Europäische Spitzenteams in Glasgow
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Mit dem rein europäischen Viertelfinale zwischen zwei Teams, die es bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 bis ins Halbfinale geschafft haben, verabschiedet sich das Olympische Fussballturnier 2012 vom Hampden Park in Glasgow.

In den vier bisher dort ausgetragenen Frauen-Partien gab es nicht weniger als 16 Tore zu sehen. Sieben davon haben die Französinnen erzielt, und entsprechend wohl und selbstsicher fühlen sich die Schützlinge von Trainer Bruno Bini in ihrer schottischen Umgebung. Die Schwedinnen ihrerseits gehen ebenfalls zuversichtlich in die Partie, nachdem sie in ihrer schweren Gruppe den ersten Platz belegt haben.

Das Spiel
Schweden - Frankreich
Hampden Park, Glasgow
Freitag, 1. August, 12:00 Uhr (Ortszeit)

Hintergrund
In beiden Teams stehen zahlreiche Weltklasse-Spielerinnen. Gleichzeitig wollen beide den Ruf ablegen, bei wichtigen Turnieren häufig nur die zweite Geige zu spielen. Denn während sowohl Frankreich als auch Schweden auf der internationalen Bühne zwar stets bei den großen Turnieren dabei sind und meist auch die späteren Runden erreichen, hat es in den letzten Jahren keines der beiden Teams geschafft, den Topteams Deutschland, USA und jüngst Japan einen Titel zu entreißen.

Beide Teams sind in Topform zu den Spielen von London 2012 angereist und haben sich relativ komfortabel für die Runde der letzten Acht qualifiziert, doch beide Mannschaften haben auch noch Raum für Verbesserungen. Die Schwedinnen beispielsweise verspielten gegen Kanada eine 2:0-Führung und mussten sich nach zahlreichen Nachlässigkeiten am Ende mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben. Die Form, die sie beim torlosen Unentschieden gegen Japan gezeigt haben, als sie weite Teile der Partie dominierten, war erheblich überzeugender.

Die Französinnen haben unterdessen von ihrem Trainer eine eindeutige Aufgabe bekommen: Auf 45 starke Minuten müssen 45 genau so starke folgen. Denn in ihren drei bisherigen Spielen haben die Französinnen stets eine exzellente Halbzeit gespielt, aber in der anderen meist nur durchschnittliche Leistungen geboten. Dieser Mangel an Konstanz kam sie beispielsweise im Auftaktspiel gegen die USA teuer zu stehen. Bini weiß sehr wohl, dass seine Schützlinge gegen die starken Schwedinnen nur zum Erfolg kommen können, wenn sie während der gesamten Partie auf höchstem Niveau spielen.

Statistik
12 - Olympique Lyon, der Gewinner der UEFA Champions League der Frauen in den vergangenen zwei Jahren, wird bei der Partie im Hampden Park mit insgesamt zwölf Spielerinnen vertreten sein. Elf davon tragen die Farben Frankreichs. Die zwölfte ist die Schwedin Lotta Schelin, die als größte Gefahr für die Bleues von Trainer Bruno Bini gilt.

Zitate
"In der Mannschaft herrscht eine gute Stimmung. Wir alle fühlen uns sehr wohl und sind zuversichtlich. Das Spiel gegen Kanada war enttäuschend, aber gegen Japan haben wir wirklich gut gespielt. Ich weiß, dass wir bei diesem Turnier weit kommen können, wenn die Mannschaft gut drauf ist."
Sofia Jakobsson (Mittelfeldspielerin, Schweden)

"Wir haben das Spiel der Schwedinnen gegen Kanada gesehen und mehrere Spieler aus unserem Team haben dabei wichtige Einblicke bekommen. Aber wir müssen uns in allen Aspekten weiter steigern, wenn wir hier gut abschneiden wollen. Viele von uns haben die UEFA Champions League mit Olympique Lyon gewonnen, aber die Olympischen Spiele haben wir noch nicht gewonnen. Genau das ist unser Ziel."
Wendie Renard (Verteidigerin, Frankreich)