Necib will die Revanche gegen Schweden
© AFP

Louisa Necib will sich bei den Olympischen Spielen 2012 nicht mit dem Erreichen des Viertelfinales zufrieden geben. Vielmehr hat sich die Spielmacherin der Französinnen das Ziel gesetzt, mit einem Sieg im erneuten Duell gegen Schweden eine Medaille ins Visier zu nehmen.

"Schweden macht uns keine besondere Angst, denn in diesem Stadium des Turniers bekommt man es nur noch mit starken Mannschaften zu tun", so die in Marseille geborene Necib im Gespräch mit FIFA.com. "Bei der letzten Weltmeisterschaft haben uns die Schwedinnen einen Podestplatz vor der Nase weggeschnappt. Wir hoffen, dass sie uns dieses Mal nicht aufhalten können."

2011 in Deutschland hatten sich die Skandinavierinnen im Spiel um Platz drei gegen Frankreich durchgesetzt, das damals zum ersten Mal überhaupt ein WM-Halbfinale erreicht hatte. Inzwischen hat sich das Team von Trainer Bruno Bini zu einer der weltbesten Mannschaften im Frauenfussball gemausert.

"Seit dem WM-Turnier erleben wir eine tolle Zeit mit großen Spielen in wunderschönen Stadien. Das ist sehr angenehm", freut sich Necib. Dem erneuten Duell gegen die Skandinavierinnen sieht sie ebenso optimistisch wie realistisch entgegen. "Das wird in der Tat eine Revanche, jedoch vor allem ein schönes und zugleich schwieriges Spiel."

Nach einer schmerzlichen 2:4-Niederlage in der Auftaktpartie der Gruppe G gegen die USA trifft Frankreich nun erneut auf eine Mannschaft, die in London 2012 die Goldmedaille anpeilt. Daher ist sich die Spielerin mit der Rückennummer 14 schon darüber im Klaren, dass sich ihr Team gegenüber der Gruppenphase noch deutlich steigern muss, wenn die Revanche gelingen soll.

Insbesondere gegenüber dem letzten Gruppenspiel gegen Kolumbien, das die Französinnen nur knapp mit 1:0 gewannen, obwohl sie in der zweiten Halbzeit jede Menge Torchancen hatten, diese aber nicht verwerten konnten. "Unser größtes Problem war die mangelnde Effizienz. Wie schon unser Trainer sagte, dürfen wir in den kommenden Spielen auf keinen Fall so viele Chancen vergeben."

Mit Blick auf das erste Spiel ihrer Mannschaft in der K.o.-Runde ist sich die Spielerin von Olympique Lyon also durchaus der Gefahr bewusst, dass dort jeder eigene Fehler durch den Gegner sofort bestraft wird. Namentlich steht für diese Gefahr vor allem Lotta Schelin, die für Olympique Lyon in der abgelaufenen Saison 38 Treffer erzielte, wobei einem Großteil davon ein perfektes Zuspiel von Necib vorausging.

"Es ist zugleich komisch und erfreulich, gegen die eigene Mannschaftskollegin aus dem Klub zu spielen", so Necib dazu. Dieses zwiespältige Gefühl werden sicher die meisten ihrer Mitspielerinnen in der Nationalmannschaft haben, zumal Frankreich bei diesem Turnier mehr denn je auf einen gelungenen Auftritt der Vertreterinnen des zweimaligen UEFA Champions-League-Siegers aus Lyon setzt.

Menschlich gesehen mag ein Aufeinandertreffen mit den stets freundlichen Schwedinnen durchaus angenehm sein, doch sportlich kann das Ganze schnell in eine Art Albtraum umschlagen, wenn eine Angreiferin aus der Klubmannschaft für das gegnerische Team stürmt.

"Wer eine Sportart auf hohem Niveau betreibt, besitzt stets auch einen stark ausgeprägten Siegeswillen. Daher werden wir alles daran setzen, die Partie zu gewinnen, auch wenn es gegen die eigenen Klubspielerinnen geht. Ich bin keinesfalls bösartig, aber ich werde mein Bestes geben, um meiner Mannschaft zum Sieg zu verhelfen", so Schelin kürzlich gegenüber FIFA.com.

Genau das hatte die schwedische Topstürmerin übrigens auch vor einem Jahr in der Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim getan, als sie ihr Team im Spiel um Platz drei gegen Frankreich in Führung schoss. Und am Freitag wird sie sicher ebenfalls keine Rücksicht auf ihre Klubkameradinnen nehmen. Ebenso wenig wie Necib auf die Schwedin, die in dieser Partie ihre Gegnerin sein wird.