FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

22 September - 13 Oktober

FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2012

Die Trainer haben das Wort

The Korea DPR Coach Yong Bong Hwang shakes hands with the France Coach Guy Ferrier
© Getty Images

Wenige Stunden vor dem großen Schlusspunkt der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012 zogen die Trainer der vier besten Mannschaften des Turniers Bilanz und sprachen über ihre Leistungen sowie die Situation des Frauenfussballs in ihren jeweiligen Ländern.

FIFA.com fasst die Äußerungen der Trainer, die an diesem 13. Oktober um den dritten Platz kämpfen – Ghanas Mas-Ud Dramani und Deutschlands Anouschka Bernhard – sowie die der Endspielteilnehmer aus Frankreich und Korea DVR, Guy Ferrier beziehungsweise Yong Bong Hwang, zusammen.

Für Deutschland ist das Verpassen des Endspiels eine kleine Enttäuschung, denn es wäre der erste Finaleinzug bei einer FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft gewesen. Wenn die jungen Deutschen aber gegen Ghana gewinnen, hätten sie immerhin ihre bisher beste Platzierung wiederholt. Insgesamt zog Bernhard daher ein durchgehend positives Fazit über das Turnier. "Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis, unter die Besten gekommen zu sein, aber ein wenig enttäuscht über unsere Leistung in den Spielen. Denn ich denke, dass wir besser spielen können. Dennoch war es für unsere Spielerinnen eine großartige Erfahrung. Und auch eine großartige Erfahrung mit Blick auf die Entwicklung unseres Fussballs, deshalb war dieses Turnier für uns ein Erfolg", erklärte sie.

Wenn Aserbaidschan 2012 für Deutschland einen Schritt nach vorne darstellte, so galt dies erst recht für Ghana. Unabhängig davon, wie es den Black Maidens gegen die Schützlinge Bernhards ergeht, haben sie schon durch den Einzug ins Viertelfinale Geschichte geschrieben, und noch mehr durch das Erreichen des Halbfinales. Ganz Afrika blickt auf diese Mannschaft, die es als erste des Kontinents bei einem Turnier dieser Alterskategorie so weit gebracht hat.

"Eines Tages werden wir Weltmeister sein"
Trotz der Probleme während der Vorbereitung denkt Trainer Mas-Ud Dramani, dass dieser Erfolg Ghanas die letzten Zweifel an der wachsenden Stärke des afrikanischen Frauenfussballs ausgeräumt hat. "Bei uns gibt es kein Qualifikationsturnier wie in Europa, doch wir sind mit großer Leidenschaft dabei. Und wenn ich sehe, dass sowohl Nigeria wie auch wir uns für das Viertelfinale qualifizieren konnten, bedeutet das, dass unser Fussball sich sehr stark verbessert hat, und eines Tages werden wir Weltmeister sein können."

Ähnlich wie für Ghana ist Aserbaidschan 2012 auch für Frankreich bereits ein historischer Erfolg, unabhängig davon, wie das Endspiel ausgeht. Es ist das erste Mal, dass ein französisches Frauenteam das Finale einer FIFA-WM bestreitet, und für Trainer Guy Ferrier ist dies eindeutig das Ergebnis einer langfristigen Arbeit. "Zu diesem Zeitpunkt verfügen wir über bis zu sechs Schulen, die sich dem Frauenfussball widmen und in denen Sport und Bildung kombiniert werden. Die Mädchen lernen und erlangen einen Abschluss, aber sie trainieren auch fünf Mal die Woche. Sie leisten sehr harte Arbeit, doch diese Arbeit spiegelt sich nun hier wieder, im Erreichen dieses Endspiels."

Die Bleuettes bekommen es im Finale mit einem schweren Gegner zu tun. Wie vor vier Jahren steht erneut Korea DVR im Endspiel. In Neuseeland 2008 krönten sich die Nordkoreanerinnen zum Weltmeister. Der Trainer der aktuellen Mannschaft, Hwang Yong Bong, ist zuversichtlich, dass ihnen die Wiederholung dieses Coups gelingt. Gleichzeitig lobte er die Gegner, auf die sein Team bisher getroffen ist. Insbesondere Frankreich, gegen die Korea DVR bereits in der Gruppenphase spielte (1:1), und Deutschland, das von den Asiatinnen im Halbfinale bezwungen wurde. "Sowohl Frankreich wie Deutschland sind starke Mannschaften und waren großartige Gegner", betonte er.

"Es gibt keinerlei Druck mehr"
Auch Ferrier sparte nicht mit Lob für den Finalgegner, aber vor allem zeigte er sich zuversichtlich, dass seine Auswahl für diese historische Herausforderung bestens gerüstet ist. "Seit dem Erreichen des Viertelfinales gibt es für meine Spielerinnen keinerlei Druck mehr. Wir sind uns über unsere eigenen Schwächen und die Stärken von Korea DVR bewusst, und es geht nur noch darum, so gut wie möglich zu spielen."

Es war also für alle Beteiligten ein Erfolg, bei einer FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft so weit vorzustoßen. Nun bleibt nichts, außer sich auf den aufregenden Schlusspunkt zu freuen und das Spektakel zu genießen, das uns die vier Trainer und ihre Mannschaften an diesem 13. Oktober bieten werden.

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