FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Jordanien 2016

13 November - 1 Dezember

FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2016

Stars von morgen haben weibliche Vorbilder

© Getty Images

Anlässlich der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ thematisierte FIFA.com den immer wiederkehrenden Vergleich zwischen dem Frauen- und dem Männerfussball, der indes nach Ansicht vieler Protagonistinnen einen geringen Aussagewert hat. "Diese Vergleiche werden angestellt, weil der Fussball die wichtigste Sportart der Welt ist und die Frauen erst vor relativ kurzer Zeit ihren Platz darin gefunden haben. Es gibt noch nicht viele weibliche Idole und sie bekommen in den Medien keine so große Aufmerksamkeit. Daher kommt diese leidige Tendenz", sagte etwa Vera Pauw, Nationaltrainerin Südafrikas und Mitglied der Technischen Studiengruppe der FIFA.

Die Leistungen, die in den Stadien Kanadas bewundert werden konnten, waren dennoch nicht umsonst. Weniger als ein Jahr später kann festgestellt werden, dass beispielswiese die Teilnehmerinnen der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Jordanien 2016 längst nicht mehr nur männliche Idole haben, wie FIFA.com herausfinden konnte.

"Ich habe schon immer Alex Scott aus der ersten Mannschaft von Arsenal bewundert. Sie war schon immer mein Vorbild, seit ich mich erinnern kann", sagt etwa die Engländerin Taylor Hinds, die ebenfalls für die Arsenal Ladies spielt. "Lucy Bronze auch. Ich finde es toll, dass sie dieses Turnier auch bestritten hat. Ich schaue ihr oft zu, weil sie auf der gleichen Position spielt wie ich", ergänzt sie. Die Verteidigerin von Manchester City nahm an der ersten Auflage des weltweiten U-17-Turniers 2008 in Neuseeland teil.

Den Älteren nacheifern
Auch die Deutsche Giulia Gwinn lässt sich von einer Spielerin inspirieren, die damals bei diesem Turnier brillierte. "Meine Fussballheldin ist Alexandra Popp", verrät die Angreiferin, die in Jordanien drei Treffer und damit zwei mehr als ihr Vorbild in Ozeanien erzielt hat. "Sie ist eine super Spielerin. Sie schießt viele Tore, und wichtige Tore. Sie beeindruckt mich durch ihre Körpersprache und Einstellung auf dem Platz."

Ähnlich wie Hinds und Gwinn orientieren sich die meisten Spielerinnen an älteren Akteurinnen, die auf der gleichen Position spielen. Die Spanierin Laia Aleixandri beispielsweise bewundert Virginia Torrecilla, die wie sie das Spiel ihrer Mannschaft von der Mittelfeldposition vor der Defensive aus dirigiert. "Sie gibt alles für ihr Team, sowohl offensiv als auch defensiv", erklärt sie. "Ich beobachte immer die Spieler im defensiven Mittelfeld. Bei ihr mag ich ihre Spielweise und Ballführung. Ich hatte das Glück, sie zu treffen, und das war genial. Ich hoffe, dass ich eines Tages sein werde wie sie."

Das Idol nachzuahmen ist etwas, das der Kamerunerin Alexandra Takounda für den Bruchteil einer Sekunde tatsächlich gelungen ist. "Ich liebe Cristiano Ronaldo und freue mich sehr, ein Tor geschossen zu haben, das von ihm hätte sein können", sagt sie zu ihrem spektakulären Hackentreffer gegen Venezuela. "Aber vor allem bewundere ich Gaëlle Enganamouit", schiebt sie schnell hinterher und erklärt, warum die Torschützin der unzähmbaren Löwinnen in Kanada 2015 ihr Vorbild ist. "Sie ist kraftvoll, schnell und hat bei der ersten Teilnahme Kameruns an der Frauen-WM eine tolle Leistung gezeigt. Ich hätte in Jordanien gerne das Gleiche gemacht, aber leider ist uns das nicht gelungen. Aber ich hoffe, in ihre Fußstapfen treten und die gleiche Karriere erleben zu können."

Dinge ändern
Ihre Teamkameradin Eni Kuchambi nennt kurioserweise ebenfalls eine Stürmerin als Inspirationsquelle, und zwar die Brasilianerin Marta. Und dies, obwohl sie selbst eine Abwehrspielerin ist: "Auch wenn sie eine Offensivspielerin ist, liebe ich ihre Spielweise", rechtfertigt sie ihre Wahl. "Wenn ich sie spielen sehe, motiviert mich das erst recht, durchzuhalten und meinen Traum vom Fussball weiterzuverfolgen. Sie gibt mir die Energie und den Willen, weiter hart zu arbeiten."

Auch die Ghanaerin Kayza Massey träumte einst davon, es den besten Torjägerinnen des Planeten gleichzutun. Aber ihre erste Erfahrung zwischen den Pfosten im Alter von zwölf Jahren hat ihr Leben verändert - und ihre Vorbilder. "Ich habe es geliebt, Stürmerin zu sein und Tore zu schießen. Aber als ich angefangen habe, im Tor zu spielen, fand ich das entspannend. Ich fühle mich nie gestresst, wenn ich im Tor stehe", versichert sie. "Wir Torhüter haben einen eigenen Stil und ich versuche, einiges von den Keepern zu übernehmen, die ich bewundere. Ich hoffe, eines Tages wie Hope Solo spielen zu können", ergänzt sie, ohne zu verschweigen, dass sie ihrer Spielweise gerne auch eine Prise Manuel Neuer hinzufügen möchte.

Die Spanierin Lorena Navarro schließlich, die zum Auftakt des Turniers mit fünf Treffern in einer Partie für Aufsehen sorgte, gibt offen zu, sich an Spielern wie Lionel Messi und Sergio Agüero zu orientieren: "Weil sie klein sind wie ich und viele Tore schießen", sagt die 1,50 Meter große Spielerin. Doch wenn es darum geht, ein Vorbild zu nennen, gibt es für sie nur einen Namen: "Ich bewundere Veronica Boquete. In Spanien ist es immer noch schwer, vom Fussball zu leben. Aber dank Spielerinnen wie ihr ändern sich die Dinge nach und nach", sagt sie. Dabei ist ihr wohl nicht ganz bewusst, dass sich dieser Wandel auch dank der Leistungen all dieser Spielerinnen in Jordanien weiter beschleunigen könnte.

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