Deutschland zieht ins Halbfinale ein
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Deutschland setzte sich mit einem hart erkämpften 2:0-Sieg im Viertelfinale des Olympischen Fussballturniers gegen Schweden durch. Kerstin Garefrekes und Simone Laudehr erzielten die Siegtreffer in der Verlängerung.

In beiden Startformationen gab es eine Veränderung. Bei Deutschland war wie erwartet Anja Mittag, die Torschützin aus dem Spiel gegen Korea, ins Spiel gekommen. Ihr musste Sandra Smisek weichen. Bei den Schwedinnen erhielt Jessica Landstrom die Chance, von Beginn an zu spielen. Nilla Fischer blieb zunächst nur auf der Bank.

Beide Mannschaften lieferten sich in der ersten Hälfte ein sehr enges Spiel und agierten aus einer sehr kompakten Abwehr heraus. Die Sturmreihen waren fast abgemeldet und konnten sich kaum zwingend in Szene setzen. Man merkte beiden Teams den großen Respekt voreinander an.

Doch Deutschland hatte etwas mehr Spielanteile und die besseren Chancen. Einmal zischte ein Schuss von Mittag am Tor vorbei, dann landete ein Distanzschuss von Linda Bresonik nur am Pfosten. Das Spiel war geprägt von vielen Abspielfehlern, die keinen rechten Spielfluss zuließen.

Die größte Chance des ersten Durchgangs hatte aber Birgit Prinz, die nach einem Sololauf allein vor Torhüterin Hedvig Lindahl auftauchte, diese umspielte und dann am leeren Tor vorbeischoss.

Auf Seiten der Schwedinnen hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff Landstrom die Möglichkeit zur Führung, doch ihr Kopfball aus sieben Metern ging am langen Pfosten vorbei.

Im zweiten Durchgang änderte sich nicht allzu viel am Spiel. In der 49. Minute tauchte Victoria Svensson vor dem Tor von Nadine Angerer auf, doch die Schwedin schoss überhastet am Tor vorbei.

Die besseren Chancen hatten aber auch in dieser Phase die Deutschen. In der 60. Minute flog ein Schuss von Melanie Behringer über das Tor, dann scheiterte Prinz zweimal aus kurzer Distanz. In der 75. Minute spielte Behringer dann Kerstin Garefrekes auf der rechten Seite herrlich frei, doch Torhüterin Lindahl kam aus ihrem Tor und rettete in höchster Not.

Gegen Ende des Spiels nochmal zwei gute Chancen für die Schwedinnen. Zunächst senkte sich eine missglückte Flanke von Anna Paulson gefährlich auf das Tor von Nadine Angerer, die mit einer Parade den Ball noch aus dem Winkel fischen konnte (83.). Dann setzte sich Lotta Schelin auf der rechten Seite gut durch, und flankte scharf vor das Tor, doch Landstroms Kopfball aus neun Metern ging knapp über das deutsche Gehäuse.

Die dicksten Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden hatten aber wieder die Deutschen, und zwar in Person von Melanie Behringer. Zunächst konnte Torhüterin Lindahl ihren Distanzschuss nicht festhalten, dann knallte in der letzten Minute der Nachspielzeit ein Schuss aus 17 Metern an den Pfosten. Das Spiel ging in die Verlängerung.

In der Verlängerung ergaben sich Chancen auf beiden Seiten, doch Deutschland entschied das Spiel für sich. In der 105. Minute köpfte Kerstin Garefrekes einen Eckball von Renate Lingor ins Netz. Lindahl kam zwar noch mit den Fingerspitzen an das runde Leder, konnte den Ball jedoch nicht mehr entscheidend abwehren. In der 115. Minute war der Sieg dann perfekt, als Simone Laudehr nach schönem Doppelpasssmit Birgit Prinz den Ball aus spitzem Winkel ins schwedischeTor beförderte.

Im Halbfinale treffen die deutschen Mädels nun am 18. August in Shanghai auf Brasilien.