FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018

13 November - 1 Dezember

FIFA U-17-Frauen-WM 2018

Zwei Trainerinnen schreiben Geschichte für ihre Nationen

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  • Im vergangenen Monat wurde das erste FIFA Trainerinnen-Mentorenprogamm gestartet
  • Drei der teilnehmenden Trainerinnen haben mit ihren Teams das Halbfinale der FIFA U-17-Frauen-WM erreicht
  • FIFA.com sprach mit der Kanadierin Rhian Wilkinson und der Mexikanerin Monica Vergara

Jill Ellis, Hope Powell und Asako Takakura werden am Mittwoch die Halbfinalspiele der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018 sehr aufmerksam verfolgen.

Eigentlich versteht sich dies bei drei derart erfolgreichen Trainerinnen im Frauenfussball von selbst. Doch dieses Mal wird es für die drei sogar noch interessanter. Denn erst im vergangenen Monat waren sie beim ersten FIFA Trainerinnen-Mentorenprogramm im *Home of FIFA* in Zürich dabei und fungieren seitdem als Mentorinnen für drei junge, aufstrebende Trainerinnen: Ellis für Monica Vergara, Powell für Rhian Wilkinson und Takakura für Gemma Lewis.

Einen Monat nach der Veranstaltung haben Vergara mit Mexiko, Wilkinson mit Kanada und Assistenztrainerin Lewis mit Neuseeland die Halbfinalrunde bei der FIFA U-17-Frauen-WM erreicht. Für alle drei Teams ist es der historische erste Vorstoß in die Runde der letzten Vier.

"Ich habe während des Turniers immer wieder Nachrichten von Monica (Vergara) und auch von Gemma (Lewis) bekommen. Natürlich habe ich sie unterstützt und ermutigt. Natürlich sind wir am Erfolg unserer Teams interessiert. Doch es ist ein tolles Gefühl, dass auch die anderen, an denen mir viel liegt, so erfolgreich sind", so Wilkinson, die 180 Mal für Kanada spielte, gegenüber **FIFA.com**. "Natürlich will ich mit meinem Team so weit wie möglich kommen und so viele Spiele wie möglich bestreiten. Gleichzeitig freut es mich, dass auch sie genau die gleichen Erfahrungen machen. Das ist sehr schön."

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"Ich war am Anfang etwas skeptisch (in Bezug auf das Mentorenprogramm). Schließlich war klar, dass es immer wieder Konkurrenzsituationen und Überschneidungen geben würde", so Wilkinson weiter. "Ich dachte, es würden vielleicht Geheimnisse um Erfolgsrezepte gemacht. Aber das ist gar nicht der Fall. Alle sind sehr motiviert und wollen so viel Zeit, Know-how und Energie wie möglich beitragen."

Genau wie Wilkinson spielte auch Vergara für die A-Nationalmannschaft ihres Landes und nahm an den Olympischen Spielen teil. Sie hat bereits verschiedene Trainerrollen im mexikanischen Verband bekleidet und im Januar 2018 die Leitung der U-17-Frauen-Nationalmannschaft übernommen.

"Der Grundgedanke des Mentorenprogramms macht den Fussball aus", so Vergara gegenüber FIFA.com. "Es ist unglaublich, dass alle Mentorinnen so offen sind und so bereitwillig ihre Erfahrungen und ihr Wissen teilen. Dies hat mir in der Vorbereitung für Uruguay enorm geholfen."

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Historisches CONCACAF-Derby

Das bevorstehende Duell zwischen Mexiko und Kanada im Halbfinale des Turniers wird das erste Aufeinandertreffen zweier Teams aus der CONCACAF-Zone bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft.

"Ihr Team trägt ganz deutlich die Handschrift aus ihrer Zeit als Spielerin: Die Kanadierinnen sind mit Leidenschaft dabei, sie sind stark und geben nie auch nur einen Ball verloren", so Vergara über das Team von Wilkinson, ihrer nächsten Gegnerin an der Seitenlinie. "Auch über sie als Trainerin kann ich nur Gutes sagen: Sie feuert ihr Team immer und unermüdlich an, sie ist mit voller Leidenschaft dabei, sie sieht die Dinge stets positiv und sie holt damit das Beste aus ihren Spielerinnen heraus."

"Sie ist einfach ein toller Mensch", so Wilkinson ihrerseits über Vergara. "Ich denke, das mexikanische Team hat sich ihre Einstellung zu eigen gemacht, niemals aufzugeben. Das konnte man beispielsweise gegen Ghana sehen. Zwei Mal gerieten die Mexikanerinnen in Rückstand, zwei Mal kamen sie zurück. Sie sind mit voller Leidenschaft dabei. Man sieht, dass ihre Spielerinnen sie lieben und unbedingt für sie spielen wollen."

Ganz unabhängig vom Ergebnis am Mittwoch ist eines schon jetzt klar: der Zusammenhalt unter den Trainerinnen im Frauenfussball wird von Tag zu Tag stärker und es werden immer mehr Trainerinnen in diese Fußstapfen treten.

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