sind noch längst nicht am Ende."

Wenn sie das nächste Mal eine Landesgrenze überwinden, dann sicher auf dem Heimweg von Chile nach Belgien und im Gepäck sollen dann nicht nur die Sportsachen sein, wie bei den Fahrten nach Eindhoven zum Training, sondern auch eine WM-Medaille.

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