FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Uruguay 2018

13 November - 1 Dezember

FIFA U-17-Frauen-WM 2018

Ethik-Workshop mit Spaßfaktor 

  • Dritte Auflage der Ethik-Workshops bei der U-17-Frauen-WM in Uruguay
  • Alle Turnierteilnehmer wurden einbezogen
  • Audiovisuelle Wissensvermittlung mit Spiel und Spaß

Wer eine Person mit einer Bemerkung über deren Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft beleidigt, wird für ____ Spiele gesperrt.

"Das wurde in dem Video gesagt: fünf Spiele!", ruft Michell Lugo, Spielführerin der kolumbianischen Mannschaft aus, bevor sie diese Option auf dem Tablet auswählt. Der grüne Haken bestätigt, dass ihre Antwort korrekt ist, und ihre vier Teamkameradinnen feiern diese Tatsache wie ein Tor.

Dieses Bild war während der unterhaltsamen Ethik-Workshops, die die FIFA im Zeitraum vom 10. bis zum 15. November für die 16 teilnehmenden Teams der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Uruguay 2018 organisierte, häufiger zu sehen.

Ziel der Veranstaltungen war es, Themen wie Rassismus und Diskriminierung, Belästigung und Gleichberechtigung, Bestechung und Korruption zu erörtern. Diese äußerst wichtigen Themen für junge Spielerinnen, die ihre ersten Schritte auf der Weltbühne unternehmen, wurden auf spielerische Weise abgehandelt.

"Unser Konzept ist es, das ernste Thema der Ethik mit etwas Spaß zu verknüpfen", erklärt Laura Dijak, leitende Juristin für Ethikfragen bei der FIFA und eine derjenigen, die die 16 Workshops an den drei Spielorten des Turniers durchführten.

"Wir wollten diese Themen richtig angehen, moderne Instrumente wie Tablets und interaktive Präsentationen zum Einsatz bringen und den Wettkampfgeist der Spielerinnen nutzen, um am Ende einen 'Ethik-Champion' zu ermitteln. Das hat gut funktioniert.", so Dijak weiter.

Das Quizspiel

  • Spielerinnen der einzelnen Nationalmannschaften werden in Teams mit fünf oder sechs Mitgliedern aufgeteilt.
  • Die Teilnehmer diskutieren und beantworten Multiple-Choice-Fragen zu den Themen und Aspekten der Präsentation, die für denFrauenfussball gelten
  • Wenn die Antwort auf Anhieb richtig ist, gibt es drei Punkte, wenn es beim zweiten Versuch klappt, einen Punkt.
  • Die beiden Teams mit den meisten Punkten bestreiten "das Finale": Dabei versuchen die Spielerinnen, den Ball per Kopf
    "Head Bin Challenge") mit Hilfe einer FIFA-Legende, in einen Behälter zu befördern. Wem dies am häufigsten gelingt, der "gewinnt".

Im Rahmen der Workshops gab es Zeit für alles. Beispielsweise wurde das Hinweisgebersystem zur vertraulichen Meldung von Verstößen vorgestellt, es gab aber auch genügend Raum zum Nachdenken und Diskutieren.

"Der Workshop war unglaublich, sehr interaktiv. So wünscht man sich das. Wir waren die ganze Zeit konzentriert bei der Sache, die Informationen waren klar und präzise. Wir waren alle aktiv dabei und hatten Spaß", meint Jordyn Huitema, Spielführerin Kanadas.

"Für mich persönlich gehört die Gleichberechtigung der Geschlechter zu den wichtigsten Themen", fügt die kanadische Stürmerin hinzu. "Dabei hat es in den letzten Jahren große Fortschritte gegeben, aber wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir sein möchten."

Die Kolumbianerin Michell Lugo kann dem nur beipflichten. "Es ist traurig, dass wir täglich um Gleichberechtigung kämpfen müssen. Wir wissen, dass wir Ergebnisse liefern müssen, um sie zu erreichen, und wir legen uns dafür ins Zeug."

Verónica Boquete, war in ihrer Rolle als FIFA-Legende mit von der Partie und unterstützte die einzelnen Gruppen. Später unterhielt sie sich mit den Nachwuchsspielerinnen, die sich überrascht davon zeigten, welchen Anteil die Spanierin daran hatte, dass das Videospiel FIFA nun auch Frauen-Nationalmannschaften umfasst.

"Meine Rolle bei diesem Workshop ist die einer Spielerin, die mit Nachwuchsspielerinnen über ihre Erfahrungen spricht, über Themen, die mir und der FIFA wichtig sind. Ich hätte mich gefreut, wenn es so etwas gegeben hätte, als ich in ihrem Alter war. Aber damals gab es noch nicht einmal eine U-17-WM!", meint sie im Gespräch mit FIFA.com.

"Es ist ganz wichtig, diese Themen jetzt anzusprechen, zu Beginn ihrer Karriere, denn sie tragen Verantwortung mit Blick auf die Zukunft. Das habe ich ihnen auch während des Workshops vermittelt. Sie sind dafür verantwortlich, dass der Fussball in Zukunft besser dasteht als sie ihn vorgefunden haben."

Am Ende des Tages sind alle gut gelaunt. Unter den Gewinnen sind auch Gelbe und Rote Karten, mit denen die Spielerinnen ihren Spaß haben, ohne dabei das Wichtigste aus den Augen zu verlieren: das Richtige zu tun, wenn es darauf ankommt.

Schon gewusst?

Die Ethik-Workshops begannen mit einem Pilotprojekt bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 mit sieben teilnehmenden Mannschaften. Dann gab es eine Fortsetzung bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2018 mit 15 beteiligten Teams. Bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in Uruguay waren zum ersten Mal alle teilnehmenden Teams an den Workshops beteiligt.

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