FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

22 September - 13 Oktober

FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2012

Ein Finale der Gegensätze

Aissatou Tounkara of France and Un Sim Ri of Korea DPR challenge for the ball
© Getty Images

Zum Höhepunkt der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012 am Samstag im Tofig Bahramov Stadium in Baku kommt es zu interessanten Begegnungen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gibt es im Finale eine Neuauflage eines Gruppenspiels. Hier stehen sich die DVR Korea, Weltmeister 2008 in Neuseeland, und Frankreich gegenüber, das einzige europäische Team, das sich bisher für das Endspiel qualifizieren konnte. Beide Teams sind bereits in der Gruppe B aufeinandergetroffen.

Auch die Gegner im Spiel um Platz drei sind bereits in der Gruppenphase gegeneinander angetreten: Deutschland und Ghana, die beiden Erstplatzierten der ausgeglichenen Gruppe D, treffen im Kampf um einen Platz auf dem Podest erneut aufeinander. FIFA.com liefert Ihnen die Vorschau auf zwei Partien, in denen zwei Teams mit großer Tradition in Nachwuchsturnieren des Frauenfussballs auf zwei Mannschaften treffen, deren großes Können im Verlauf der WM in Aserbaidschan zutage getreten ist.

Das FinaleFrankreich – Korea DVR, Tofig Bahramov Stadium, 13. Oktober, 20:00 Uhr (Ortszeit)

Die DVR Korea war bisher bei allen Auflagen der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft vertreten, hat die erste Auflage gewonnen und braucht der Welt nicht mehr viel zu beweisen. Es handelt sich um die erste Mannschaft, die bereits zum zweiten Mal ins Finale des prestigeträchtigen Ereignisses einzieht. Die Nordkoreanerinnen wollen ihren geballten Erfahrungsschatz gegen einen Gegner einsetzen, der zuvor noch nie über die Gruppenphase hinausgekommen war. Das Team von Trainer Hwang Yong Bong stützt sich dabei vor allem auf Ri Un Sim, die bislang beste Torschützin des Turniers und Anwärterin auf den Goldenen Schuh von adidas. Allerdings stehen dem Trainer durchaus auch noch gute Alternativen zur Verfügung, wenn die Torjägerin einmal nicht so gut aufgelegt ist. Im Halbfinale gegen Deutschland wusste Kim Son Hyang beispielsweise ebenso zu glänzen. Außerdem verfügt die DVR Korea über eine gut eingespielte, agile und vielseitige Mannschaft.

Frankreich mag zwar bei den vorherigen Turnierauflagen nie über die Gruppenphase hinausgekommen sein und steht in Frauen-Wettbewerben der FIFA zum ersten Mal in einem Finale, es handelt sich aber dennoch keinesfalls um eine unerfahrene Mannschaft. Die Finalistinnen der Europameisterschaft stellten schon in der Gruppenphase unter Beweis, dass sie sich durchaus gegen die Weltelite behaupten können und erreichten beispielsweise am zweiten Spieltag gegen den Finalgegner DVR Korea ein 1:1-Unentschieden. Außerdem ließen die Französinnen die USA hinter sich. Sie setzen vor allem auf die Klasse und den Torriecher von Léa Declercq und Kadidiatou Diani im Angriff sowie auf den sicheren Rückhalt, den Griedge Mbock Bathy in der Abwehr bietet.

Das Spiel im Platz dreiGhana – Deutschland, Tofig Bahramov Stadium, 13. Oktober, 17:00 Uhr (Ortszeit)

Den Deutschen ist die Revanche gegen die DVR Korea nicht gelungen, der sie bereits im Viertelfinale der Auflage von 2010 in Trinidad und Tobago unterlegen waren. Allerdings haben sie noch die Chance, ihre bisher beste Turnierleistung zu wiederholen, wenn sie sich gegen Ghana durchsetzen. Die Ghanaerinnen wollen ihrerseits zum ersten Mal aufs Podest. Eine gute Nachricht für Sara Däbritz und Co. mag vielleicht sein, dass der Gegner, die erste afrikanische Mannschaft, die über das Viertelfinale hinausgekommen ist, auf seine Starspielerin Jane Ayieyam verzichten muss, die gegen Frankreich einen Platzverweis kassierte. Allerdings hat das afrikanische Team noch andere Asse im Ärmel, denn nicht umsonst ist Ghana mit seiner Zweikampfstärke und Schnelligkeit zur großen Überraschungsmannschaft der WM in Aserbaidschan avanciert.

Die beiden Teams wissen ganz genau, was auf sie zukommt, denn sie sind bereits am zweiten Spieltag der Gruppe D gegeneinander angetreten. Paradoxerweise konnte Deutschland, das in den K.o.-Spielen auf Siege in den Schlussminuten spezialisiert war, den 2:1-Erfolg gegen Ghana bereits mit zwei Treffern in der Anfangsphase der Partie perfekt machen. Allerdings war es dann alles andere als leicht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Die Ghanaerinnen spielten nämlich zahlreiche Chancen heraus und hätten durchaus auch als Siegerinnen vom Platz gehen können.

Spielerin im FokusDie nordkoreanische "Torfabrik"Ri Un Sim konnte im Halbfinale gegen Deutschland zum ersten Mal bei dieser WM keinen Treffer erzielen. Die Spielerin mit der Trikotnummer zehn hatte nämlich in allen vier vorherigen Partien ins Schwarze getroffen. Das ist sicherlich ein weiterer Grund, die mit sieben Treffern bisher beste Torschützin des Turniers nicht aus den Augen zu lassen. Sie wird im Finale jetzt erst recht alles geben, um den Rekord der Südkoreanerin Yeo Minji einzustellen, die es 2010 in Trinidad und Tobago auf acht Treffer brachte.

Zahl des Tages 116 – So viele Treffer wurden bei der WM 2012 in Aserbaidschan insgesamt bereits erzielt. Damit wurde schon vor dem letzten Spieltag die Bilanz von Neuseeland 2008 übertroffen, wo der Ball 113 Mal im Netz zappelte. Nur noch neun Treffer fehlen zum Turnierrekord, der 2010 in Trinidad und Tobago aufgestellt wurde.

Zitat"Nordkorea hat eine sehr starke Mannschaft, die über eine gute Kondition verfügt. Das Finale wird zweifellos noch härter umkämpft sein als unsere erste Begegnung. Für uns ist es glaube ich besser, gegen sie [die Nordkoreanerinnen] anzutreten als gegen Deutschland, gegen das wir im Finale der Europameisterschaft verloren haben."
Marion Romanelli (Spielerin, Frankreich)

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