FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Aserbaidschan 2012

22 September - 13 Oktober

FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2012

"Bleuettes" machen Frankreich Ehre

France celebrate victory
© Getty Images

Was ist die Stärke der französischen Auswahl? Diese Frage könnte man allen 21 Spielerinnen der Mannschaft stellen, und man würde stets dieselbe Antwort erhalten. Es ist weder die exzellente Defensive um die kämpferische Marion Romanelli noch die Qualität im Mittelfeld, wie sie die omnipräsente Ghoutia Karchouni repräsentiert. Es ist auch nicht der Angriff, trotz einer Kadidiatou Diani, die wieder zur Bestform fand. Nein, die Stärke Frankreichs, würden alle sagen, ist der Mannschaftsgeist. Es ist eine Gruppe, die ohne Unterschied ebenso starke wie gegensätzliche Persönlichkeiten vereint.

"Die Überzeugungen, die Einstellungen und die Charaktere sind verschieden und vielfältig. In dieser französischen Mannschaft ist für jeden Geschmack etwas dabei! Letztlich ist der Kontakt zu anderen für alle eine Bereicherung. Wir haben Freude daran, zusammen zu sein, zu reden, zu scherzen, zu spielen. Und ich habe den Eindruck, dass sich das auf dem Platz wiederspiegelt", analysierte Karchouni im Gespräch mit FIFA.com. "Das kann ich nur bestätigen. Es gibt nicht eine, die wie die andere ist. Doch wir sind geeint und solidarisch. Der Star ist die Mannschaft", ergänzte Diani.

Paradoxerweise stellte sich die Frage der Gruppe bei der Auslosung der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft noch als recht problematisch dar. Dies jedoch in anderer Hinsicht: Denn Frankreich erwischte die schwierigste Staffel des Turniers, mit Korea DVR - auf die das Team im Finale erneut trifft - den USA und Gambia. Doch sie meisterten diese Aufgabe mit Bravour. "Wir haben uns unseren Platz im Finale wirklich verdient. Wir haben alles gegeben, um das zu erreichen, wir haben so hart gekämpft. Es gibt so etwas wie Gerechtigkeit", betonte Romanelli. "Was meiner Meinung nach den Unterschied ausgemacht hat, war das Kollektiv." Da ist er wieder, der Teamgeist.

Ein Team, viele Unterschiede
Die Leistungen der Französinnen seit Beginn des Turniers geben der Außenverteidigerin Recht. Denn keine Spielerin ragt wirklich aufgrund ihrer individuellen Qualitäten heraus. Die Mannschaft ist homogen, spielt als Einheit. Sie hat alle ihre Gegner in allen Bereichen des Spiels dominiert: Ballbesitz, Torschüsse, Eckbälle. Alle, außer Korea DVR! "Ich freue mich, im Finale wieder auf sie zu treffen, das wird ein tolles Duell. Bei der Euro hatten wir gegen Deutschland verloren. Wenigstens kann uns das im Finale der Weltmeisterschaft nicht erneut passieren", fuhr Romanelli fort.

Tatsächlich schied Deutschland im Halbfinale gegen die Asiatinnen aus (1:2). Frankreich wiederum glänzte gegen Ghana auf ganzer Linie. Undurchdringlich in der Abwehr, tadellos im Mittelfeld und kreativ im Angriff – die Black Maidens erhielten eine wahre Fussball-Lektion. "Es ist fantastisch", freute sich Karchouni. "Ob wir ein Tor kassieren oder eines erzielen, wir sind eine Einheit. Es ist immer eine Partnerin anspielbar, es ist immer jemand da, um den Fehler einer anderen auszubügeln. Das ist perfekt."

Selbst der Angriff, bisher der einzige Schwachpunkt, funktionierte gegen die beste Verteidigung des Turniers wieder. "Ich hatte Kadi gesagt, dass sie ein Tor schießen würde. Ich war mir sicher. Ich wollte schon sagen, dass ich sie lieben würde, wenn sie treffen würde. Und so ist es geschehen", erzählte Karchouni lächelnd. "Ich freue mich, denn gegen Nigeria bin ich gerade noch davongekommen", sagte die Doppeltorschützin Diani und fuhr scherzhaft fort: "Man könnte meinen, ich hebe mir das Beste für den Schluss auf!"

Ein erfrischendes Bild des französischen Fussballs
Karchouni mit ihren algerischen Wurzeln, Diani, die malischen Ursprungs ist und Romanelli mit ihrem italienischen Hintergrund – sie stehen für ein ganzes Land, das wieder das Gefühl genießt, das Finale einer WM erreicht zu haben, sechs Jahre, nachdem die Elf um Zidane und Henry in Deutschland 2006 ins Endspiel einzog. "Ehrlich gesagt, ist die WM 2006 meine schönste Erinnerung als Spieler, auch wenn wir das Finale verloren haben. Wir machten eine schwierige Phase durch, die französische Nationalmannschaft hatte einen schlechten Ruf. Doch es gelang uns, die bestmögliche Art der Zusammenarbeit zu finden, und es ist auf außergewöhnliche Weise gelaufen", sagte augenzwinkernd Willy Sagnol, Manager der französischen Jugendauswahlen, der nach Baku reiste, um die Bleuettes zu unterstützen.*

*Diese geben heute ein erfrischendes Bild des französischen Fussballs ab, was nach den Desastern in Südafrika 2010 und jüngst bei der UEFA EURO 2012 auch dringend nötig war. "Es geht nicht darum, das Image des französischen Wappens wieder aufzupolieren. In meinen Augen ist das französische Wappen noch genauso schön, genauso fantastisch. Unsere Mission besteht darin, alles zu geben und mit unseren eigenen Waffen ganz nach oben zu kommen", relativierte indes Karchouni. "Ich bin davon überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg unser Teamgeist ist. Und es ist kein Zufall, dass auf dem Trikot Frankreichs geschrieben steht: 'unsere Unterschiede vereinen uns!'" Denn Einheit gibt Kraft.

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