Kanada stürmt ins Halbfinale
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Kanada hat sich mit einem 2:0-Sieg gegen Gastgeber Großbritannien den Halbfinaleinzug beim Olympischen Fussballturnier der Frauen 2012 gesichert. In Coventry sorgten Jonelle Filigno und Christine Sinclair bereits in der ersten Halbzeit mit ihren Treffern für den Erfolg. Nun treffen die Nordamerikanerinnen in der Runde der letzten Vier am kommenden Montag in Manchester auf Titelverteidiger USA.

Gegen die kraftvollen Angreiferinnen Sinclair und Melissa Tancredi fanden die Gastgeberinnen in den Anfangsminuten kein Mittel. Bereits kurz nach dem Anpfiff behauptete sich Tancredi gegen zwei britische Verteidigerinnen und legte auf Filigno ab, die aber genau in die Arme von Torfrau Karen Bardsley schoss. In der zwölften Minute machte sie es besser: Einen halbhoch auf den Elfmeterpunkt geschlagenen Eckball von Sophie Schmidt nahm die 21-Jährige direkt per Dropkick und sah, wie das Leder zur 1:0-Führung im britischen Netz einschlug.

Es dauerte eine gute Viertelstunde, ehe Hope Powells Akteurinnen zu ihrer ersten Einschussmöglichkeit kamen, als Jill Scott mit einem 22-Meter-Schuss an Keeperin Erin McLeod scheiterte. Wenig später flog ein spektakulärer Kopfball von Karen Schott nur um Haaresbreite am kanadischen Tor vorbei. Doch dann folgte der große Auftritt von Sinclair: Der Topstar der Ahornblätter setzte einen 22-Meter-Freistoß durch die britische Mauer hindurch ins Netz, erhöhte damit zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt auf 2:0 und erstickte Großbritanniens größer werdendes Selbstvertrauen binnen weniger Sekunden im Keim.

Nach der Pause zogen sich die Kanadierinnen zurück, ließen Großbritannien kommen und lauerten auf Konter. Angetrieben vom Publikum investierten die Gastgeberinnen nun alles, um für Gefahr vor dem Gehäuse von McLeod zu sorgen, wirkten im Aufbauspiel jedoch zu hektisch und leisteten sich zu viele Abspielfehler. Mit zunehmender Spieldauer gelang es dem Team aus Nordamerika, das Mittelfeld immer enger zu staffeln, so dass die einzigen Möglichkeiten der Britinnen, effektive Angriffe zu starken, lange Bälle in die Spitze waren. Diese jedoch kamen nur selten an.

In der Schlussphase warfen die Britinnen alles nach vorne und versuchten mit zahlreichen Flanken zum Anschlusstreffer zu kommen. Doch weder Spielführerin Casey Stoney, noch Jill Scott und Karen Carney konnten die sich ihnen bietenden Kopfballchancen verwerten. Kanada behielt am Ende die Oberhand, weil das Team cleverer spielte und sich zweikampfstärker präsentierte.