Zwölf Mannschaften nehmen Gold ins Visier
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Obwohl es sich beim Frauenfussball um eine relativ junge olympische Disziplin handelt, gebührt ihr doch die Ehre der Auftaktveranstaltung zu den Olympischen Sommerspielen London 2012. Das Spiel zwischen Großbritannien und Neuseeland am 25. Juli im Millennium-Stadion von Cardiff ist der erste Wettbewerb dieser 30. Auflage der Olympischen Spiele.

216 Spielerinnen wurden nominiert, um bei dem 16-tägigen Turnier, das am Donnerstag, 9. August, im beeindruckenden Wembley-Stadion endet, um die Goldmedaille zu kämpfen. Vor dem großen Showdown in London dürfen wir 25 Partien genießen, die an sechs verschiedenen Spielorten ausgetragen werden: neben der englischen Hauptstadt gastiert das Turnier auch in Cardiff, Coventry, Manchester, Newcastle und Glasgow.

Zwölf Nationalmannschaften treten an - und mit ihnen die großen Weltstars im Frauenfussball. Keine der berühmten Spielerinnen von der FIFA Frauen-WM 2011 wird fehlen, weder die Japanerin Homare Sawa, noch die U.S.-Amerikanerin Abby Wambach oder die Brasilianerin Marta.

Bei dieser fünften Ausgabe des Olympischen Fussballturniers der Frauen gibt es mehrere große Favoriten. Jeder wird den amtierenden Weltmeister Japan auf der Rechnung haben, wenngleich die Statistik für den Titelverteidiger USA spricht. Nicht umsonst waren die U.S.-Amerikanerinnen bei bislang jedem Olympischen Turnier dabei und haben nur ein einziges Mal den Gewinn der Goldmedaille verpasst: Im Jahr 2000 mussten sie sich nach der Finalniederlage gegen Norwegen mit Silber begnügen.

Zudem hat noch nie ein amtierender Weltmeister im folgenden Jahr Olympisches Gold holen können. Dennoch lässt die außerordentliche Entwicklung des Frauenfussballs in Japan das Land von einem besseren Abschneiden als 2008 in Peking träumen, wo man den vierten Platz erreichte.

Ein Spitzenteam fehlt
Nicht dabei ist das Team aus Deutschland, das vor vier Jahren noch die Bronzemedaille holte und bislang bei jedem Olympischen Fussballturnier der Frauen dabei war. Auch China VR konnte sich nicht für London qualifizieren. Damit gehören nur noch Brasilien, die USA und Schweden zum erlesenen Kreis der Teams, die seit der Premiere 1996 in Atlanta an jedem Turnier teilgenommen haben.

Neue Gesichter wird man mit Kamerun, Kolumbien, Frankreich und Südafrika sehen, die sicherlich das Zeug haben, für eine Überraschung zu sorgen. Nicht von ungefähr ist das traditionell starke Nigeria in der Afrika-Qualifikation gescheitert, während Frankreich bereits vor einem Jahr bei der WM zu beeindrucken wusste.

Rekorde und Namen
Das Turnier in Großbritannien dürfte für einige Meilensteine in der noch jungen Geschichte dieser Olympischen Disziplin sorgen. So sollte man die Torschützenliste im Auge behalten, denn es kann durchaus sein, dass ein neuer Torrekord aufgestellt wird. Die zehn Treffer, die bislang die Deutsche Birgit Prinz und Brasiliens Cristiane bei einem Turnier erzielten, könnten bald übertroffen werden. Die Brasilianerin jedenfalls ist in London erneut dabei.

Diese beiden Spielerinnen sind im Übrigen die einzigen, denen bislang bei Olympischen Fussballturnieren ein Hattrick gelungen ist (Cristiane gleich zwei Mal). Möglicherweise wird dieser exklusive Verein neue Mitglieder finden.

Falls die Brasilianerinnen Formiga und Tania erneut zum Einsatz kommen, können sie sich rühmen, die einzigen zwei Spielerinnen zu sein, die bislang bei jedem Olympischen Fussballturnier der Frauen gespielt haben. Ihr großes Ziel wird der Gewinn der Goldmedaille sein, die sie 2004 in Athen und 2008 in Peking knapp verfehlt hatten.

Diesen Traum haben wohl alle Spielerinnen, die in den Genuss der besonderen Emotionen eines Olympischen Fussballturniers kommen dürfen. Und Sie? Verspüren Sie auch schon das Olympische Fieber? Falls ja, verfolgen Sie auf FIFA.com die neuesten Informationen zu den Olympischen Fussballturnieren. Willkommen in London 2012!