Miyama: "Haben uns eine Medaille zum Ziel gesetzt"
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Die meisten Vorschusslorbeeren waren für Homare Sawa reserviert, die im japanischen Mittelfeld als die Erfahrenste gilt. Inzwischen jedoch macht sich auch ihre kongeniale Partnerin Aya Miyama bei den Olympischen Spielen einen Namen. Miyama trägt die Nummer acht völlig zu Recht, denn sie bringt alles mit, was eine Spielerin auf dieser Position klassischerweise auszeichnet: Übersicht, Schnelligkeit, Zweikampfstärke - und mit ihren Freistößen lässt sie die eigenen Fans jubeln und die gegnerischen zittern.

Auf diese Weise hatte die Mittelfeldakteurin maßgeblichen Anteil daran, dass Japan gegen Neuseeland einen Rückstand von zwei Toren aufholen konnte. Dass sie bei der 0:1-Niederlage gegen die USA nicht traf, war nur Pech, und die Leistung beim 5:1 gegen Norwegen stufte die deutsche Ex-Weltmeistertrainerin Tina Theune-Meyer als "herausragend" ein.

Die 23-Jährige vom Klub Okayama Yunogo Belle stand 2007 in der Mannschaft des Jahres der L.League, der japanischen Frauen-Amateurliga. Sie bringt Erfahrungen von zwei FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaften 2003 und 2007 mit, hat aber bei ihrer Rückkehr ins Reich der Mitte schon festgestellt, dass die Olympischen Spiele nicht mit anderen Wettbewerben zu vergleichen sind.

"Normalerweise sind wir in China das Auswärtsteam", so Miyama gegenüber FIFA.com. "Aber in diesem Turnier sind so viele japanische Fans in den Stadien, dass wir besonders gegen Norwegen richtig viel Unterstützung hatten. Dafür bin ich wirklich dankbar. Wir haben bislang gegen Mannschaften gespielt, die physisch stärker waren als wir, aber wir haben unser Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, trotzdem erreicht. Darüber bin ich froh. Natürlich war Norwegen schon vor dem letzten Gruppenspiel durch. Gegen China wird es ein ganz anderes Spiel, denn wer da verliert, ist raus."

Die Auswärtsmannschaft
Miyama, die ihre derzeitige körperliche Leistungsfähigkeit selbst als "hervorragend" einstuft, freut sich auf das Spiel gegen die Gastgeber in Qinhuangdao, wo Japan schon seine Spiele gegen Neuseeland und die USA absolviert hat. Aber sie ist sich natürlich bewusst, das die Atmosphäre im Stadion am Freitag sicher nicht so freundlich sein wird wie bislang.

"Beide Mannschaften kennen sich in- und auswendig", so Miyama weiter. "Entscheidend wird sein, wer seine Chancen am besten nutzt. Spiele gegen den Gastgeber sind immer schwer, aber wir haben uns eine Medaille zum Ziel gesetzt. Ehrlich gesagt wissen wir gar nicht, was daheim von uns erwartet wird. Aber wir wollen uns gegenüber den letzten Olympischen Spielen in Athen verbessern. Und damals sind wir ins Viertelfinale gekommen. Wir werden unser Bestes geben. Wir arbeiten als Mannschaft gut zusammen, das Passspiel stimmt. Wir haben auf dem Platz unsere Freiheiten, vernachlässigen dabei jedoch nicht die Disziplin. Wenn wir ins Halbfinale wollen, sind das entscheidende Faktoren."

Jubel für Japan
Norio Sakasis Schützlinge waren auch außerhalb der Hotels in Qinhuangdao und Shanghai meist zusammen unterwegs und genossen die Erfahrung der Olympischen Spiele. Der Jubel für Japan beschränkt sich dabei natürlich nicht nur auf den Fussball. Wann immer Landsleute bei den Spielen gut abschneiden, ist aus den Freizeitbereichen der Mannschaft aufgeregtes Klatschen zu hören.

"Mit am meisten beeindruckt haben uns unsere Badminton-Frauen", berichtet Miyama. "Das Doppel Satoko Suetsuna und Miyuki Maeda hat im Viertelfinale gegen die amtierenden Weltmeisterinnen aus China gewonnen. Das war für mich jede Menge Ansporn!"