FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Finnland 2003

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2003

Beindruckende Leistungen der Debütanten

DER TAG IM RÜCKBLICK - Nachdem der Start zur U-17-WM in Finnland 2003 noch eher verhalten war, explodierte das Geschehen am zweiten Spieltag. Zwar folgte dem gestrigen Sonnenschein ein feuchter Nieselregen, aber auf dem Naturrasen in Lahti und Tampere fielen die Tore beinahe im Minutentakt. In den ersten Spielen der Gruppen C in Tampere (Jemen – Portugal und Kamerun – Brasilien) und D in Lahti (Republik Korea – USA, Spanien – Sierra Leone) fielen nicht weniger als 22 Treffer. Es war jedoch mehr als nur eine simple Torlawine. Es gab sensationelle Aufholjagden, Aufregungen, Platzverweise, Eigentore, Hattricks und - was immer dazu gehören sollte - herausragende spielerische Leistungen. Es war der Tag, an dem Freddy Adu und Samuel Barlay auf der Bühne des Weltfussballs erschienen, die sie so schnell nicht mehr verlassen dürften.
Im Schatten der beeindruckenden Skisprungschanze von Lahti und vor der lauten Kulisse der zahlreichen koreanischen Fans boten die U.S.-Amerikaner beim 6:1 gegen die Republik Korea eine beeindruckende Leistung. Die vom FIFA Weltpokal Korea/Japan 2002™ noch bestens bekannten Töne waren wohl Musik in den Ohren der U.S.-Spieler, deren A-Nationalmannschaft beim letzten Großereignis in Asien so beeindruckend abgeschnitten hatte. Niemand fühlte sich dabei wohler als das erst 14-jährige Wunderkind Adu, das sein immenses Potenzial mit zwei beeindruckenden Einzelleistungen und einem Elfmeter in der letzten Spielminute unter Beweis stellte.
Korea, das noch vor kurzem die USA mit 3:0 geschlagen hatte, vermochte es nicht, Kapital aus einem Eigentor von Dwight Owens zu schlagen. Trainer Yoon Duk Yeo, der nach dem Spiel nicht zur Pressekonferenz erschien, wird eine Menge Zeit in die Psyche seiner Spieler investieren müssen, bevor er sie am Sonntag in die Partie gegen Spanien schicken kann.
Von Adu angetriebene U.S.-Boys deklassieren Korea
Während es sieben Treffer im Lahti-Stadion waren, fiel dieselbe Zahl von Toren einige Hundert Kilometer entfernt im Ratina-Stadion in Tampere. Es sollte eine Unglückszahl für den Jemen werden. Sehr früh im Match ließ der Schiedsrichter den Jemeniten Akram Al Selwi einen Elfmeter drei Mal ausführen. Nachdem er die ersten beiden mühelos verwandelt hatte, wurde sein dritter Schuss pariert. Danach liefen die Dinge jedoch wesentlich besser für das asiatische Team. Bei ihrem Debüt in einem FIFA-Turnier sorgten Al Baadani Yaser und Abdulelah Sharyan für eine beruhigende Halbzeitführung gegen sichtlich geschockte Portugiesen.
Was immer jedoch Trainer Antonio Violante seinen müden Spielern in der Kabine gesagt hat, es hat wohl Wunder bewirkt. Ihr Star beim Triumph bei der UEFA U-17-Europameisterschaft, Marcio Sousa, sorgte nach zehn Minuten für den Anschlusstreffer. Anschließend wogte die Partie hin und her, bis schließlich Jemens Al Safi  Abdullah den Ball zum 4:3-Sieg der Portugiesen unglücklich im eigenen Tor versenkte.
Tapferes Jemen unterliegt erst in letzter Minute den Portugiesen
Ein weiterer Neuling bei diesem FIFA-Turnier musste in zweiten Spiel der Gruppe D ebenfalls leiden. Erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit überwand Spaniens Ersatzspieler Xisco Sierra Leones Torhüter Patrick Bantamoi zum 3:3-Ausgleichstreffer der Europäer. Obwohl sie nach dem Platzverweis gegen Arzo in der 28. Minute nummerisch den Spaniern überlegen waren, vermochten die Afrikaner daraus letztendlich kein Kapital zu schlagen und ließen sich nach dem Schlusspfiff enttäuscht zu Boden fallen. Vor dem Spiel hatten sie noch einen Halbkreis gebildet und die Hände gen Himmel gehoben.
Zunächst waren es die Spieler von Juan Santisteban, die zu beeindrucken wussten. Sie boten einen technisch überzeugenden Fussball und führten bald mit 2:0 nach Treffern ihres Goalgetters David und des kleinen Flügelflitzers Sisi. Nach der roten Karte für Arzo riss jedoch Sierra Leones Spielführer Barclay die Initiative an sich. Nach einem schönen Spielzug im gegnerischen Strafraum ließ er dem spanischen Torhüter mit einem harten Rechtsschuss keine Chance. Zwei Minuten später war er erneut zur Stelle und sorgte für den Ausgleich. Barclays drittes und bestes Tor - eine tolle Körpertäuschung, gefolgt von einem Schuss durch die Beine des spanischen Torhüters Adan - weniger als 20 Minuten vor dem Ende, schien das Ende der unglaublichen Aufholjagd von Musa Kallons Teenagern zu sein. Den Spanien gelang jedoch der Ausgleich, so dass vor dem nächsten Spieltag am Sonntag in Gruppe D immer noch alles offen ist.
Sierra Leones Stars mit einem Warnschuss
Im zweiten Match in Gruppe C in Tampere gab es ein Unentschieden. Kamerun, der zweite Neuling, der an Tag 2 in Aktion trat, ging zunächst mit 1:0 gegen den Turnierfavoriten Brasilien in Führung. Eifrig und doch zielstrebig zugleich waren die Löwen bemüht, den Erfolg ihrer A-Nationalmannschaft gegen Brasilien beim Konföderationen-Pokal im Juni zu wiederholen. Die südamerikanischen Spieler ließen sich jedoch nicht beeindrucken und erzielten schließlich den Ausgleichstreffer. Am Sonntag steht nun der Knaller gegen Portugal auf dem Programm.
Neun Löwen trotzen Brasilien Unentschieden ab
Falls die traditionellen Supermächte des Wettbewerbs glaubten, dass es zunächst ein Spaziergang werden würde, so hat Tag 2 gezeigt, dass dem keineswegs so ist. Sierra Leone, Kamerun und der Jemen wussten allesamt bei ihrem Debüt zu beeindrucken. Finnland 2003 verspricht, eines der bisher spektakulärsten FIFA U-17-Turniere zu werden.

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