Japan
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Damals
Japans Fussballfrauen waren bislang bei drei Auflagen des Olympischen Fussballturniers vertreten. Dabei konnten sie sich jedes Mal verbessern. Nachdem sie in Atlanta 1996 noch sämtliche Spiele verloren hatten und bereits nach der Gruppenphase ausgeschieden waren, stießen sie in Athen 2004 bis ins Viertelfinale vor. In Peking 2008 gelang ihnen mit dem Einzug ins Halbfinale, in dem sie gegen den späteren Olympiasieger USA mit 2:4 das Nachsehen hatten, ein weiterer Qualitätssprung. Im Spiel um Platz drei unterlagen die Japanerinnen dann gegen Deutschland und landeten so auf Rang vier des Turniers.

Heute
Die Fortschritte, die Japan seit der Amtsübernahme von Norio Sasaki als Frauen-Nationaltrainer im Jahr 2008 gemacht hat, sind in der Tat beeindruckend. Nicht zuletzt dank seiner beharrlichen und intensiven Arbeit mit der Mannschaft, die Sasaki seither im Rahmen eines langfristigen Konzepts leistet, schaffte die Nadeshiko 2011 mit dem Gewinn der WM-Krone bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland den Sprung in die absolute Weltspitze. Komplettiert wurde dieser kollektive Erfolg durch zwei individuelle Auszeichnungen im Rahmen der jüngsten Gala FIFA Ballon d'Or: Während Sasaki als bester Frauenfussball-Trainer des Jahres 2011 geehrt wurde, nahm Japans Spielführerin Homare Sawa die Auszeichnung als FIFA Weltfussballerin des Jahres 2011entgegen.

Die Zukunft
Sechs Wochen nach ihrem historischen Triumph in Deutschland erfüllten die Japanerinnen trotz ihres engen Wettkampfkalenders erneut die in sie gesetzten Erwartungen und sicherten sich mit vier Siegen und einem Unentschieden in der abschließenden AFC-Qualifikationsrunde das Olympia-Ticket. Es scheint, als ob der damit verbundene zusätzliche Erwartungsdruck – Japan zählt in London 2012 zweifellos zum Kreis der Favoriten – der Mannschaft von Trainer Sasaki kaum etwas anhaben kann, zumal diese ihren Stil, der ihnen den WM-Titel bescherte, konsequent beibehält. Denn die wichtigsten Bestandteile ihres erfolgreichen Spiels sind die gute Ballbehandlung, das schnelle Kurzpassspiel und – dank der individuellen Klasse einiger Nationalspielerinnen - ihre überragenden Angriffskombinationen. Nichtsdestotrotz steht nach wie vor das Kollektiv über der Leistung einer einzelnen Spielerin, selbst dann noch, wenn es sich dabei um die beste Fussballerin der Welt handelt. "In diesem Jahr kommt der Gedanke an eine individuelle Auszeichnung für mich gar nicht erst auf. Mir wäre es lieber, wenn wir als Mannschaft gewinnen würden. Daher hoffe ich, dass wir uns mit dem wertvollsten Titel des Jahres 2012 schmücken können", so die routinierte Spielführerin Sawa in aller Bescheidenheit.

Zahlen und Fakten
Ehemalige Stars

Mio Otani, Eriko Arakawa

Schlüsselspielerinnen
Homare Sawa, Aya Miyama, Ayumi Kaihori, Nahomi Kawasumi

Die Qualifikation
Mit vier Siegen in fünf Spielen und lediglich einem Remis gegen die DVR Korea, die erst in der Nachspielzeit ausgleichen konnte und sich als zweites Team der Asien-Zone für London 2012 qualifizierte, sicherte sich Japan souverän die Olympia-Teilnahme. Die Bilanz von acht Treffern bei nur zwei Gegentoren kann sich durchaus sehen lassen.

Statistik
4 – Für Homare Sawa, die mittlerweile 33-jährige Spielführerin der japanischen Frauen-Nationalmannschaft, wird London 2012 bereits die vierte Olympiateilnahme sein. Damit avanciert sie zur einzigen japanischen Nationalspielerin, die bei allen vier Auflagen des Olympischen Fussballturniers, für die sich ihr Land bislang qualifizieren konnte, mit von der Partie gewesen ist.