FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

22 September - 13 Oktober

FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2012

Luxusreservistin freut sich aufs Finale

BAKU, AZERBAIJAN - OCTOBER 09:  Hyang So Kim of Korea DPR scores a goal during the FIFA U-17 Women's
© Getty Images

Kim So Hyang ist zwar mit drei Treffern in vier Partien die zweitbeste Torschützin der DVR Korea, gehörte jedoch eigentlich nicht zur Stammelf von Trainer Hwang Yong Bong. Bis zum Halbfinale gegen Deutschland hatte die Spielerin mit der Trikotnummer 20 in Aserbaidschan gerade einmal 56 Minuten auf dem Platz gestanden. Sie war immer erst in der Schlussphase der zweiten Halbzeit für eine Mitspielerin eingewechselt worden. Paradoxerweise erzielte sie in der einzigen Partie, in der sie von Beginn an auf dem Platz stand, die beiden Treffer, dank derer ihre Auswahl ins Endspiel einzog. Hier wird es nun zu einer Neuauflage des Gruppenspiels gegen Frankreich kommen.

Für Hyang stellt das Finale, das am Samstag im Tofig Bahramov Stadium in Baku stattfindet, jedoch keine Wiederholung dar: Das Gruppenspiel gegen die Französinnen war nämlich das einzige Spiel des Turniers, in dem die Stürmerin von Sobaesku, einem in der Stadt Kaesong beheimateten Klub, noch nicht einmal für wenige Minuten auf dem Feld stand. Nachdem sie das Duell gegen die *Bleuettes *von der Bank aus verfolgt hatte und in den beiden nachfolgenden Partien auch mit einer Rolle als Reservistin hatte Vorlieb nehmen müssen, ist die Spielerin noch immer begeistert von ihrem ersten Auftritt in der Stammelf. Jetzt träumt sie davon, im Finale aufzulaufen.

"Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfuhr, dass ich gegen Deutschland spielen würde. Ich weiß nicht, warum der Trainer mich in diesem Spiel gegen Frankreich nicht aufgeboten hat, aber ich bedaure sehr, dass ich nicht zum Einsatz gekommen bin. Das war ein kniffliges Spiel, weil es erst die zweite Partie im Wettbewerb war. Wir hatten noch nicht so viele Spiele gegen andere Länder bestritten und hatten weniger Erfahrung. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, deshalb bin ich sicher, dass es im nächsten Spiel gegen Frankreich viel besser für uns laufen wird. Dafür werden wir alles geben", so die Stürmerin im Gespräch mit FIFA.com. "Die Französinnen und die USA waren unsere schwierigsten Gegner, aber wir sind gut auf das Spiel vorbereitet."

Hyang hatte gleich zum Auftakt einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Beim beeindruckenden 11:0-Kantersieg gegen Gambia hatte sie 13 Minuten nach ihrer Einwechslung in der 68. Spielminute den achten Treffer ihres Teams erzielt. Allerdings reichte es nicht zu einem Platz in der Stammelf, und so kam sie in der zweiten Partie gegen die Bleuettes nicht zum Einsatz. Gegen die USA wurde sie dann wieder eingewechselt, allerdings erst in der 88. Minute, so dass ihr keine Zeit blieb, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Echte Verstärkung für die nordkoreanische Auswahl
Im Viertelfinale gegen Kanada hatte sie 26 Minuten Zeit zu zeigen, dass sie einen Platz in der Startelf von Hwang Yong Bong verdiente und bekam ihn im nächsten Spiel dann auch. Sie lief im Duell gegen Deutschland anstelle von Ri Kyong Hyang auf. Die Stürmerin nutzte ihre Chance und stand im Rampenlicht, als Ri Un Sim, die derzeit beste Torschützin des Teams, nicht glänzen konnte. Sie erwies sich als echte Verstärkung für die nordkoreanische Auswahl. Hyang erzielte beide Treffer für ihr Team und machte damit den Einzug ins Finale perfekt.

"Unsere Gegnerinnen haben sie [Ri Un Sim] eng gedeckt, so dass sie keine guten Torchancen herausspielen konnte. Aber wir haben eine sehr solide Mannschaft und das Ergebnis beweist, wie gut wir als Team arbeiten. Wir sind nicht nur von einer Spielerin abhängig, sondern vom Kollektiv", so Hyang.

Der Spielerin mit der Trikotnummer 20 gelang gegen Deutschland etwa dasselbe wie der Französin Kadidiatou Diani, die in der ersten Halbfinalpartie des Tages gegen Ghana zur ersten Spielerin avancierte, der im Halbfinale dieses Turniers zwei Treffer gelangen. Das Vertrauen, das der nordkoreanische Trainer in sie gesetzt hat, konnte sie jedenfalls voll und ganz rechtfertigen. Hwang begründet die Umstellung für das Spiel gegen Deutschland mit dem Vertrauen in die Homogenität seines Kaders und der Anpassung an den Gegner.

"Ich verfüge über zahllose talentierte Spielerinnen, die alle gleich stark sind. Daher versuche ich das Team je nach Gegner anzupassen. Diesem Kriterium bin ich gefolgt, als ich sie in der Partie gegen Deutschland in die Startelf genommen habe, in den Spielen zuvor jedoch nicht", so der Trainer.

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