FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018

13 November - 1 Dezember

FIFA U-17-Frauen-WM 2018

Silvana Flores – Fussball als universelle Sprache

© Getty Images

"Machen wir das Interview auf Spanisch! Ich spiele für Mexiko und stehe im Finale einer WM!"

Silvana Flores spricht hervorragendes Spanisch, aber ihr englischer Akzent ist unverkennbar. Daran ist auch nichts auszusetzen, denn die Tochter eines ehemaligen mexikanischen Fussballers kam in Kanada, dem Heimatland ihrer Mutter, zur Welt und lebte 14 Jahre dort. Anschließend zog sie nach England, wo sie derzeit zu Hause ist.

Die zentrale Mittelfeldspielerin trainierte bereits mit den Juniorinnenauswahlen Kanadas, der Cayman-Inseln und Englands, bevor sie zu Mexiko stieß.

"Mein Papa ist Trainer und betreute die U-15-Auswahl der Cayman-Inseln. Ich war damals elf Jahre alt, und da es auf der Insel nicht viele Mädchen gab, die Fussball spielten, trainierte ich dort mit", erklärt sie im Gespräch mit FIFA.com.

Bereits nach kurzer Zeit wurden die Talentscouts auf sie aufmerksam und sie stieß zur kanadischen U-15. Dort spielte sie sogar mit einigen Spielerinnen zusammen, gegen die sie mit Mexiko im Halbfinale der U-17-WM in Uruguay gewann. "Das war ohne Zweifel ein ganz besonderes Spiel für mich", meint sie.

Silvana Flores in Uruguay

  • Spiele: 5 (alle von Beginn an)
  • Spielminuten: 418 (siebtlängste Einsatzzeit)
  • Durchschnitt: 83 Minuten und 6 Sekunden pro Spiel

Nach ihrem Umzug nach Ipswich hatte sie die Möglichkeit, mit der englischen Auswahl zu trainieren, auch wenn sie nicht spielberechtigt war. Während dieser Zeit wurde die einsatzfreudige Mittelfeldspielerin zu einem Probetraining nach Mexiko eingeladen, und damit nahm langsam alles Gestalt an.

"Ich hatte anderswo immer das Gefühl, dass mir etwas fehlte, und dort habe ich es gefunden. Ich mag die Spielweise, aber auch die Leidenschaft, die hier an den Tag gelegt wird", so Flores, die 2017 wegen einer Knieverletzung eine ganze Zeit lang pausieren musste und sogar die Qualifikation für diese WM verpasste.

Nachdem sie dann im September dieses Jahres endgültig den Sprung in die U-17-Auswahl geschafft hatte, war Flores glücklich und zufrieden. "Ich habe mich sofort mit den anderen angefreundet. Wir sind wie eine Familie, und das spürt man auf dem Platz: Wenn jemand Druck macht, kommt gleich eine zweite dazu, um zu helfen. Wenn jemand stürzt, ist sofort eine andere Spielerin zur Stelle. Wir ziehen alle an einem Strang."

Flores weiß genau, dass die Mexikanerinnen diesen Zusammenhalt dringend brauchen werden, wenn sie gegen Spanien gewinnen und den ersten Weltmeistertitel des Landes im Frauenfussball holen wollen.

"Wir haben vor Turnierbeginn hier ein Freundschaftsspiel gegen sie bestritten und 1:2 verloren. Aber die beiden Gegentore kamen zustande, weil wir Fehler gemacht haben. Die Partie war hart umkämpft, und wir lagen bei Ballbesitz und Chancen sogar gleichauf. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir über alle Voraussetzungen verfügen, um zu gewinnen."

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Schon gewusst?

  • Flores' Klub: "Ich spiele in England für die U-21-Auswahl von Arsenal Women. Ich hoffe, bald den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen."
  • Fussballfamilie: "Mein Bruder und meine Schwester sind jünger als ich, spielen ebenfalls Fussball und sind sehr gut. Genau wie ich möchten die beiden für Mexiko spielen."
  • Abseits des Spielfelds: "Ich spiele gut Klavier, spreche drei Sprachen (Englisch, Spanisch und Französisch) und lese gern – vor allem Science-Fiction und Fantasy-Romane."
  • Mexiko: "Ich reise häufig nach Mexiko, weil ich dort Großeltern, Onkel und Cousins habe. Ich mag die mexikanische Kultur, vor allem die Musik und das Essen. Ich liebe Quesadillas, 'Frijoladas' [Bohneneintöpfe] und Chilaquiles."

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