FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Neuseeland 2008

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Neuseeland 2008

28 Oktober - 16 November

FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2008

Fussball verbindet ungleiche U.S.-Schwestern

Kristie (L) and Sam Mewis relax on a punt ahead of their semi-final against Germany in Christchurch.
© Foto-net

Einige Schwestern sind sich so ähnlich, dass sie untrennbar erscheinen. Nur wenige Minuten nachdem man Kristie und Sam Mewis kennengelernt hat, wird einem klar, dass das für diese beiden nicht gilt.

So unterschiedlich wie ihr Aussehen ist auch ihr Verhalten. Die Antwort des Mittelfeld-Duos der U.S.-Auswahl vor dem Turnier auf die Frage nach Gemeinsamkeiten war bezeichnend: "Wir spielen Fussball", antwortete Sam. "Und das war's auch schon", stimmte Kristie ihr zu. "Wir sind wirklich sehr unterschiedlich."

Für ihren Trainer spielt das keine Rolle. Man kann sie zwar nicht gerade als siamesische Zwillinge bezeichnen, doch Streitigkeiten zwischen ihnen gibt es auch nicht. Kazbek Tambi, der sich im Fussball auskennt, wird wissen, dass eine harmonische Beziehung zwischen Geschwistern in einer Mannschaft keineswegs eine Voraussetzung für den Erfolg ist. So haben beispielsweise die englischen Legenden Jack und Bobby Charlton, die 1966 maßgeblich am bislang einzigen Gewinn des Weltmeistertitels durch Englands beteiligt waren, aus ihrer schwierigen Beziehung nie einen Hehl gemacht.

Dabei verstehen sich die Mewis-Schwestern wesentlich besser als die Charlton-Brüder. Was sie mit den Helden von 1966 verbindet, ist die Art und Weise, wie sie erfolgreich schönen Fussball spielen. Wenn die beiden in Schwung kommen, sind sie kaum aufzuhalten. "Manchmal harmonieren wir perfekt", erzählte Kristie FIFA.com. "Es gibt Augenblicke, in denen wir uns einfach blind verstehen. Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass wir Schwestern sind und eine Art Telepathie zwischen uns besteht."

Die 17-jährige Kristie ist die ältere und ernsthaftere der beiden. Ihr Ballgefühl, ihre Spielübersicht und auch ihre Distanzschüsse haben sie zu einer der herausragenden Spielerinnen der USA bei der bisherigen WM in Neuseeland 2008 gemacht. Sie war sicherlich auch eine Art Vorbild für ihre Schwester Sam, die erst im vergangenen Monat 16 Jahre alt wurde und beim 4:2-Viertelfinalsieg der USA gegen die Republik Korea wieder in der Startformation stand.

Sam sagte dazu: "Ich blicke zu ihr auf und möchte so wie sie sein, weil sie eine wirklich gute Spielerin ist." Kristie, ihrerseits, erklärt, dass sie "wirklich stolz" darauf ist, wie sich ihre Schwester in den U.S.-Auswahlmannschaften durchgesetzt hat.

Der Fussball verbindet die Mewis-Schwestern auch zu Hause in der Kleinstadt Hanson in Massachusetts, wo sie viel Zeit damit verbringen, Spiele aus den Topligen Europas zu sehen. "Unser Trainer findet das sehr wichtig", erzählt Kristie. "Er sagt, wir sollten uns immer die besten Mannschaften und die besten männlichen Spieler in unserer Position ansehen, um herauszufinden, wie sie spielen und wie wir uns verbessern können. Zuhause sehen wir oft Spiele aus Europa und was bei Mannschaften wie Chelsea und Manchester United auffällt, ist, dass sie den Ball so gut in den eigenen Reihen halten und sich so schnell anspielen."

Das Unvermögen seiner U.S.-Girls, in Ballbesitz zu bleiben, war sicherlich einer der Hauptkritikpunkte Tambis in der Gruppenphase in Neuseeland. Gegen die Republik Korea dagegen war er nicht der einzige, der eine erhebliche Leistungssteigerung ausmachen konnte. "Das war sicherlich unsere bislang beste Leistung hier", erklärte Kristie. "Ich glaube, wir haben zum ersten Mal wirklich entspannt gespielt. Ich weiß nicht warum, aber in den ersten Spielen waren wir etwas fahrig und haben alle nicht so sehr auf die Mitspielerinnen geachtet."

Vor der Halbfinalpartie gegen Deutschland warnte die ältere Mewis-Schwester jedoch, dass man noch einen Gang zulegen müsse. "Wenn wir einmal in Schwung kommen, sind wir stark und wir können noch viel mehr als wir bisher gezeigt haben. Ich weiß, wozu wir fähig sind und davon waren wir gegen Korea noch ein gutes Stück entfernt. Ich freue mich unheimlich auf das Spiel gegen die Deutschen, denn da herrscht immer große Rivalität. Ich hoffe, dass wir dort zu großer Form auflaufen."

Die beiden Schwestern haben den bisherigen Aufenthalt in Neuseeland, abseits des Fussballplatzes, sehr genossen. Besonders begeistert war Kristie von einem Besuch einer Glühwürmchen-Höhle in Waitamo. "Nur Einkaufen konnten wir bislang noch nicht", beschwert sich Sam. "Das ist etwas, das wir beide unbedingt noch machen möchten, bevor es zurückgeht."

Offenbar ist Fussball doch nicht die einzige Leidenschaft, die die beiden Schwestern verbindet...

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