U.S.-Girls sichern sich erneut Gold
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Die USA haben das Olympische Gold-Triple perfekt gemacht. Der Titelverteidiger setzte sich im Finale von London 2012 gegen Weltmeister Japan mit 2:1 durch. Carli Lloyd sorgte mit ihren beiden Treffern im mit 80.203 Zuschauern gefüllten Londoner Wembley-Stadion bei einem Gegentor durch Yuki Ogimi dafür, dass die Nordamerikanerinnen in der Neuauflage des Endspiels der FIFA Frauen-WM 2011 die Oberhand behielten und nach Athen 2004 und Peking 2008 zum dritten Mal infolge das Olympische Fussballturnier der Frauen für sich entscheiden konnten.

Die Stars and Stripes ließen von Anpfiff an keinen Zweifel aufkommen, mit Leidenschaft, Aggressivität und Zweikampfstärke die Revanche schaffen zu wollen. Bereits nach drei Minuten setzte Alex Morgan mit einem Schuss aus spitzem Winkel ein erstes Ausrufezeichen. Die Ostasiatinnen wirkten nervös und mussten in der achten Minute den Preis dafür zahlen: Tobin Heath setzte auf dem linken Flügel Morgan in Szene, die sich im gegnerischen Strafraum drehte und auf die heranstürmende Lloyd flankte. Diese hatte keine Mühe, aus kurzer Entfernung zur Führung einzuköpfen.

Der amtierende Weltmeister reagierte. Nachdem zunächst Nahomi Kawasumi und Ogimi gute Chancen vergeben hatten, wurde Japan selbstbewusster, ballsicherer und kombinationsfreudiger. Nach 18 Minuten lenkte U.S.-Keeperin Hope Solo in Weltklasse-Manier einen Kopfball von Ogimi mit den Fingerspitzen an die Latte. Eine Viertelstunde später tanzte Shinobu Ohno im gegnerischen Strafraum erst drei Gegenspielerinnen aus und legte dann quer auf Spielführerin Aya Miyama, die mit einem Schuss aus 13 Metern ebenfalls am Quergebälk scheiterte. Und in der 37. Minute hatte abermals Ohno Pech, als ihr fein gezirkelter Schuss von der Strafraumgrenze um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeiflog.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Japan, das hohe Tempo weiter aufrecht zu erhalten, doch das Mittelfeld der U.S.-Girls staffelte sich fortan wieder enger und ließ der ostasiatischen Schaltzentrale um FIFA Weltfussballerin Homare Sawa kaum Platz zur Entfaltung. Im Gegenteil: Das Ensemble von Pia Sundhage war es, das nun jede Menge Raum hatte. Es wusste ihn zu nutzen. Nach 54 Minuten nahm Lloyd das Leder im Mittelkreis an, erhöhte das Tempo, überlief Mizuho Sakaguchi und platzierte ihren kraftvollen 20-Meter-Schuss aus vollem Lauf zum 2:0 im gegnerischen Netz.

Wer glaubte, Japan hätte nun nichts mehr entgegenzusetzen, hatte sich getäuscht. Spätestens nach 63 Minuten waren die Akteurinnen von Norio Sasaki wieder zurück im Spiel, denn Ogimi staubte am langen Pfosten zum Anschlusstreffer ab, nachdem die nordamerikanischen Verteidigerinnen Christie Rampone und Amy LePeilbet einen Sawa-Schuss aus zehn Metern zwar zunächst in höchster Not abblockten, dann aber nicht entscheidend klären konnten.

Was folgte, war ein wütender Sturmlauf der Weltmeisterinnen, die nun alles auf eine Karte setzten, während die USA stets auf Konter lauerten und über die pfeilschnelle Morgan durchaus gefährlich blieben. So rettete Keeperin Miho Fukumoto nach gut 70 Minuten im letzten Moment gegen Rachel Buehler, während Torfrau Solo auf der Gegenseite in der 83. Minute ihre Klasse erneut unter Beweis stellte, um einen Einschussversuch der eingewechselten Mana Iwabuchi zu parieren. In den Schlussminuten konnte das Team aus Ostasien jedoch für keine Torgefahr mehr sorgen, so dass diesmal die Nordamerikanerinnen jubeln durften.