FIFA U-17-Weltmeisterschaft Brasilien 2019™

FIFA U-17-Weltmeisterschaft Brasilien 2019™

26. Oktober - 17. November

FIFA U-17-WM 2019

Ahamada: Ein Franzose glänzt im Schatten

Naouirou Ahamada of France celebrates a victory
© Getty Images
  • Naouirou Ahamada ist defensiver Mittelfeldspieler in Frankreichs U-17-Auswahl
  • Er verpasste die UEFA-U-17-EURO, trumpft nun aber in Brasilien auf
  • Seit Jahresanfang spielt er bei Juventus Turin, wo er regelrecht aufblüht

Ihre Position im Mittelfeld wird oft mit der klassischen Rückennummer umschrieben: "auf der Sechs". Gemeint sind jene Spieler, die nicht im Rampenlicht stehen – die Balleroberer, Wasserträger und Dauerläufer. Die Kämpfer und Ballverteiler, die dem eigenen Spielmacher den Rücken freihalten und die Offensivbemühungen des gegnerischen unterbinden. In Frankreich tragen diese wichtigen Akteure nicht selten die Rückennummer 13, so wie N'Golo Kanté… oder Naouirou Ahamada.

Das Gesicht von Weltmeister Kanté kennen alle. Das von Ahamada vielleicht bald auch. Breit grinsend und mit einem Dialekt, der ihn unverkennbar als aus Marseille stammend kennzeichnet, tritt dieser Ahamada ans Mikrofon von FIFA.com und sagt über seine U-17-Weltmeisterschaft in Brasilien: "Wir können rundum zufrieden sein! Es läuft perfekt. Wenn man ins Halbfinale einzieht, indem man Spanien im Viertelfinale mit 6:1 besiegt, macht das glücklich."

Herrscher im Mittelfeld

Im Fussball werden zur Verdeutlichung des Spielverlaufs oft mehr oder minder aussagekräftige Statistiken herangezogen. Nun denn: Gegen Spaniens Nachwuchs trugen sich sechs verschiedene französische Akteure in die Torschützenliste ein, drei davon verbuchten zudem eine Torvorlage für sich. Nicht so Ahamada. Trotzdem war er im defensiven Mittelfeld ein entscheidender Faktor beim französischen Kantersieg. "Klar macht es Spaß, Tore zu schießen und vorzubereiten. Aber ich brauche das nicht zu meinem Glück", sagt er. "Ganz so schlecht habe ich ja nicht gespielt!"

Im Gegenteil. Gegen Spanien mit seinem bekannten Passspiel waren Ahamada und sein kongenialer Partner Lucien Agoumé im Mittelfeld die Männer des Spiels. Durch frühzeitiges Anlaufen erstickten sie alle Angriffsbemühungen des Gegners, störten den Aufbau, fingen beinahe jeden Pass ab. "Gegen spanische Mannschaften ist es nie einfach", sagt Ahamada dabei. "Sie beherrschen den Ballbesitzfussball perfekt. Man weiß, was für gute Mittelfeldspieler sie haben. Aber wir haben als Mannschaft verteidigt. Jeder hat jedem geholfen, wir haben kompakt gestanden und sie am Spielaufbau gehindert."

Moriba Ilaix of Spain looks to break past Naouirou Ahamada of France
© Getty Images

Zum Lernen bei der "Alten Dame"

Ob Zufall oder nicht: Agoumé und Ahamada verdienen gerade beide ihre Sporen in Italien, Heimat des Catenaccio und mithin Paradies der Defensivspieler. Agoumé zog es unlängst von Sochaux zu Inter Mailand, Ahamada verließ den FC Istres in Richtung Juventus Turin. Und es scheint, als trügen die Monate in Italien bereits Früchte. "Ja, Italien hat Auswirkungen auf mich und meine Art, Fussball zu spielen. Ich habe körperlich stark zugelegt. Da unten muss ich ja pausenlos laufen! Außerdem denke ich, dass sich meine Mentalität geändert hat. Ich bin zum Kämpfer geworden. Ich gebe keinen Ball mehr verloren", so Ahamada.

Allerdings wird Frankreichs glänzendes Mittelfeldgespann im Halbfinale am 14. November gesprengt. Agoumé sah gegen Spanien seine zweite Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und ist damit im nächsten Spiel gesperrt. "Er ist mein Kumpel. Wir ergänzen uns gut und verstehen uns auch abseits des Platzes toll. Seine Sperre trifft mich und die Mannschaft hart, er ist schließlich unser Kapitän", erklärt Ahamada. "Aber wir haben 21 Spieler im Kader. Wir können das auffangen."

Ahamada selbst ist dafür das beste Beispiel. Er gehörte nicht zum Kader für die letzte U-17-Europameisterschaft, bei der Frankreich im Halbfinale an Italien scheiterte. Aber er kämpfte sich danach bis Brasilien und hinein in die Startformation – "mit harter Arbeit", wie er sagt. Ganz der defensive Mittelfeldspieler eben...

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