Die Viertelfinalduelle stehen fest
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DER TAGESRÜCKBLICK - Beim Olympischen Fussballturnier der Frauen 2012 stehen jetzt alle Viertelfinalpaarungen fest. Nach dem packenden letzten Gruppenspieltag ziehen Schweden, die USA und Großbritannien als Gruppensieger in die Runde der letzen Acht ein.

Frankreich tritt nach dem Sieg gegen Kolumbien nun gegen Schweden an. Brasilien, das den Platz im Viertelfinale schon vor der heutigen Niederlage gegen Großbritannien sicher hatte, trifft auf Weltmeister Japan, das gegen Südafrika nicht über ein torloses Unentschieden hinaus kam.

Am größten war der Jubel indes im St. James' Park in Newcastle, wo Kanada das drohende Ausscheiden durch ein 2:2 gegen Schweden (nach 0:2-Rückstand) noch abwenden konnte und nun auf Gastgeber Großbritannien trifft, sowie in Coventry, wo sich Neuseeland gegen Kamerun durchsetzte und damit erstmals die K.o.-Runde erreichte.

Ergebnisse
Gruppe E
Neuseeland – Kamerun 3:1
GroßbritannienBrasilien 1:0

Gruppe F
KanadaSchweden 2:2
JapanSüdafrika 0:0

Gruppe G
USA – Korea DVR 1:0
Frankreich – Kolumbien 1:0

Das Tor des Tages
Neuseeland – Kamerun, Rebecca Smith (43.)
Am heutigen Spieltag gab es keine wirklich spektakulären Tore zu sehen. Die Wahl fällt daher auf den überaus wichtigen Treffer der neuseeländischen Spielführerin. Es war zwar nicht unbedingt ein wunderschönes Tor, doch mit ihrem Kopfballtreffer nach einem Eckstoß von Ria Percival sorgte Rebcca Smith dafür, dass erstmals bei einem FIFA-Turnier eine Mannschaft aus Neuseeland die Gruppenphase überstand.

Denkwürdige Momente
Herdmans gelungene Heimkehr
John Herdman hat sich seinen Ruf als Trainer zwar in Neuseeland und Kanada aufgebaut, doch aufgewachsen ist er in Newcastle, wo er als Kind natürlich seinen Klub Newcastle United im St. James' Park anfeuerte. Die Rückkehr in "sein" altes Stadion war daher ein besonders denkwürdiger und emotionaler Moment für ihn. Auf die Leistung seines Teams konnte er zudem zu Recht stolz sein, denn die Kanadierinnen holten einen Zwei-Tore-Rückstand gegen Schweden auf und qualifizierten sich mit dem 2:2-Unentschieden für das Viertelfinale. "Darin steckt auch ein bisschen Newcastle", freute sich der Trainer. "Es war dieser ganz besondere Geordie-Teamgeist, der uns noch das 2:2 beschert hat!"

Wambach und der Wurm
Einstudierte Formen des Torjubels sind für das Frauenteam der USA nichts Neues. Doch für das 50. Tor des Teams bei einem Olympischen Fussballturnier, das Abby Wambach gegen Korea DVR erzielte, hatten sich die U.S.-Girls etwas ganz Besonderes ausgedacht. Wambach und acht Teamkameradinnen fassten sich bei den Händen und winkten rhythmisch mit den Armen. Das sah schon spektakulär aus, doch am anderen Ende des Spielfelds zeigten Torhüterin Hope Solo und die erfahrene Spielführerin Christie Rampone unterdessen ihre eigene Version des Wurmtanzes. "Hope wird manchmal nicht in unseren Jubel einbezogen, und vor dem Spiel hat sie außerdem gesagt, dass dieser Wurmtanz der einzige ist, den sie kann", erklärte Wambach nach der Partie. "Da wollten wir ihr durch ein Tor unbedingt die Gelegenheit dazu geben."

Rekordkulisse rockt das Wembley-Stadion
Das erste Frauen-Länderspiel im Wembley-Stadion bleibt gleich aus mehreren Gründen unvergesslich. Das Spiel bot neben dem hohen fussballerischen Niveau und dem hochverdienten Sieg für die Gastgeberinnen auch einen neuen Zuschauerrekord für ein Frauenfussballspiel. Die alte Bestmarke war am 26. Dezember 1920 aufgestellt worden, als 53.000 Anhänger in den Goodison Park kamen, um ein Spiel zwischen Dick Kerr Ladies und St. Helen's zu sehen. 92 Jahre später sorgten 70.584 Fans im Wembley-Stadion für eine fantastische Stimmung. Sie feuerten ihr Team frenetisch an, sangen zahllose Fussballhymnen und brachten das Stadion in der Halbzeitpause beim Song "We will Rock You" von Queen richtig auf Touren.

Zahl des Tages
3 - Vor London 2012 hatten nur zwei Spielerinnen in allen drei Gruppenspielen ihres Teams getroffen, nämlich Linda Medalen 1996 für Norwegen und Sun Wen 2000 für China VR. Diese Zahl hat sich in der vergangenen Woche mehr als verdoppelt: Melissa Tancredi (Kanada), Abby Wambach (USA) und Stephanie Houghton (Großbritannien) gehen alle mit dem guten Gefühl in die K.o.-Runde, bislang in jedem Spiel ein Tor erzielt zu haben.

Zitat
"Das wird den Mädchen zu Hause viel Auftrieb geben und sie motivieren, es auch zu den Olympischen Spielen schaffen zu wollen. Ich bin ziemlich sicher, dass wir für andere Frauen Türen geöffnet haben. Ich bin sicher, dass sie heute alle sehr stolz auf uns sind."
Sanah Mollo (Südafrika) nach dem Unentschieden gegen Weltmeister Japan

So geht es weiter
Freitag, 3. August*
SchwedenFrankreich, Glasgow, 12:00 Uhr
USANeuseeland, Newcastle, 14:30 Uhr
JapanBrasilien, Cardiff, 17:00 Uhr
GroßbritannienKanada, Coventry, 19:30 Uhr
*alle Anstoßzeiten sind in Ortszeit angegeben