FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018

13 November - 1 Dezember

FIFA U-17-Frauen-WM 2018

Revanche der Routiniers

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Spanien hat gerade die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Uruguay 2018 gewonnen, und die Spielerinnen feiern. Für drei von ihnen hat dieser Titel noch einen besondere Bedeutung. Das wird deutlich, wenn man sich anschaut, was auf dem Shirt von Eva Navarro geschrieben steht: "Das ist für alle Mädchen, besonders für die U-20!"

Die Widmung ist verständlich. Schließlich haben Navarro, Catalina Coll und Claudia Pina, die drei Spielführerinnen des Teams, noch vor drei Monaten die andere Seite der Medaille gesehen, als sie sich bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Frankreich 2018 im Finale gegen Japan geschlagen geben mussten.

"Es ist keine persönliche Revanche, sondern vielmehr eine Revanche mit dem Fussball. Vorher wurde mein Traum zerstört, aber heute konnte ich ihn verwirklichen", so Pina im Gespräch mit FIFA.com. Sie trägt noch das Trikot mit der Rückennummer zehn und hält die Urkunde in der Hand, die sie als beste Spielerin des Finales ausweist. In der Kabine warten der Goldene Ball und der Silberne Schuh von adidas.

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Pina gibt unumwunden zu, dass die Niederlage in Frankreich ihr während des Duells mit Mexiko durch den Kopf gegangen ist. "Heute mussten wir in der zweiten Halbzeit zittern, und das erste, was dir in den Sinn kommt, ist der Misserfolg der Vergangenheit. Dieses Mal mussten wir den Titel einfach gewinnen, und wir haben es geschafft."

Bei Coll kamen die Erinnerungen hingegen vor der Partie hoch. "Vorher hat mich oft diese Angst befallen, wieder ein Finale zu verlieren. Es ist sehr hart zu erleben, wie dir ein Weltmeistertitel durch die Lappen geht. Aber ich hatte viel Vertrauen in dieses Team", meint sie und hält dabei den Goldenen Handschuh von adidas in den Händen, mit dem sie als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet wurde.

Navarro geht es auch nicht anders. "Ich hatte genau wie Cata großen Respekt und habe darüber nachgedacht, dass es uns wieder wie im Finale der U-20-WM ergehen könnte. Das Gute ist, dass wir es geschafft haben, mit dem Druck und einem so starken Gegner wie Mexiko umzugehen und zum Erfolg zu kommen."

Für Navarro ist der Titelgewinn in Uruguay doppelt wertvoll. "Ich hatte auch noch eine kleine Rechnung von der WM 2016 in Jordanien offen. Damals hatten wir eine gute Mannschaft und haben das Halbfinale gegen Japan verloren. Ich habe nicht vergessen, wie schwer das damals war. Deshalb genieße ich all dies nun umso mehr."

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Über die Auszeichnungen

"Auf persönlicher Ebene bin ich sehr glücklich. Vor dem Finale hatte ich damit gerechnet, um die Auszeichnung zur Torschützenkönigin kämpfen zu können, aber nicht zur besten Spielerin des Turnier. Das hat meine Erwartungen übertroffen."
Claudia Pina (beste Spielerin und zweitbeste Torschützin der U-17-Frauen-WM 2018)

"Ich bin stolz, weil diese Auszeichnung eine Anerkennung für all die Arbeit ist, die dahintersteckt. Ich habe sie bekommen, aber all meine Teamkameradinnen haben einen Beitrag dazu geleistet. Ich widme sie ihnen und allen, die mich unterstützen."
Catalina Coll (ausgezeichnet als beste Torhüterin der U-17-Frauen-WM 2018)

Schon gewusst?

  • Mit insgesamt neun Toren (zwei bei der Auflage von 2016 in Jordanien und sieben in Uruguay) belegt Claudia Pina in der ewigen Torjägerinnenliste der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft nun den zweiten Platz. Noch besser ist nur die Venezolanerin Deyna Castellanos mit elf Treffern.
  • Navarro schloss das Turnier als beste Vorlagengeberin des Turniers ab (drei).
  • Coll ließ in sechs Partien nur drei Gegentore zu (0,5 pro Spiel).

Die Routiniers mit den Worten ihrer Trainerin

"Wir haben gewöhnlich drei Spielführerinnen, und das sind Catalina, Eva und Claudia. Sie entscheiden bei jedem Spiel, wer von ihnen die Kapitänsbinde trägt. Mit ihrer Erfahrung leisten sie einen Beitrag dazu, dass das Team die Hände nicht in den Schoß legt, stärker wird und nicht vom Erfolgsweg abkommt."
Toña Is (Trainerin Spaniens und Assistenztrainerin der U-20-Auswahl, die das Finale der U-20-WM 2018 in Frankreich verlor).